Schule macht mich völlig fertig?


13.02.2020, 13:09

Ich bin auch unglaublich gestresst und fange an mehr zu essen als sonst, es fällt mir verdammt schwer irgendetwas zu machen weil ich nach der Schule einfach so kaputt bin

10 Antworten

Hallo ErdbeerFan22,

all das, was Du schilderst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Leider geht es vielen Schülern ähnlich wie Dir! Der Alltag in der Schule wird von vielen Kindern und Jugendlichen wegen dem vielen Stress oft als sehr belastend empfunden. Lehrer treiben die Schüler zu Höchstleistungen an, wovon Du ja sicher auch ein Lied singen kannst. Was könntest Du tun, um mit dem Stress besser umzugehen und aus Deiner Situation das Beste zu machen?

Zunächst einmal wäre es unrealistisch zu denken, Stress in der Schulzeit ließe sich völlig vermeiden. Es kommt allerdings auf das Ausmaß an. Manchmal fühlt man sich eben von allem überfordert und den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Was kann man dann tun, um die Lage wenigstens zu verbessern?

Finde z.B. heraus, wann und wie der Stress entsteht. Analysiere als nächstes, welche Stressfaktoren Dich am meisten belasten. Sind es die Hausaufgaben, die bevorstehenden Klassenarbeiten, die hohen Erwartungen, die Deine Eltern, Deine Lehrer, oder auch Du selbst an Dich stellst?

Wenn es beispielsweise um die Hausaufgaben geht, könntest Du einmal Deine Lerngewohnheiten unter die Lupe nehmen. Wie sieht es mit einer guten Zeiteinteilung aus? Werden die Hausaufgaben hinten angeschoben oder haben sie in Deiner Zeiteinteilung oberste Priorität?

Ein guter Tipp wäre auch, die Stressauslöser in zwei Kategorien einzuteilen. Welche hast Du selbst in der Hand und an welchen kannst Du nichts ändern? Konzentriere Dich am besten auf die Probleme, die Du lösen kannst, statt Dir all zu sehr Deinen Kopf über die unlösbaren Probleme zu zerbrechen. Dann gehe gezielt an die Probleme heran und schiebe sie nicht lange vor Dir her.

Es gibt noch etwas, was Dir helfen kann, den Stress zu reduzieren: Bitte um Hilfe und Unterstützung! Versuche nicht, Deine Sorgen alleine zu tragen. Wann immer möglich, sprich auch mit Deinen Eltern und Deinem Vertrauenslehrer darüber und bitte sie um Lösungsvorschläge.

Hier noch ein kleiner Tipp: Weißt Du, dass Du besser mit Stress umgehen kannst und Deine Gedächtnisleistung steigerst, wenn Du genügend Schlaf bekommst? Für einen jungen Menschen in der Schulzeit sind 8-10 Stunden Schlaf angemessen.

Falls Du an Gott glaubst, könnte auch der folgende Gedanke Dich ermutigen. In der Bibel werden Christen aufgefordert: "Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch" (1. Petrus 5:7, Hoffnung für alle). Viele glauben zwar heutzutage nicht mehr daran, dass sich Gott für uns Menschen interessiert, doch der eben zitierte Text zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist! Vielen Jugendlichen hat ein enges Verhältnis zu Gott geholfen, mit den heutigen Problemen und dem Stress besser fertig zu werden.

Ich wünsche Dir, dass Du die eine oder andere Verbesserung erreichen kannst und Du Dich künftig nicht mehr so sehr gestresst fühlst! Alles Gute!

LG Philipp

Versuche, mit einem Klassenkameraden (oder einer kleinen Gruppe) zusammen zu lernen. Ich rate das immer wieder. Es ist sehr ineffektiv, stundenlang zu pauken. Wenn man etwas nicht verstanden hat, wird es dabei in der Regel nicht klarer. Man kann sich zwar die Fakten einbläuen, und in der Arbeit auch irgendwie wiedergeben. Weil man es aber nicht wirklich verstanden hat, vergißt man es sehr schnell wieder. Außerdem fehlt die Basis für die nächsten Themen, die darauf aufbauen. Das Lernen wird immer schwerer!

Lernt man aber gemeinsam, erklärt man sich die Dinge gegenseitig. Das muß man natürlich auch erst üben, am Anfang kommt man sich dabei vielleicht sogar etwas komisch vor. Aber gerade wenn man selbst erklärt, versteht man Zusammenhänge, die man nie geahnt hat. Durch das Erklären wird man gezwungen, ganz anders über die Dinge nachzudenken. Fragen der anderen liefern neue Stichpunkte, Ansätze.

Ganz nebenbei merkt man dabei, dass man nicht viel anders denkt, als seine Klassenkameraden. Man merkt, dass man kein Dummkopf ist. Außerdem machen solche Runden Spaß.

Wichtig für solche Lernrunden ist: Verabredet Euch auf ein Fach oder Thema. Jeder bereitet sich darauf vor. Jeder ist pünktlich zur verabredeten Zeit da. Es wird wirklich gearbeitet. Keine Ablenkung, kein Handy, keine Musik.

Gute Idee, aber solche Lernrunden sind nicht für jeden was. Für manch einen bedeuten die noch mehr sozialen Stress und teilweise wird da auch mehr rumgealbert als gelernt. Und wenn keiner Ahnung von den Inhalten hat, dann bringt das gegenseitige Erklären auch nichts.

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@DasPferdchen

Das stimmt sicher, dass das nicht jedem hilft. Ernsthaft arbeiten muss man schon. Aber das mit dem gegenseitig Erklären ist wirklich überraschend: alle meinen, es nicht zu können. Wenn man aber das Wissen zusammen trägt, passt es am Ende oft dennoch.

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Explizit noch mal für Menschen, die meinen mich wegen meiner Antwort anfeinden und meine psychologische Kompetenz infrage stellen zu müssen:

Schule macht mich völlig fertig?
Ich weiss langsam nicht mehr was ich machen soll, jeder Schultag ist so mühsam für mich.
alles ist für mich so anstrengend
Ich bin auch unglaublich gestresst
Ich bin auch unglaublich gestresst
es fällt mir verdammt schwer irgendetwas zu machen weil ich nach der Schule einfach so kaputt bin

Verzweiflung und Erschöpfung, verminderter Antrieb

ich habe das Gefühl dass ich nie genug bin und das alles was ich mache nie reicht.

geringes Selbstwertgefühl, fehlende Bestätigung/positive Verstärkung

Zuhause werde ich eigentlich nie gelobt (muss ich auch nicht, nur etwas Anerkennung würde mir gut tun als immer nur angeschrien zu werden) wenn ich eine gute Note habe heisst es nur 'In einem anderen Fach bist du schlechter'

fehlende Wertschätzung und fehlende Anerkennung zuhause, stattdessen verbale Gewalt und Leistungsdruck

schlechtes familiäres Klima, Stress zuhause und in der Schule

und ich habe schon panische Angst davor eine schlechte Note zu schreiben, dann vergesse ich das wir einen Test haben und lerne nicht, dann bekomme ich die totale Panik und weine.
ich hätte heute einen italienisch Test habe aber nicht gelernt, weil ich noch für 3 andere Tests stundenlang gelernt habe und es einfach vergessen habe. Jetzt habe ich wirklich riesige Angst.
Ich habe einfach so Angst eine Enttäuschung zu sein und im Leben nichts zu erreichen.

akute Angst und Panik, Zukunftsangst

fange an mehr zu essen als sonst,

gestörtes Essverhalten, Frustessen

----> deutliche Anzeichen für Depression und Angststörung!

Die von mir angeratene Therapie soll helfen mit schulischem und familiären Stress sowie mit Ängsten besser zurecht zu kommen, positiver zu denken, Strategien zu entwickeln wie man sich besser entspannen und wie man das Selbstwertgefühl steigern kann.

Der Therapeut kann eventuell auch mit den Eltern über die Probleme sprechen und sie im besten Fall dazu bringen sich liebevoller, unterstützender und angemessener zu verhalten.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – hab Psychologie studiert

Ich bin Gläubiger Christ (Freikirchlich) und das schon seit über 20 Jahren. Der natürliche Lauf der Dinge ist, das wo den gleichen Glauben haben offener über ihr Leben reden.

Am liebsten, würde ich deine Eltern und dich einmal mitnehmen und euch Frauen vorstellen, wo nach dieser Ideologie erzogen wurden. Sei eine: "Starke, intelligente, erfolgreiche, schöne und selbstbewusste Frau." Werde bloß keine gute Ehefrau und liebevolle Mutter.

Heute sind sie +-50 Jahre alt und Psychisch kaputt.

Überleg dir gut, für wen du das alles machst? Bald bist volljährig. Dann musst du die ersten weichen für dein Leben stellen. Wenn du diese falsch stellst, landest du Abstellgleis. Bis du dort einmal, dort, wird es schwierig es wieder zu ändern.

Ein älterer Missionar gab einmal unseren Jugendlichen folgenden Rat:

Nutze dein können nur bis 80% dann hast du immer genug Kraft um kurzfristig mehr zu leisten. Arbeitest du immer auf 100% gehst du bei Mehrbelastung kaputt.

Du hat 2 Möglichkeiten:

1. Appelliere an die Vernunft deiner Eltern. D.h.sie müssen ihre Erwartungen an dich senken, bevor du daran zugrunde gehst.

2. Spiel die Anfänge eines Brown-Out. Überlege was du möchtest und richte dich nach deinen Bedürfnissen aus.

Übrigens kenne ich eine Frau, die ist jetzt 27 Jahre alt, hat das Abitur und ist heute in Psychologischer Behandlung.

Also, korrigier mich wenn ich es falsch verstanden habe aber willst du mir gerade sagen ich soll alles aufgeben und einfach Hausfrau und Mutter werden? Nicht dass das was schlechtes ist oder ich das nicht möchte, nur das ist nicht alles was ich will.

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@ErdbeerFan22

"willst du mir gerade sagen ich soll alles aufgeben und einfach Hausfrau und Mutter werden?"

Das wollte ich damit nicht sagen, sondern, überlege dir gut, was du möchtest. Es bringt niemanden etwas, wenn du das Ziel erreicht hast und bist anschließend kaputt. Es gibt genug gut ausgebildete Frauen, wo auch Mutter sind.

Die Frauen wo ich erwähnt habe, haben für Karriere auf alles verzichtet nur um vor anderen gut da zu stehen. Heute sind sie Tot unglücklich.

Ich befürchte bei dir, du willst den Ansprüchen anderer gerecht werden und nicht deinen eigenen.

Was willst du, es ist dein Leben und nicht das der anderen. Mache etwas gutes daraus. Aufgeben ist genauso falsch wie sich selbst kaputtmachen.

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Mir geht es genauso und bei mir wurden Depressionen und eine Angststörung festgestellt. Am besten gehst du zum Arzt, erzählst ihm von deinen Problemen und lässt dich zu einem Psychologen überweisen. Der kann dann rausfinden, ob du dasselbe hast wie ich.

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