Schröder eine Katastrophe?

12 Antworten

Kann man so sehen. Wenn man es nüchtern betrachtet: was hat Kohl den hinterlassenen? Schulden, Arbeitslosigkeit und Frust im Osten (blühende Landschaften...? Wo?) Ehrlichkeit wäre angebrachter gewesen. Die CDU war am Ende, Kohl "Amtsmüde", weshalb auch fast kein CDU-Wahlkampf stattfand - Mut zu Veränderungen hatten Sie keinen und Ideen noch weniger. Erinnert mich ein wenig an aktuelle Kanzlerschaft.. Und immerhin hatte Schröder die "Eier", dem Ami zu sagen, dass kein Deutscher Soldat im Irak mit mischt... Mittlerweile verteidigen wir die Freiheit ja am Hindukush und sonst wo- und schlachten hier Panzer, Hubschrauver... aus, um die im Einsatz am laufen zu halten.

Schröder hat übrigens zwar Hartz IV eingeführt, aber das ging nur mit Oposition. Und rate mal, wer dafür sorgte, dass so "brutal" die Vermögenswerte, die frei bleiben, beschnitten wurden? RICHTIG - Das war der Preis der CDU und FDP für die Zustimmung. Kaum gabs den Machtwechsel, wurden die Vermögensgrenzen angehoben... Ein Schelm, wer Böses denkt... Das wir die Wirtschaftskriese so gut 2009/2010 so gut überstanden, fusst letztlich auf diese Änderungen. Ein Freund von Hartz IV in der Form bin ich nicht - zu viel fordern und zu wenig fördern und zuviel "Enteignung" sowie zu viel Willkür - weshalb auch so viele Gerichtsverfahren sowie Sanktionen...

Sein Kabinet hat nur Unglück,Pech gebracht:

Das sehe ich nicht so.

Hartz4,Leiharbeit

Die Agenda 2010 war sicher schmerzhaft und enthielt einige Ungerechtigkeiten, die so nicht sein mussten. Tatsache war aber auch, dass der Staatshaushalt konsolidiert werden musste. Für das Problem ist aber in größerem Maße Schröders Vorgänger Kohl verantwortlich gewesen als Schröder.

Da war die übers Knie gebrochene Wiedervereinigung, die massiv Geld kostete. Dann kam da ein in Teilen fragwürdiger Umgang mit der alten DDR-Wirtschaft oben drauf, der ad hoc die Problematik der Massenarbeitslosigkeit im Osten auf die Spitze trieb, die so möglicherweise auch nicht unbedingt hätte sein müssen. Oben drauf kam noch die durch den zusammenbruch der Sowjetunion völlig anachronistische Beibehaltung der Wehrpflicht ober Jahre, die auch ein massiver Kostenfaktor war. Das alles belastete die Staatsfinanzen sehr, als Schröder das Ruder übernahm und der versuchte halt damit umzugehen. Nicht immer glücklich, aber man muss auch nicht so tun, als wären diese Einschnitte eine reine Laune Schröders gewesen.

Afghanistan Einsatz

Sehe ich nicht unbedingt so. Unter dem unmittelbaren Eindruck des 11. September 2001 und der allgemeinen Anerkennung des NATO-Bündnisfalls konnte man das seinerzeit für berechtigt halten.

Da wird man etwas zwischen damals und heute unterscheiden müssen. Wenn eine terroristische Organisation in der Lage ist in New York und Washington über 3.000 Menschen umzubringen, ist sie international eine Gefahr und es ist im Interesse aller, dass die aufgehalten wird. Verglichen damit, ist was heute IS ist, eine harmlose Angelegenheit, weil ein weitgehend regionales Phänomen.

Kosovo Einsatz,

Halte ich nicht für ein unglück, weil, was in Europa geschieht uns angeht. Nicht nur abstrakt, sondern auch direkt, immerhin hat Deutschland damals einen Großteil der Flüchtlinge der Jugoslawienkriege aufgenommen. Das die Verhältnisse im Balkan in Ordnung kommen, damit Europa nicht als Grundhypothek einen Krisenherd direkt vor der eigenen Haustüre hat, war schon außenpolitisch richtiges Kalkül.

Nordstream

War unter außenpolitischen Gesichtspunkten die völlig richtige Entscheidung.

Die heutigen konfliktfelder in Georgien und der Ukraine spielte noch keine Rolle und man bemühte sich um gute Beziehungen zu Russland. Was sprach also dagegen?

Senkung der Abgaben für die Reichen.

In diesem Punkt Zustimmung.

Fazit: Schröders Politik war innenpolitisch schmerzhaft, vollzog aber im Grunde nur nach, was seit 1990 in irgendeiner Form fällig war und worum sich Kohl seinerzeit gedrückt hatte, war von dem her in jedem Fall mal verantwortlicher, als sein Vorgänger. Hätte der sich rechtzeitig um die Sanierung der Staatsfinanzen bemüht und wäre mit der Konkursmasse der Ex-DDR etwas schohnender umgegangen, wäre dem gesamtdeutschen Bürger da vielleicht das eine oder andere erspart geblieben, was dann unter Schröder kam.

Außenpolitisch halte ich Herrn Schröder für ein weit kleineres Problem, als seine Nachfolgerin, die ihrerzeit für eine aktive Mitwirkung am Irak-Krieg warb, und im Hinblick auf die Ukraine der NATO-Beitritts-Perspektive zustimmte, wogegen sich Schröder immer gesträubt hatte. Das mag sehr dazu beigetragen haben die Lage um die Ukraine in 2013 und 2014 zu eskalieren.

In Sachen Flüchtlingskrise machte man auch keine gute Figur, weil man versäumte rechtzeitig die Mittel für die lokalen Flüchtlingscamps in Nahost aufzustocken, obwohl man auf die Problematik, dass diese als allen Näthen platzten mehrfach hingewiesen worden war.

Verglichen mit seinem unmittelbaren Vorgänger und seiner Nachfolgerin sehe ich Herrn Schröder durchaus nicht, als besondere Katastrophe an.

Du bekommst von mir tatsächlich nahezu volle Zustimmung. Dennoch ist es nie gelungen diese Politik als, drücken wir es vorsichtig aus, sozialdemokratische Realpolitik zu verkaufen. Und dies hat die SPD nachhaltig geschädigt. Schröder hat ähnlich wie damals Schmidt die innerparteiliche Opposition an die Wand gedrückt und seine Vorstellungen gnadenlos durch gezogen, zur Not halt mit Hilfe des politischen Gegners. Von den Folgen hat sich die SPD bisher nicht erholt :-(.

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@DerRoll

Das sich die SPD davon nicht erholt hat, sehe ich allerdings eher als ein Versäumnis seiner Nachfoger an.

2009-2013 wurden von der schwarz-gelben bundesregierung aberwitzige Milliardenbeträge rausgehauen um Banken zu retten.

Bei der Wahl 2013 fliegt die FDP krachend aus dem bundestag, rot-rot-grün hätte eine Mehrheit gehabt und damit eine Handhabe vor dieser Szenerie die Agenda 2010 zu korrigeren und die Banken an die Kandarre zu nehmen. Was aber passierte?

Die damaligen Vorturner Steinmeier und Gabriel stellten sich noch am Wahlabend vor die kameras und gaben zu Protokoll, dass mit der Linkspartei nicht einmal mehr verhandelt würde und man als Juniorpartner der Union regieren wolle.

DAS hat der Sozialdemokratie wesentlich mehr geschadet, als Schröders Reformen. Das war ja nichts anderes, als der öffentlich eingeräumte Verzicht auf eine eigene Politik. Wenn jemand eine Regierung überhaupt nicht mehr anführen will um etwas zu ändern, warum sollte man ihn dann wählen?

Bei Schulz dann ganz das Gleiche. Machte einen Wahlkampf, der sich eher wie eine zustimmungsorgie zu Frau Merkels Politik anhörte. Was bitte soll das? Da kann ich niemandem verdenken, dass er die SPD nicht mehr wählt, wenn er genau weiß, dass er CDU-Politik bekommt, wenn er es doch tut.

Da kann man, wenn man die will, auch gleich das Orriginal wählen. Hoffentlich kapiert man das in der SPD endlich mal.

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@Regenschirm235

Ok, da kann ich dir als eingefleischter Linkssozialdemokrat natürlich nur zustimmen :-).

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Das mit der Nordstreampipeline sehe ich anders. Schröder hat die Entspannungspolitik mit Russland nach dem Abgang von Jelzin fortgeführt. Die Jahre von 1998-2005 waren die wohl glücklichsten Jahre in der deutsch-russischen Beziehung.

Aber alles andere war in der Tat eine Katastrophe. Die Abwahl von Schröder kam jedoch genauso schnell. Mit dem Abgang von Lafontaine und seinen Bemühungen die PDS mit den abtrünnigen Sozialdemokraten der WASG zur Linkspartei zu fusionieren, hat er Schröder den entscheidenden Prozentpunkt am Wahlabend 2005 genommen und eine Schadensbegrenzung gezogen.

Er war ja gezwungen Harz 4 durchzusetzen da er unter Druck der Wirtschaft stand.

Hohe Erwerbslosenzahlen ca. 6 Millionen und die enorm hohen Kosten der Wiedervereinigung.Hohe Staatsverschuldung und einen defizitären Staatshaushalt. Das waren die Erbschaften der Kohlregierung. Soziale Kürzungen in vielen Bereichen konnten der Wirtschaft entgegenkommen die dann bereit war Arbeitsstellen zu schaffen. Das hat Alles hat der SPD so dermaßen geschädigt das sie viele Jahre braucht um sich bei den Wähler wieder zu bewähren. Kosovo und Afghanistan Einsatz

Den Wusch der Amerikaner kam man entgegen (Afghanistan). Nord stream gefällt hauptsächlich der Trump Regierung nicht da wir ihr Gas (Flüssiggas) kaufen sollen

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Klar stehen Lakaien und Komplizen in einem, stets unter dem Druck der Wirtschaft, also dem Kapital und seinen Kapitalisten, das ist wohl wahr.

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Die Zeit in der er Kanzler war, hat tiefe Narben hinterlassen. Besonders die Armen im Volk, leiden noch jetzt unter seiner Harz 4 Politik.

Die Bahn hat er zusammen mit Mehdorn, Börsenfähig gemacht. Dh er hat alles verkauft was kein Geld bringt. Also unser öffentliches Verkehrsnetz. Darunter 1/4 aller weichen was uns jetzt so massive Verspätungen bringt.

Kapitalist eben.

Und die Post wurde zum Leidwesen vieler Menschen privatisiert.

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