Schuld des Vermieters?

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3 Antworten

Es kann viele Ursachen geben, warum sich Schall bei Euch so überträgt. Die entscheidende Frage dabei ist, wann das Haus gebaut wurde und welche Standards damals Stand der Technik waren. Mehr, als das, was damals gegolten hat, könnt ihr nicht verlangen.

Ihr könnt jedoch schon verlangen, dass z. B. nur Böden verlegt werden, die entsprechend des Bauzustandes des Hauses dazu passen. Parkett und Laminat gehören eben nicht in ein hellhöriges Haus. Da sind eher Teppichböden angebracht.

Dennoch könnt ihr den Vermieter nicht zwingen, nun überall die Böden auszutauschen, aber eine MIetminderung könnte drin sein. Allerdings braucht ihr dazu geeignete Nachweise, um das rechtlich durch zu setzen.

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Übermäßiger Lärm aus der Nachbarwohnung muss nicht hingenommen werden. Insbesondere zu den allgemeinen Ruhezeiten gilt der Grundsatz der Zimmerlautstärke. Zimmerlautstärke heißt nicht, das überhaupt keine Geräusche aus der Nachbarwohnung in der Mietwohnung zu vernehmen sein darf. Bauliche Verhältnisse und normale Wohngeräusche sind zu berücksichtigen. (LG Hamburg WM 96, 159 ). Wird der Mieter durch Lärm aus der Nachbarwohnung gestört, kann er sich an den Vermieter wenden, er hat aber auch Ansprüche direkt gegen den lärmenden Nachbarn. Der Anspruch aus den §§ 862 und 906 BGB gegen den Nachbarn entfällt, wenn der Lärm auf Grund normaler Wohnungsnutzung, --Begehen der Wohnung mit Straßenschuhen, Babygeschrei und gelegentlichem Kindergetrampel -- entsteht und kein besonders rücksichtloses Verhalten der Nachbarn vorliegt. Der Nachbar ist dann auch nicht verpflichtet, seine Räume mit Teppichboden auszulegen, selbst dann nicht, wenn er den früher freiwillig verlegten Teppichboden jetzt entfernt ( OLG Düsseldorf DWW 97, 149 ). In vielen Fällen ist zu prüfen, ob die Hellhörigkeit des Hauses ein Wohnungsmangel ist, der u.A. auch zur Mietminderung berechtigt oder den Vermieter zu einer Verstärkung des Trittschallschutzes verpflichtet ( LG Berlin GE 96, 1249 ) u.a. Siehe hierzu auch ( BGH MDR 98, 1026 ) Was der Mieter noch tun kann? Er kann gegen den vorgehen, der den Lärm verursacht, vorausgesetzt, die Störung beruht nicht auf der Hellhörigkeit des Gebäudes, sondern auf rücksichtlosem Verhalten der Mitbewohner ( OLG Düsseldorf ZMR 97, 181 ) Hilft ein Gespräch nicht, kann er u.U. vor Gericht klagen oder eine "Einstweilige Verfügung" beantragen. Gemäß §§ 906, 1004 BGB kann ein Unterlassungsanspruch entstehen.

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wegen Ruhestörung wird eine Anzeige ins Leere laufen.

Aber wenn das alle betrifft, könntet ihr Mieter euch zusammenschließen und vom Vermieter eine Verbessrung des Schallschutzes fordern.

Wenn der Vermieter nicht zustimmt, wäre eine Mietminderung von 5 % zulässig, siehe hier:

Lärmbelästigung (Trittschallgeräusche)

LG Hannover, Urteil vom 15.04.1994 - 9 S 211/93, WM 1994, S. 463 (Trittschallgeräusche in einem Altbau).

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