Schriftliches vorverfahren Klageschrift?

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3 Antworten

Ich würde direkt zur Polizei gehen und alle drei Beteiligten (die Mitarbeiter von IKEA, Inkasso und Kanzlei) wegen (gewerblichen) Betrugs und Prozessbetrugs anzeigen. Schau mal auf deren Homepage. Unter "Unser Service". Drucke dir das mal aus. Und dann ab zum Anwalt damit. Restliche Punkte habe ich dir per PM geschickt.

Das Inkasso spielt sich als Spezialist für EC-Rücklastschriften auf und wirbt damit, dass man dem Unternehmen ja einen großen Personalaufwand sparen würde, indem man bei der Bank die Adresse herausfindet und dann eine Mahnung schreibt. Weiter unten sogar noch mit dem Argument, es sei kostenlos oder "kalkulierbar" (offenbar ein Flat-Rate-Angebot).

In der Klageschrift aber tun sie absichtlich und vorsätzlich so, als würden sie nicht nur rein kaufmännische Dienstleistungen erbringen, sondern noch viel mehr. Tatsächlich aber erbringt das Inkasso nur rein kaufmännische Dienstleistungen und wirbt sogar damit, den normalerweise der Gläubigerin zufallenden Personalaufwand zu erbringen bzw. durch Outsourcing zu minimieren.

Im Übrigen haben sie in der Klageschrift bereits geschrieben, dass du die Forderung zurückgewiesen hast. Warum sie dennoch den nicht erfolgversprechenden gerichtlichen Mahnbescheid beantragt haben, ist ein Rätsel. Auf jeden Fall war das absoluter Unfug.

Im übrigen würde ich auch die Begründung der "Bearbeitungsgebühr" Betrug anzeigen. Bei der weltweit tätigen Gläubigerin ist es absurd anzunehmen, dass grundsätzlich jede Buchung manuell erfolgt. Die Begründung der Bearbeitungsgebühr ist frei erfunden und hält einer genauen Überprüfung nicht stand.

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Kommentar von Eisfuchs0
23.11.2015, 23:30

Ein sehr guter Kommentar.

Im vorherigen Thread war noch nicht erwähnt, dass kein gerichtlicher Mahnbescheid beantragt wurde. Unter diesen Umständen (Betrugsfirma, kein beantragter Mahnbescheid) würde ich meine Zahlbelege zusammenhalten, eine Aufstellung der von dir bezahlten Hauptforderung und Mahngebühren durch Kopien belegt ans Gericht schicken und dem Gericht mitteilen, das du die Forderung weiterhin zurückweisst. Auch würde ich darauf hinweisen, dass du die Hauptforderung von IKEA und angemessene Mahngebühren schon bezahlt hast. Die Anzeige bei der Polizei würde ich auch machen, das kann im Verfahren helfen, falls die Inkassofirma die Forderung nicht fallen lässt. Und es hilft anderen, die in Zukunft von solchen Firmen belästigt werden und betrogen werden sollen. 

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Ist die erst zweite mir bekannte Klageschrift expl wg Inkassogebühren

Wie @Geheim geschrieben hat muss Ikea begründen warum die umgehende einschaltung eines Inkassobüros auch im Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht zweckdienlich war

Auch wenn man bei einer geplatzten Lastschrift automatisch im Verzug ist kann man von einem geschäftserfahrenen Unternehmen wie Ikea erwarten das der Schuldner zumindest einmal über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt wird bevor kostenverursachende Beitreibungsmaßnahmen eingeleitet werden

Hier sollte man bei der Klagebegründung ansetzen

Ich würde jetzt die Verteidungsbereitschaft schriftlich bekunden und sicherheitshalber einen RA konsultieren

"....Einmal eine Frist von zwei Wochen für die Anzeige der Verteidigungsbereitschaft, und weitere zwei Wochen für die Abgabe der Begründung. Insgesamt haben Sie somit vier Wochen Zeit, um eine Stellungnahme auf die Klageschrift abzugeben....."

http://www.kanzlei-hollweck.de/ratgeber/klageverfahren-am-amtsgericht/

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Ihr habt mir wirklich sehr geholfen allerdings rät mir mein gesamtes umfeld alles anzuerkennen um geld und nerven zu sparen. Irgendwie seh ich Es nicht ein. Hab mich auch noch nicht entschieden aber angenommen ich mach das was muss ich dann laut klageschrift bezahlen und Kommen dann noch weitere kosten auf mich zu? Wie verhalt ich mich da richtig? 

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Kommentar von Eisfuchs0
27.11.2015, 06:52

Nochmal, du hast einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommen ?

Und du hast den fristgerecht zurückgewiesen (dem Gericht geschrieben, das du die Forderung zurückweisst) ?

Wenn du beides mit ja beantworten kannst, die Hauptforderung an IKEA und angemessenene Inkassokosten an IKEA bezahlt hast hast du meiner Meinung (bin kein Rechtsanwalt) nach gute Chancen, vor Gericht im schriftlichen Verfahren erfolgreich zu sein.

Also die Hauptforderung muss bezahlt sein und pro Mahnung bis zur Zahlung der Hauptforderung von dir sollten 5 Euro pro Mahnung bezahlt werden. Falls du schon höhere Mahngebühren bezahlt hast macht das auch nichts, es geht darum angemessene Mahngebühren bezahlt zu haben. Dann hat das Verfahren nur noch die überzogenen Inkassogebühren als Streitgegenstand. Das Inkassobüro muss dann beweisen, dass ihre Kosten notwendig und angemessen waren. Woran Inkassobüros meist scheitern, wenn die Hauptforderung und 5 Euro pro schriftlicher Mahnung bezahlt worden sind.

Klar ist es besser, dass von einem kompetenten Rechtsanwalt erledigen zu lassen (Die Rechtsanwältin von gegenüber scheint mir nicht kompetent zu sein). Allerdings besteht am Amtsgericht für deinen Fall kein Anwaltszwang, du kannst also selbst deine Stellungnahme und deinen Antrag einreichen, wenn du ohne Anwalt bist.

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