Schule ist für Schüler scheinbar ungeeignet - was tun?

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Da ich das österreichische System nicht kenne, kann ich dir nur Tipps aus meinen ("deutschen") Erfahrungen geben:

Lies mit ihm zusammen ein Kapitel in seinen Büchern durch und finde raus, ob er die überhaupt versteht.

Lies auch seine alten Bücher durch. Oft betshen gravierende Unterschiede, und die kannst du nutzen, indem du die neuen Bücher nach Art der alten erklärst/ ihm beibringst, die neue (oft theoretischere) Ausdrucksweise zu verstehen.

Bitte ihn, sich Notizen zu machen und lege mit ihm zusammen Karteikarten oder eine eigene Formelsammlung an - auf die er immer und überall zurückgreifen kann.

Schreibt am Ende jeder Stunde eine kleine Zusammenfassung, der mit den wichtigsten "Einsichten".

Sammelt Fragen und Antworten.

Wenn er etwass nicht weiß, dass ihr schon behandelt habt, sage ihm, wo er die Antwort finden kann und hilf ihm beim Suchen, statt alles noch einmal von vorne zu erklären.

Meist sind Schüler aus "einfacheren" Schularten eher mit Tempo und Lernmethoden überfordert als mit den Inhalten selbst.

Erkläre eine einfache Beispielaufgabe ausführlich, (umständlich) und mit allen Zwischenschritten, und lass ihn alles mitschreiben.

Markiert am ende jeden "Hauptschritt" (unterstreichen, Textmarker) und schreibt daneben, wie dieser Schritt heißt und ein paar Stichworte, worum es dabei geht. Daran kann er sich orientieren, wenn er den Fachbegriff mal wieder vergisst oder durcheinanderkommt.

Bitte ihn, Fremdwörter, die du benutzt, zu erklären, statt darauf zu vertrauen, dass er sie versteht, wenn er nickt...

Rede Klartext mit ihm. "Das wird schon" oder "Die Schule ist schuld" helfen ihm nicht. Frag ihn, was ER will, und sage ihm, was deiner Meinung nach dafür nötig ist.

Biete an, mit ihm einen "Lernplan" zu erstellen - Wiederholungen, Nacharbeit, Rückmeldungen, "Bestandskontrolle" usw.

Bitte ihn, seine Lehrer zu fragen, wo sie seine Probleme sehen/ was sie ihm raten.

Wenn ihr euch nicht "versteht", ist es manchmal das beste, sich zu trennen.

Gut möglich, dass ihr beide mit "neuen Partnern" mehr erreichen könnt...

Es kann gut sein, dass deine Art zu lehren und seine Art es beigebracht zu bekommen einfach auch nur unterschiedlich ist. Nicht jeder Lehrer ist für den Schüler geeignet. Ich sage das jetzt nicht weil ich dich deprimierend will, aber vielleicht solltest einen deiner Nachhilfekollegen mal bitten sich in anzusehen und evtl. den Nachhilfelehrer zu wechseln. NICHT weil du schlecht bist, sondern weil ihr beide euch nicht so verständigen könnt, dass es ankommt.
Sofern er wirklich dafür ungeeignet ist sollte es aber nicht dein Problem sein. Letztendlich tust du, was du kannst außer dich selbst zu hinterfragen.
Ich bringe den og. Vorschlag deswegen, weil ich damals in Französisch auch null kapiert habe - ja nicht einmal wusste was die alle von mir wollen. Eine Nachbarin brauchte nur 2 Stunden um es mir so beizubringen, dass ich es verstand und meine Noten innerhalb kürzester Zeit richtig gut wurden. Mathematik ist verstehen. Versteht er es nicht, bringt die ganze Lernzeit nichts - bzw. ganz im Gegenteil ist eher hinderlich weil man irgendwann auch die Lust daran verliert.
Viele Schüler verlieren leider die Lust an Wissen und Lernen, weil es NUR mehr anstrengend ist und null Spaß macht. So kann weder ein Erwachsener arbeiten, noch ein Kind lernen.

Für Dein Problem brauchst Du keinen Psychologen. Es ist das schon immer existierende und ganz grundlegende Problem der Schule, die das Lernen ins Belehren verkehrt. Beim Lernen ist es üblicherweise so, dass der Lernende fragt und der Lehrende anwortet. Die Schule geht den viel schwierigeren Weg. Der Lernende muss dem Lehrenden antworten. Oder ganz provokant ausgedrückt: Der Schüler hat dem Lehrer für dessen Anmaßungen zur Verfügung zu stehen.

Da Deine Nachhilfe - warum eigenlich "NACHhilfe“? - wie die Schule aufgebaut ist, stehst Du vor dem gleichen Problem. Dein Beispiel mit der Umrechnung von m³ auf Liter macht das ganz deutlich.

Um es an einem Bild zu verdeutlichen: Der Junge soll das Rezept eines Apfelkuchens auswendig lernen, obwohl niemand die Absicht hat, einen zu backen. In der Schule lernt man das Rezept, damit der Lehrer eine Note darunter malen kann. Und es bekommen diejenigen die besten Noten, die über das Backen am besten reden können. Das meine ich mit »dem Lehrer zur Verfügung stehen«. Es geht um die Befriedigung der Interessen des Lehrers. Und so ist es in Deiner Nachhilfe auch. Es geht um Dich und nicht um den Jungen. Du möchtest etwas und es belastet Dich, dass Dir nicht gelingt, was Du möchtest. Herzlich willkommen im Club der BeLehrer!

Wo bitteschön kann der Junge erkennen, dass die von Dir genannte Umrechnung FÜR IHN irgendeine Bedeutung hat? Und zwar nicht in einen fernen Zukunft, sondern jetzt! Gäbe es für ihn einen Grund m³ auf Liter umzurechnen und er verstünde es nicht, würde er (Dich) fragen. Und schon hättest Du eine ganz andere Ausgangslage. ER wäre der Herr über den Lernprozess. Es entstünde zwischen Euch eine Gleichwürdigkeit.

Außerdem würdest Du überraschend feststellen, was DU alles von dem Jungen lernen könntest. Lernen ist nämlich keine Einbahnstraße. Das wusste schon Buddha: Der Meister und der Schüler entwickeln gemeinsam die Lehre.

Gruß Matti

Ergänzung: Wenn Du tatsächlich erfahren möchtest, wie man erfolgreich lehrt, empfehle ich Dir die Beschäftigung mit dieser Internetseite: http://www.rolf-robischon.de/

Wie Lernen an einer Schule ganz anders funktioniert, erfährst Du in den nachfolgenden Texten. Sie entstammen der Feder von Lehrern, die nach dem Sudbury-Model arbeiten.

http://sudbury-berlin.de/sudbury-schulkonzept/texte/

Diesen Text war besonders lehrreich für mich:

http://sudbury-berlin.de/sudbury-schulkonzept/texte/die-kunst-nichts-zu-tun/

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Ich gebe dir aus idealistischer Sicht recht: So sollte lernen ablaufen. Das nützt aber nichts in einer Situation, wo sich ein Schüler bereits für eine Fachausbildung entschieden hat. Eine Ausbildung zum Elektroniker ist halt ein steiniger Weg, und dass hier gewisse Leistungsvorgaben seitens der Schule gemacht werden müssen ist irgendwie auch klar. Jemand der nicht regelmäßig mitlernt wird bald nichts mehr verstehen. Im ersten Schuljahr kommen hier (es geht um eine HTL) im Schnitt nur 50-60% der Schüler in die zweite Klasse durch- der Rest hört ganz auf, oder wiederholt halt einmal.

Wie soll man mit einem Schüler, der in sechs Fächern auf einem glatten "Nicht Genügend" steht über die Sinnhaftigkeit des Schulsystems diskutieren? Das ist keine Grundschule mehr, sondern (leider) etwas, wo nur die Härtesten durchkommen und wo es wirklich zur Sache geht.

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Hallo zusammen. 
Ich wünsche mir bitte nur ernste antworten und nicht irgendwelche komischen antworten da ich hier bin um hilfe zu suchen und einen guten rat zu bekommen. :)

Also ich habe schon seit dem letzen Sommer starke Stimmungsschwankungen wie auch symptome einer Bipolaren Störung.Das problem bei der Sache ist nur das ich mal für eine Woche diese Phase habe und dann eine Woche oder Tage nichtmehr und das verwirrt mich sehr da ich irgendwie nicht glauben kann/könnte krank zu sein wie zb Depressionen oder auch Bipolare Störungen zu haben..Ich bin noch relativ jung und gehe auch noch zur Schule und da es mir sehr wichtig ist ein guten Abschluss zu bekommen ist mir langsam klar geworden das ich mir hilfe suchen sollte und am besten mit jemanden darüber reden sollte.Jeden morgen wenn ich aufstehe habe ich nie motivation aufzustehen und habe auch deshalb auch viele fehlstunden auf meinem Zeugnis da es mir schwer fällt aufzustehen..Ich bin ausserdem sehr sensibel und meine Stimmung ändert sich bestimmt über 30 mal pro Tag.Ich habe viel recherchiert und bin mir sicher das es Anzeichen einer depression oder evtl bipolaren Störung sind da fast alle symptome zu mir passen.

Meine Frage ist jetzt :
Soll ich mit meiner Vertrauenslehrerin reden und versuchen hilfe von ihr zu bekommen?
Was ist wenn ich am ende garnicht krank bin und sie sagt das ich mir keine sorgen machen sollte? Was würde sie machen nachdem ich ihr alles erzählt habe,müsste ich dann zum Therapeuten gehen? Und was mich noch interessiert : Würde ich evtl. Antidepressiva bekommen?

Ich bin für jede Antwort sehr dankbar!!

Lg : Sarah💕

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