Schule doch hinwerfen - Aber was dann?

7 Antworten

Hallo,

ich versuche dir mal meine subjektive Meinung darzulegen. Ich selbst bin ein ziemliches Arbeitstier, was sich in dem von mir betrieben Aufwand beim Lernen auf Klassenarbeiten wiederspiegelt. (10. Klasse Gymi 1,4er Schnitt). Allerdings habe ich vermehrt in letzter Zeit das gleiche Problem wie du. Zwar kann ich die fehlende Motivation durch Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein kompensieren, allerdings wirklich glücklich wird man dadurch nicht. Ich vermute mal, dass das ganze psychologisch gesehen auf die Vermischung der "beiden Welten" zurückzuführen ist. Ich meine das insofern, als dass man sich Zuhause in einer geschützten Kugel befindet. Dort laufen alle Fäden neben der Schule zusammen, wie es schon immer der Fall war. Durch Corona allerdings kommt jetzt auch noch der Schulfaktor in das eigene Heim, welcher sich auf zweiter Ebene mit den anderen Bedürfnissen messen muss, wobei er leider meist zum Beispiel gegen das Handy verliert.

Ich würde dir empfehlen, dass du das Abitur durchziehst! Denn durch das Abitur gewinnst du viele Optionen für die Zeit danach, wie zum Beispiel studieren, welche aber selbstverständlich nicht wahrgenommen werden müssen. Irgendwann wirst du das finden, was du machen möchtest und wenn du dann nicht die nötigen Qualifikationen erbringen kannst, wird dich das umso mehr ärgern. Natürlich kann man das Abitur auch nachträglich machen, dies ist aber mit wesentlich mehr Aufwand verbunden.

Sieh es mal so: Du machst jetzt das Abitur, beißt die Zähne 1-2 Jahre zusammen und kannst dir danach erstmal Zeit nehmen, deine eigenen WÜnsche zu ergründen. Findest du dann heraus, dass du liebend gerne Maler werden willst, dass hättest du das Abitur zwar nicht gebraucht, hättest aber andersherum wiederum die Möglichkeit bei zum Beispiel technischen Berufen gehabt dich fortzubilden.

Schlussendlich will ich nur sagen, halte dir die Optionen für später offen, besonders wenn du dir selber noch im unklaren bist :)

Grüße

Hallo,

schnell auf den Weg zum Wunschberuggf aufmachen. FDafür muss man zunächst den Wunschberuf finden. Was kann man tun?

  • mit vielen Leuten (Verwandte, Nachbarn, Verwandte von Freunden ...) über deren Beruf sprechen
  • bei Ausbildungsmessen (aktuell meist online) mit möglichst vielen Leuten (Azubis und Ausbildern) sprechen. Manchmal gibt es Tipps für andere Berufe, die dann der Traumberuf sind!
  • Berufswahltests machen und über die vorgeschlagenen Berufe sehr genau informieren (oft hat man falsche Vorstellungen von den Berufen und schließt sie deshalb irrtümlich sofort aus)
  • auch für seltenere Berufe in der Region interessieren
  • bei der Agentur für Atrbeit gibt es regionale Übersichten, welche Berufe in der Region ausgebildet werden
  • das Abitur (zunächst) weiter als Ziel im Auge behalten. Es wäre sehr unschön, wenn fast alle Ausbildungsbetriebe für den Wunschberuf nur Abiturienten einstellen und man selbst den Weg zum Abi abgebrochen hat.

Mein Ausbildungsfavorit ist eine Ausbildung bei einer Kreankenkasse (Sozialversicherungsfachangestellter oder Kaufmann im Gesundheitswesen).

Man kann auch über den Negativweg zum Traumberuf bekommen:

ich schließe alle Berufe aus, die ...

Alle Berufe, die ..., kommen nicht in Frage

....

Viel Erfolg bei der Berufswahl!

Gruß

RHW

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Gescheiterte Lebensläufe fangen häufig damit an, dass die Leute die Schule abbrechen, ohne sich zuvor um eine Berufsausbildung gekümmert zu haben. Erstmal abbrechen nach dem Motto „und dann guck ich mal“, dann wird „geguckt“ und „geguckt“ und „geguckt“, hier mal ein Praktikum, das aber auch irgendwie keinen Spaß macht, da mal ein halbes FSJ, das aber auch nicht das Gelbe vom Ei war, schwupps ist auch die Bewerbungsfrist für das nächste Ausbildungsjahr vorbei und schwupps ist man in der Dauerschleife der Jugendarbeitslosigkeit.

So sehr ich verstehen kann, dass die Corona-Situation auch für Schüler belastend ist, aber alleine, dass du nicht wahrzunehmen scheinst, dass deine Situation ja gerade auch nicht anders wäre, wenn du zum Beispiel schon eine Berufsausbildung machen würdest, zeugt für mich von Unreife / Unwissenheit / „das Gras auf der anderen Seite ist ganz bestimmt viel, viel grüner!“. Weißt du überhaupt, dass man auch in der Berufsausbildung Schule hat? Dass auch die Berufsschulschüler mit Heimunterricht zu kämpfen hatten? Oder was wäre, wenn du einen Beruf hättest, der jetzt aber auch die ganze Zeit in Home Office gewesen wäre, hättest du es es dann auch auf eine Kündigung ankommen lassen, weil „zu Hause eben einfach zu Hause ist“?

Was arbeiten denn deine Eltern? Meinst du, wenn die von der Arbeit kommen, können sie sich leisten, zu Hause nur noch spaßiger Freizeitbeschäftigung nachzugehen? Auch Hausarbeit, Papierkram und Kindererziehung sind im Alltag zu Hause lästige Arbeiten, zu denen man sich nun einmal aufraffen muss, aber du als deren Kind würdest jetzt wohl nicht wohlgenährt halbwegs im Leben stehen, wenn deine Eltern mit der Begründung „zu Hause bin ich eben zu Hause und da ist nicht viel mit xyz“ sich um nichts mehr gekümmert hätten.

Verpflichtungen einfach zu aus dem Leben zu streichen ist immer die bevorzugte Antwort auf fehlende Motivation, aber die bessere Antwort wäre stattdessen immer, die fehlende Motivation eben zu finden.

Es wäre für mich sicherlich kein Problem irgendwo zu sein (nicht zu Hause eben) und 8 oder mehr Stunden an etwas zu arbeiten o.ä.

Und diese Annahme basiert worauf? Du willst mir nicht erzählen, dass du vor Corona 5 Tage die Woche 8 Stunden Schule hattest, und selbst wenn, waren deine Leistungen auch da ja nur mäßig...

Also, warum durchs Abitur quälen und im Enddefekt vielleicht sogar durchfallen, wenn ich mir sowieso nicht vorstellen kann zu studieren?

Weil du dich zumindest bisher um keine bessere Alternative gekümmert hast. Und übrigens muss man mit Abitur nicht studieren.

Ich denke, dein "on the run" (auf der flucht) ist ein typischer Freud'scher versprecher.

Du willst nicht dies, du willst nicht das, also nimmst du dir eine Auszeit, um dich noch ein bisschen länger nicht entscheiden zu müssen.

Das mag erst mal eine Erleichterung sein, es hilft dir aber nicht wirklich weiter. Je länger du "trödelst", desto schwerer fällt es dir, wieder in die Gänge zu kommen.

Wenn du ein Freiwilligenjahr oder W&T machen willst, erkundige dich, bewirb dich, finde raus, was möglich is5t und was nicht. Und entscheide dann, ob Schule nicht vielleicht doch die bessere Wahl für dich ist.

Man kann auch mit Abitur Ausbildungen machen, oder dual studieren (wo man genug "Druck" von außen hat). Und du kannst ohne Abi tolle Berufe lernen, und evtl. später über Fortbildungen wie Meister, Techniker, Fachwirt trotzdem studieren.

Aber früher oder später musst du dich für einen Weg entscheiden und es dann auch durchziehen.

Also krieg den Hintern hoch, erkundige dich nach Möglichkeiten und triff dein Wahl.

Es ist auch nicht schlimm, wenn du später noch mal was anderes machst, du verpflichtest dich nicht auf Lebenszeit. Nur Nichts tun solltest du nicht - das wird schnell zur Gewohnheit!

Zieh dein Abitur durch und dann kannst du immer noch weiter sehen.. ich sag dir eins und das wollte ich in dem Alter nie hören. Sei fleißig und mach was!!! Das ebnet deine ganze Zukunft ! Mit einem guten Abschluss und einer guten Ausbildung verdienst du auch mehr Geld. Das Leben ist teuer und man bekommt nichts geschenkt.

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