Schulden durch Ex Freund - Was tun?

13 Antworten

Hallo,

Der Fall, wie du ihn beschreibst ist eine typische Betrugsmasche. Leider muss ich dich hier direkt enttäuschen. Es wird sehr schwer werden für dich, die Schulden loszuwerden, da du ja rechtskräftige Verträge getätigt hast.

Aber nun mal zur Hilfe. Als erste Anlaufstelle sollte für dich in jedem Fall die nächste Kriminalpolizei, bzw allgemein die nächste Polizeidienststelle sein. Hier solltest du dich beraten lassen und eine Anzeige gegen deinen Ex-Freund bezüglich Betrung u.ä. einreichen.

Als nächstes musst du dir einen Anwalt suchen. Vertraue hierzu auf den Rat von Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Diesem musst du deine aktuelle Situation schildern, denn eventuell hast du Anrecht auf eine Gerichtskostenbeihilfe. Dies kann ich dir so nicht beantworten.

Wäre dies der Fall, müsstest du dich erst einmal nicht um die Anwaltskosten kümmern - zumal diese eventuelle eh dein Freund zahlen müsste.

Um nicht lange drum rum zu reden: Such dir einen Anwalt und bitte ihn um ein Beratungsgespräch - eventuell kannst du ja auch hier vorher schon bitten, dies mit den Kosten erklärt zu bekommen. Geh zu Polizei und leite auch hier alles notwendige in die Wege.

Auch mit deiner Bank solltest du Kontakt aufnehmen und um Hilfe bitten. Diese zeigen sich hier oft recht kulant.

Mit bestem Gruß,

Max

Es wird sehr schwer werden für dich, die Schulden loszuwerden, da du ja rechtskräftige Verträge getätigt hast.

Ja und Nein. Das kommt immer noch drauf an, ob A) der Freund überführt und letztendlich verurteilt wird und B) was exakt da eigentlich nun unterschrieben wurde. Verträge waren es offenbar nicht. Post-Ident oder ähnliches würde Sinn ergeben.

Oder sogar der "Paketbote" war kein echter Paketbote, sondern dieser ominöse Kumpel des Ex-Freundes. Dann wäre es aber erst Recht Betrug.

Wie auch immer. Anwalt per Beratungsschein, der das mal genauer durchleuchtet, auch was exakt da gelaufen ist und mit dessen Hilfe man dann ggf. eine fundierte Strafanzeige verfasst, ist womöglich der bessere Weg.

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Ich kenne mich mit der Rechtslage nicht aus, doch ich versuche dir trotzdem zu helfen und dir zu sagen, was ich in der Situation tun würde.

Ich würde das Geschehene als Lektion hinnehmen, den Kontakt mit der Person für immer abbrechen (bis das Geld übergeben wurde, womit ich nicht rechnen würde) und nun Geld vom Bekanntenkreis erfragen.

Ich weiß... es ist eine kleine Demütigung, aber aus dem Loch musst du mit all deiner Kraft raus. Für 3-4 Monate kann man auch gut und gerne mal 40 % länger arbeiten und ein Arrangement mit den Gläubigern machen, dass man das Geld in Raten zahlt. Auf einen Anwalt würde ich mich nicht verlassen, in der Situation musst du dich ganz auf dich verlassen und das Beste aus der Situation machen. Du hast dir das alles eingebrockt (ist kein Vorwurf, eher Motivation) und du schaffst es auch dich da wieder rauszuholen.


Zum unterschriebenen Vertrag von ihm - würde ich mir jedoch professionellen Rat suchen. Notfalls sind einige Jura - Studenten an der Uni, denen du das kurz schildern kannst. Musst ja nicht tief in die Thematik und alle Probleme schildern, eher etwas das Thema ankratzen genügt doch auch....

Stell halt eine allgemeine Frage dazu. Damit hast du dir dann auch beispielsweise Geld gespart.


Viel Glück, Du schaffst das :)

Ganz wichtig Schritt 1: Du gehst zu deiner Bank und beantragst dort ein sogenanntes "Pfändungsschutzkonto". Ich hoffe mal, dass du ansonsten keine Schulden bei deiner Bank hast. Du hast dann schon einmal monatlich bis knapp über 1000€ zur freien Verfügung. Als Studentin sollte das ausreichen. Kurz vor Monatsende einfach das, was du nicht verbraucht hast, abheben und "in die Keksdose" damit bzw. schau, was du ggf. einkaufen kannst für den Haushalt.

Bevor du zu einem Anwalt gehst, gehst du zum Amtsgericht und holst dir dort einen sogenannten Beratungsschein. Der steht dir als Geringverdienerin/Studentin zu. Mit diesem dann zu einem Anwalt und mit ihm alles weitere besprechen. insbesondere, wie man gegen ihn einen Vollstreckungstitel erwirkt und wie man diesen vor einer möglichen Privatinsolvenz schützt (Stichwort ist hier vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung). mit diesem Anwalt dann auch alles hinsichtlich der Strafanzeige besprechen. Frag den Anwalt, welche Tätigkeiten durch den beratungsschein abgedeckt sind und für was du ggf. gesondert Prozesskostenhilfe beantragen musst.

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