Schulangst bei Kind?

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5 Antworten

Dass die Eltern in einer mit der Pubertät ohnehin schwierigen Phase nicht unbedingt die richtigen Begleiter sind, ist Dir vermutlich genauso klar wie die anderen Gründe für die Einzigartigkeit Deiner Tochter. Was ist das übrigens für eine komische Wortschöpfung "Repretantin"? Sie ist also hängengeblieben, so what... Einfach einmal nachsprechen, sagte der provokante Familientherapeut.

Dass eine Hochbegabung und schulischer Erfolg selten Hand in Hand gehen, ist genauso Binsenweisheit wie die psychischen Auswirkungen einer Hochbegabung, über die es Forschung und Literatur ohne Ende gibt. Das Schulsystem ist an einem fiktiven, stromlinienförmigen Durchschnitt orientiert, nicht selten werden solche Kids durchgereicht bis in Förderschulen, v.a. wenn den Eltern die materielle Basis fehlt, um nachzujustieren.

Ich bin unter ähnlichen Rahmenbedingungen durch meine Pubertät getaumelt, habe erst durch einen ähnlich "schrägen" Lehrer meinen Wert erkannt und mein Anderssein akzeptiert. Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass ich mit 15 ein 2.Mal die Klasse von Leuten hätte durchlaufen müssen, die ihren Hintern im Dunkeln nicht finden, hast Du hier ungefähr die Haltung, die Deine Tochter unterschwellig vor allem gegenüber ihrem schulischen Umfeld hat und die aber gleichzeitg versucht, ihrer Hochbegabung und der Erwartungshaltung der Eltern gerecht zu werden. Dass sich hier "nur" depressive Episoden zeigen, ist schon wieder fast verwunderlich.

Entscheidend für Deine Tochter in dieser Phase wird sein, sie neugierig zu machen. Klassische tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie dürften wenig bringen. Hier würde ich systemische Ansätze empfehlen, die Familienarbeit einbeziehen und auch ein wenig nach dem Prinzip arbeiten: "jede Medaille hat 3 Seiten" und "Therapie ohne Humor ist wie OP ohne Anästhesie". Und ohne familientherapeutische Beratung würde ich dafür plädieren, dass Deine Tochter eine Auszeit nimmt, sie wird unter den Rahmenbedingungen die Klasse auch im 2. Anlauf nicht schaffen. Falls aktuell die Schulangst übermächtig ist, sprich mit Deiner Tochter und mache ihr das Angebot. Die Gegenleistung wäre das Testen einiger Therapeut(-inn)en. Vielleicht kommt ja auch ein Klinikaufenthalt infrage, wenn sie wieder etwas Vertrauen gefasst hat.

Leider ist systemische Therapie zu einer Modeerscheinung geworden, die Zahnarztfrauen mit 2 Wochenendaufstellungen à la Hellinger zu systemischen Familientherapeutinnen macht. Daher empfehle ich die systemische Gesellschaft, die einen einigermaßen entwickelten Standard zertifiziert.

http://systemische-gesellschaft.de/systemischer-ansatz/arbeitsbereiche/syst-kinder-u-jugendl-therapie/

Hier könnt Ihr auch nach systemischen Kinder- und Jugendtherapeuten suchen. Private KV übernehmen die Kosten uneingeschränkt. Für gesetzlich Versicherte gibt es die Möglichkeit einer Therapie im Kostenerstattungsverfahren.



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Das ist durchaus normal . Auch Underarchiver gibt es , die eine Hochbegabung haben , aber noch nicht diagnostiziert sind . Und diese haben ähnliche Probleme . 

Ich wurde zwar nicht hochbegabt diagnostiziert und ich bin auch der Meinung , dass mir die Diagnose nicht im geringsten weiterhilft ( ich bin 14 m. ) . 

Ich kann diese Einstellung aber sehr gut nachvollziehen , mir geht es genauso . Ich komme auch immer so nach Hause und erzähle genauso von der Schule . Ich melde mich auch nicht mehr im Unterricht bei Fächern und meine Leistungen sinken auch , obwohl ich das Thema voll  verstanden habe . Ich bringe mir beispielsweise höhere Mathematik selbst bei und in der Schule kack ich bei den einfachsten Sachen ab . Nicht , weil ich es nicht verstanden habe , sondern weil ich zu verwirrt bin und auch allgemein Probleme habe . Der Grund ist dafür einmal , die Pubertät ( ist es eigentlich immer ^^ , die Sache aber ernst nehmen ) und bei mir ist es das de-interesse . Ich zeigte anfangs sehr große Motivation für die Schule , ich hatte richtig Bock darauf . Aber jetzt ist die Motivation weg und alles läuft so den Bach runter . Sie hat vielleicht Wünsche , aber sie traut sich diese nicht zu äußern , so ist es bei mir . Ich verspüre den Wunsch , Gleichgesinnte zu treffen und in meiner Klasse laufen nur Schnösel und die typischen pubertierende rum . Ich finde keine Kontakte , aufgrund von zu hohen Erwartungen . Stuft sie bitte nicht runter , es kann sein das sie in ihren Fächern , wo sie begabt ist z.B Sprachen . Nur unterfordert ist und sie sich im Unterricht langweilt . Angeblich soll das bei denen so sein, dass diese schlechte Noten schreiben , weil sie unterfordert sind . 

Einer sollte ihr sagen , dass sie euch auch eine Email schreiben kann . Das sagte mein Vater auch zu mir und das fällt mir wesentlich leichter ... Öfters fragen ob alles in Ordnung ist und ihr klar machen , dass ihr sie verstehen könnt . Es harkt auch immer bei den Denken "Die anderen verstehen mich vielleicht nicht." .

Viel Erfolg und liebe Grüße :-) 

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Kommentar von teichfrost12345
24.11.2015, 17:07

Wow,

Vielen lieben Dank!

Besonders solche Antworten weiß ich mehr als zu schätzen! Du hast mir bezüglich des Verstehen ihres Denkens sehr weitergeholfen! Wir werden sie definitiv nicht herunterstufen.

Vielleicht solltest du ebenfalls einen Intelligenz-Test machen.

Jedenfalls warst du eine große Hilfe und dir ebenfalls viel Glück!

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Für mich hört sich der Fall ihrer Tochter sehr stark nach einer sozialen Phobie an, genau kann ich das mit Hilfe ihrer Beschreibung aber nicht beurteilen.

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Kommentar von teichfrost12345
24.11.2015, 17:14

Danke sehr!

Daran habe ich auch schon einen Gedanken gefasst. Früher war sie eigentlich die Offenheit für Erfahrungen in Person, das hat aber seit ihrem ersten Mobbing-Fall in der Grundschule sehr abgenommen.

Sie hat sich eigentlich schon immer etwas distanzierter Verhalten, was Personen betrifft. Sie ist zum Beispiel auch äußerst selbstkritisch, perfektionistisch und sehr wechselmütig ,wenn etwas nicht sofort funktioniert. Ich habe das Gefühl, dass sie sich manchmal selbst überfordert. Vor allem hinterfragt sie sämtliche Autoritäten und Thesen...

Vielen Dank!

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Kommentar von Naajed
24.11.2015, 17:18

Wie ich geschrieben habe , habe ich ähnliche Probleme und ich hatte eine stark ausgeprägte Sozialphobie , weil ich gemobbt wurde . Man weiß das seine Angst total irrational ist , aber man kommt da alleine nicht weg . Ich hatte nie eine Therapie geschweige denn wurde mit mir darüber gesprochen , sie ist leider immer noch da und es ist nicht gut . Aber eine Sozialphobie könnte die Probleme teilweise erklären ..

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Kommentar von Theresa1804
24.11.2015, 17:55

Oftmals ist auch Mobbing die Ursache für eine soziale Phobie und übermäßig starke Selbstkritik auch ein typisches Merkmal, da Betroffene vor allem Angst davor haben, von anderen für ihre Fehler verurteilt zu werden; dabei sind sie mit sich selbst wesentlich kritischer als andere mit ihnen, was ihnen in den meisten Fällen allerdings auch vollkommen bewusst ist. Die Angststörung würde auch die Erschöpfung ihrer Tochter nach der Schule erklären. Man bedenke, dass Betroffene den ganzen Tag der Angst- und Stresssituation ausgesetzt sind, was für sie eine unglaublich große Belastung dargestellt. Dadurch ist es auch nur noch schwer möglich, sich im Unterricht ausreichend zu konzentrieren.

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Meine Hochintelligenz (135) hat mir leider auch gar nichts gebracht. Ich bin fast 19, weiß bis heute nicht, wie man etwas gezielt lernt, habe Mathe nie verstanden, habe eine Konzentrationsschwäche und die Schule nach der 12. Klasse abgebrochen.

Ich habe soziale Ängste und finde mich sehr in deiner Beschreibung deiner Tochter wieder. Ich denke, eine Therapie (damit meine ich nicht alle 2-4 Wochen bei einem Medikamente um sich werfenden Psychiater) würde ihr eventuell wieder ein bisschen Selbstsicherheit geben. Das war z.B. bei mir ein Grund, warum ich mich nicht mehr gemeldet habe.

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Kommentar von Naajed
24.11.2015, 17:30

Das tut mir sehr leid für Dich . Das ist leider ein typischer Fall wenn Hochbegabte nicht gefördert werden . Ich befinde mich im Moment ebenfalls in einer solchen Situation und gehe in die Achte Klasse . Was sollte man am besten tun ? Kontakt mit den Eltern ??

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Kommentar von Zwergio
24.11.2015, 18:25

ich habe meinen Kontakt mit meiner Mutter mit 16 aufgegeben... lass dich fördern, setz dir wirkliche Ziele (keine unrealistischen) und informiere dich mal bei deinen Lehrern. ;) ich war auf einem Gymnasium und bin in einer 29-köpfigen Klasse untergegangen.

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Naja also meistens wird man in solchen fällen ich sage es mal dämlich ,,uncool´´ vielleicht hat sie angst davor das sie dann viele als streber der Klasse sehen der meistens sehr ausgeschlossen wird. Deshalb stellt sie sich vielleicht schlecht. Ein anderer GRund könnte allerdings auch sein das sie gemobbt wird und deshalb so bedrückt und anders ist. Ich würde einfach mal mit ihr Reden und sie darum bitten ehrlich zu sein.

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Kommentar von Naajed
24.11.2015, 17:02

Ich weiß nicht so genau , ich glaube Hochbegabte grenzen sich mehr absichtlich von ihrer Umwelt ab ?! 

Aber das mit dem Mobbing könnte vielleicht sein , dass würde auch den Leistungsabstieg erklären .

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