Schreiben lernen nach gehör, was haltet Ihr davon bzw welche erfahrungen habt Ihr gemacht?

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16 Antworten

Ich finds auch nicht gut. Ok wie jemand schon schrieb die Kinder bekommen Freude am schreiben wenn nicht ständig jemand sagt dies ist falch ond jene wir aber so geschrieben. Aber die Kehrseite davon ist wer zum Beipiel so lange - und für Kinder sind eineinhalb Jahre lange ständig Kompjuter schreibt wird sich die schreibweise Computer nicht mehr so schnell richtig einprägen. Es wird sich dann vermutlich um etliche Wörter handeln die umgelernt werden müssen. Und dann verlieren die Kinder wieder den Spass daran. ich würde mein Kind korrigieren und ihm auch erlkären warum ich das anders mache als die Lehrerin. 6 jährige sind durchaus in der Lage sowas zu verstehen.

schnecke64 01.10.2010, 16:39

Geschichten vom Kompjuter gibt es mit 6 Jahren hoffentlich noch nicht so viele zu erzählen.

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Schreiben nach Gehör ist völlig ok. Man kann eigentlich nur das Notieren, was man hört (Gehörlose müssen andere Sinne nützen). Kinder sollen zuerst die Anlaute hören (Laut am Anfang des Wortes), später wird dann mit Mitte und Ende fortgesetzt. Selbstlaute werden meist besonders gut gehört. Die Mitlaute müssen gesprochen werden, wie sie im Wort klingen (also ohne Selbstlaute: h und nicht ha). H wie Hase, U wie Unterhose, T wie Tisch -> Hut. So werden dann ch, sch, st etc. als Laut mit mehreren Zeichen eingeführt. Natürlich gibt es Probleme mit v,f und auch p,b etc. Aber das ist bei jeder Methode so. Die Kinder schreiben am Anfang fast jedes Wort "neu", es prägen sich keine falschen Rechtschreibungen ein durch Wiederholung ein. -> http://www.agprim.uni-siegen.de/printbrue/akl-schriftspracherwerb.pdf

Ich bin Grundschullehrerin. Es ist so, dass die Kinder neben dem Schreiben nach Gehör auch noch einen Grundwortschatz erlernen (Lernwörter). Diesen sollten die Kinder in der Regel auch orthographisch richtig schreiben können. Du musst dir vorstellen, dass die meisten Kinder erst enmal zu jedem Buchstaben auch einen Laut zurodnen lernen, dann muss man lernen, dass diese Laute auch noch zusammengezogen werden und daraus Worte entstehen bzw. das Wort erst mal in Laute zerlegt werden muss und dann wieder der passende Buchstabe zu dem Laut gefunden werden muss. Das ist ein schwieriger Prozess. Und dann nimm mal den Buchstaben "e" genauer unter die Lupe: Da klingt das e am Anfang vom Wort anders als am Ende... Sei froh um so eine Lehrerin, die den Kindern die Zeit gibt sich entwickeln zu dürfen. Außerdem werden Kinder bis zum Schuleintritt für jeden Fortschritt gelobt (krabbeln, erstes Wort, erster Schritt...) und nun kommn die Fehler auf die sie hingewiesen werden. Auch das muss erst einmal verkraftet werden. GLG Doppelmama

Lieber Mulan, ja, ich habe durchaus Erfahrung damit, dass erst einmal nur wild drauflosgeschrieben werden darf, um die Freude am erzählen zu wecken bzw. nicht gleich am Anfang im Keim zu ersticken. Wenn ein Kleinkind anfängt, sein erstes Sätzchen zu brabbeln, würde auch kein Elternteil darauf kommen, sofort falsch zu rufen.

Die Sache mit der sogenannten neuen Methode ist nämlich gar nicht so furchtbar neu und alle, die das hier sofort kritisieren, sollten mal darüber nachdenken, was Rechtschreibung eigentlich ist: Eine Vereinbarung getroffener Regeln, die am besten fehlerlos eingehalten werden soll.

Doch wie oft wurden diese Regeln jetzt verändert und wer von uns Alten, denn wir sind doch jetzt die eigentlichen Deppen, ist sich jetzt auch noch total sicher, wie man das Wort (Blüten-)Stengel denn nun schreibt?

Ich kann dich hier nur beruhigen: Mein älterer Sohn wurde schon nach dieser Methode unterrichtet, mein jüngerer ebenfalls, und beide haben es prima überstanden. Der 1. Sohn schreibt super, weil ihm Sprache sehr liegt. Kommaregeln beherrscht er bis heute nicht, aber das ist Gleichgültigkeit. Der jüngere hat eher ein Faible für Mathe und Naturwissenschaften, aber die Rechtschreibung kann er auch recht gut. Er schreibt nur nicht so gerne Geschichten.

Beide sind Schüler im guten Durchschnittsbereich, besuchen aber immerhin das Gymnasium und sind jetzt in der Oberstufe, Klasse 10 und 12.

Die Kinder, die später Probleme mit der Rechtschreibung haben, haben sie (höchstwahrscheinlich) nicht wegen dieser neuen Methode, Schreiben vermittelt zu bekommen, sondern sie hätten diese Probleme ohnehin bekommen, nur sehr viel eher, weil sie sogenannte Legatheniker sind. Übrigens wird nicht nur in neuer Methode das Schreiben gelehrt, sondern auch das Rechnen hat sich gegenüber unseren Lektionen verändert, das werden die ,neuen' Eltern der Schüler noch mit der Zeit merken.

Liebe Eltern, packt bitte die Rechtschreibduden für Grundschulen erstmal wieder weg, weil Ihr so die Lehrer untergrabt, die mit dieser Methode nun schon seit mehr als 12 Jahren gute Erfolge erzielen.

(Und jetzt komm mir bitte keiner mit der Pisa-Studie.) So nehmt Ihr Euren Kindern wirklich die Freude am Schreiben.

Ab der 2. Klasse wird die Lehrerin, wie angekündigt mit der Rechtschreibung anfangen und Ihr habt noch genügend Zeit, dann Diktate mit Euren Kidis zu üben. Auch da gibt es neue Methoden (Mein 1. Sohn hatte eine super ausgebildete Lehrerin, die sich bis zuletzt trotz ihres Alters immer wieder weitergebildet hat.) Es gibt z.B. als Lernmethode die Dosen-Diktate,...

Als nächstes wirst du feststellen, dass die Buchstaben auch anders aussehen als zu deiner Zeit (VA = Vereinfachte Ausgangsschrift). Ebenfalls mindestens 15 Jahre alt. War schon zu der Zeit meiner Kinder ein ,alter Hut'. Es ist sicher nicht alles Gold an unseren Schulen (Über Geld für gute Noten wurde hier sehr intensiv diskutiert, schau mal unter der Rubrik: Gute Fragen, es ist zur Zeit die 2. beste) aber ich bin beruhigt, dass neue Methoden gefunden wurden, den I-Dötzen gerade den Schuleinstieg zu erleichtern. Manche Methoden wurden vllt auch aus anderen Ländern übernommen, die damit Erfolg hatten.

Übrigens, wer möchte, das sein Kind eine gute Rechtschreibung hat, der soll bitte bedenken, dass die nicht nur durch das Schreiben geschult wird, sondern vielmehr durch viel Lesen. Denn wer viele und unterschiedliche Bücher liest, dem fällt die Rechtschreibung sehr viel leichter. (Warum sagen wir bei einem falsch geschriebenen Wort oft:,, Das sieht aber seltsam aus, ist das richtig so. Mein Gefühl sagt mir, das man das eher so schreibt.'')

Bücher habe ich übrigens immer geldlich gesponsert und auch einfach mal zwischendurch geschenkt.

Und den ersten Satz den die Schüler von der Lehrerin/dem Lehrer bezüglich einer (von den Eltern) angezweifelten Forderung zu hören bekommen werden, ist dieser:,,Wer** geht zur Schule? Deine Mutter (dein Vater) oder du?''**

Ich wünsche hier allen Eltern hoffentlich fröhliche Grundschulzeit!

P.S.:

(Für die, die alles gelesen haben:)

(Blüten-) Stängel heisst es jetzt richtig, weil es von dem Wort Stange abgeleitet wird.

schnecke64 01.10.2010, 17:58

Ich habe noch etwas vergessen: Viel wichtiger als die Korrektur des Geschriebenen ist gerade am Anfang,

dass Eltern die Mitlaute nur wie Selbstlaute aussprechen, wenn sie über Buchstaben reden: Also das ist ein b (und nicht be), das ist ein sssss und nicht (es), sonst darf man sich nicht wundern, wenn die kleinen Schüler später ,EMAEMA' anstelle von ,MAMA' sagen.

Das ist die Aufgabe der Eltern, das im Alltag so zu verinnerlichen, damit helfen sie den Schülern mehr als mit aufgeschlagenen Rechtschreibduden.

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 05:59
@schnecke64

Das halte ich für völligen Quatsch! Bei uns wurden die Mitlaute ausgesprochen und ich hatte nie Probleme damit.

Bei meiner Tochter wurden die Mitlaute nicht ausgesprochen, aber da man z. B. das E am Ende eines Wortes sowieso nicht so deutlich ausspricht, machte das keinen Unterschied. Das Wort Bitte z. B. schrieb sie Bit, weil im T - auich wenn man nicht TE sagt - immer noch ein kleiner Laut mitschwingt, wie eben am Ende des Wortes Bitte.

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Es hat den Vorteil, dass die Kinder viel Freude am Schreiben bekommen und locker da ran gehen. Wichtig ist es natürlich , dass die Lehrerin später den richtigen Weg zur Vermittlung der Rechtschreibung findet. Wenn sie das nicht tut, dann kanns in die Hose gehen. Kennst Du ältere Kinder, die vorher bei dieser Lehrerin waren? Deren Eltern können Dir am Besten sagen, ob ihr Weg erfolgreich war.

schnecke64 01.10.2010, 17:51

Das ist aber nicht die Methode einer einzelnen Lehrerin sondern mittlerweile an so ziemlich allen Grundschulen gängige Praxis, die Sache mit dem Schreiben dürfen, wie es klingt.

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shoemaker 01.10.2010, 21:24
@schnecke64

Manche LehrerInnen ziehen das aber sehr kompetent durch, andere nicht. Auch bei dieser Methode gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen

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Die wenigen Worte und vor allem einfache Worte, die die Kinder in der ersten Klasse schreiben, sind durchaus i.O. nach Gehör zu schreiben, da es dabei selten besondere Rechtschreibregeln zu beachten gibt. Es kann jedoch keinesfalls falsch sein, sich als Mutti auch mit darum zu kümmern und Fehler zu berichtigen. Nur berichtigen bringt dem kleinen Engelchen jedoch nicht viel, sondern auch das erneute Abschreiben des falschen Wortes. Es ist jedoch ein äußerst umfangreiches Thema und man sollte dem zwar eine gewisse Bedeutung zumessen, aber nicht allen Wert darauf legen. Meine Tochter besucht jetzt die 5.Klasse Gym und ist keinesfalls sicher in der Rechtschreibung, aber das sind ihre Mitschüler auch nicht. Also immer langsam, die Ansprüche nicht zu hoch legen und hilfreich zur Seite stehen. LG

schnecke64 03.10.2010, 23:00

Ganz genau meine Meinung. Es ist eine Vereinbarung gewisser Regeln, die man in dem Alter nicht überbewerten darf. Die Rechtschreibung ist noch bis zur 10. Klasse und eventuell auch sogar darüber hinaus nicht in sich abgeschlossen, weil man dann immer mehr schreiben muss und auch lernt, gewisse Formen einzuhalten (z.B. in Bewerbungen, Referaten, Facharbeiten,...).

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Ich halte nicht viel davon. Meine Tochter ist jetzt in der vierten Klasse und macht noch sehr viele Rechtschreibfehler - wenn sie im nächsten Jahr in die fünfte Klasse kommt, wird sie ein Problem haben. Die ersten zwei Schuljahre wurde den Kinder gesagt: Es gibt kein Falsch, ihr könnt schreiben, wie ihr wollt. Und erst seit der 3. Klasse wird verbessert. Und das merkt man nun. Und wenn man hier bei GF öfter mal reinschaut und sich die Fragen oder auch Antworten von Teenagern ansieht und vor allem, wie sie formuliert sind (konsequente Kleinschreibung, kein Punkt, kein Komma, Fehler noch und nöcher), dann weiß man auch, was aus den eigenen Kindern mal wird, wenn das in der Schule so weiter geht mit dem "Macht-einfach-was-ihr-wollt-Hauptsache-ihr-habt-Spaß-in-der-Schule"

schnecke64 02.10.2010, 18:17

Dann hat die Lehrerin ab Mitte der 2. Klasse nicht genügend mit ihren Schülern geübt. Bei meinem Sohn wurden sogenannte Dosen-Diktate gemacht. (Alle Wörter kommen in die Dose, man sucht sich eins raus, so wird geübt ohne Reihenfolge.) Was man nicht kann, kommt wieder rein. Das kann jeder Schüler auch alleine machen. Und dann gibt es Laufdiktate. Denn Bewegung zwischen einzeln geschriebenen Wörten erhöhen die Konzentration. Man schaut sich ein Wort am Ende des Zimmers an, geht zu seinem Platz schreibt es auf, u.s.w.. Kommt auch gerade unruhigen Kindern (und Jungen) sehr entgegen.

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MerenwenMiriel 04.10.2010, 02:30
@schnecke64

Sag ich ja, es wird nicht genug geübt, sondern nur noch gesagt: Schreib, wie du willst.

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Da mach dir nicht so einen großen Kopf drüber, bist du sonst zufrieden mit der Schule? Dann vertrau doch den Lehrern einfach, das sie wissen was sie tun! So ein Schreiben lernen hätte ich mir auch mal gewünscht....und davon mal abgesehen bedeutet es doch nicht das ihr als Eltern nicht mit eurem Kind lernen sollt! Kannst du doch trotzdem tun!

Das ist so, als ob du jemanden Auto fahren lässt, wie er will, und dann erst nach mehreren Stunden die Regeln einführst... Gute Kinder lernen das ohne Probleme, andere aber haben Schwierigkeiten bis zu den weiterführenden Schulen. Idee: Die wichtigen Wörter kannst du auf ein Blatt DIN A 5 schreiben und im Kinderzimmer als "Leseproben" verteilen. So prägt man sich die Schreibweise leichter ein...

mulan72 01.10.2010, 15:14

Finde es auch überhaupt nicht gut und Logisch. Habe bis jetzt im Umfeld auch noch nichts Positives gehört. Das mit den Blättern finde ich ist eine gute Idee. Denke meine Angst beruht auch darauf das ich selber immer starke probs mit der Rechtschreibung hatte. Und hoffe das mein Kind mehr Talent hat.

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also ich kann nur aus meiner schulzeit berichten, dass unsere fehler sofort korrigiert wurden - und hab ne ganz gute rechtschreibung (das einzige, was eher meine rechtschreibung zerstört hat ist der 3- oder 4malige wechsel der rechtschreibregeln (reform und so))

ich glaub nur dass das problem darin besteht, dass es mit abwarten dann schon zu spät ist, wenn erst später korrigiert wird (wenn es damit nicht klappen sollte)

ich hoffe mal hier gibt es dann auch noch antworten von leuten, die erst nur durch hören gelernt haben damit du von denen auch noch ne meinung kriegst.

Lass dich erstmal drauf ein und erst, wenn du merkst, dass das nicht funktionieren sollte, machste was. Außerdem: Hier schreiben oft Kinder, die gleich in der 1. Klasse die Fehler ausgebessert bekamen - schau dir an, wohin das führte...

schnecke64 01.10.2010, 17:48

DH und danke für diese Erkenntnis. Ist mir auch schon aufgefallen.

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 05:43

Genau das sind die Kinder, die NICHT ausgebesser wurden! Ich wurde von Anfang an verbessert und ich - und natürlich auch meine Mitschüler - konnten schon nach einem halben Jahr lesen und schreiben, in der zweiten Klasse beherrschten wir die Rechtschreibung! Schau dir mal die Kids an, die - wie es heutzutage üblich ist - nicht verbessert werden: die kennen teilweise erst im zweiten Schuljahr alle Buchstaben und wie gesagt, schau dir hier an, wie die Jugendlichen heutzutage schreiben. Wären die verbessert worden, dann könnte man deren Fragen und Antworten hier sicher besser verstehen.

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Klingt irgendwie echt seltsam. Hast du dich mal mit den Eltern älterer Schüler unterhalten, wie das bei ihren Kindern war? Vielleicht hatten ihre Kiddies ja gar keine Probleme mit dieser Methode und sie ist gar nicht so schlecht, wie man vielleicht im ersten Moment denken möchte.

schnecke64 01.10.2010, 17:48

Die Methode ist schon alt und besser als man glaubt. Schwierige Wörter, die sich eventuell falsch einprägen könnten, schreibt man bis zur Mitte der 2. Klasse doch sowieso noch gar nicht, weil erstmal in der 1. das Alphabet drankommt, mit kleinen einfachen Sätzen beginnen kurze Geschichten...

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 05:53
@schnecke64

Bei den meisten, die hier berichten und die nichts davon halten, hat das nichts mit "Glauben" zu tun, sondern mit Erfahrungen.

Die Methode hört sich ja supertoll an: Kinder sollen Spaß haben am Lesen und Schreiben und dürfen deshalb schreiben, wie sie wollen. Leider macht auf diese Art das Lesen und Schreiben nur in der Grundschule Spaß, denn spätestens auf der weiterführenden Schule wird es dann umso frustrierender, wenn es nur noch schlechte Noten im Diktat hagelt. Und auch, wenn die Kids dann hier bei GF z. B. etwas schreiben und als Antworten kommen nur Hinweise, dass doch mal die Rechtschreibung geübt werden solle, damit man den Text auch verteht, dann wird den Kindern spätestens klar, dass der Spaß am Schreiben endgültig vorbei ist. Würden sie von Anfang an verbessert werden, hätten sie vielleicht in der Schule nicht so super viel Spaß (ist aber ja auch kein Freizeitpark), aber dafür später mehr davon.

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schnecke64 02.10.2010, 18:23
@MerenwenMiriel

Hier schreiben aber auch Erwachsene User und die haben die Rechtschreibung anscheinend noch nach der alten Methode gelehrt bekommen. Sieht aber auch nicht unbedingt besser aus. Es gibt hier welche, die schreiben z.B. ...,er hatt ...'' und das wiederholt. Erst denke ich dann an Flüchtigkeitsfehler, aber bei der 6. Wiederholung kann das ja nur bedeuten, dass derjenige glaubt, dass ,hat' wirklich mit 2 t geschrieben wird, und ich schaue dann immer, wie alt diejenigen sind, na ja...

Diktate musst du mit deiner Tochter auch üben, dass kann ein Grundschullehrer nicht allein leisten, aber doch bitte nicht ab der 1. Klasse. Da fängt der I-Dötz doch erst mal mit den 1.Schritten an.

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hm das kenn ich garnicht. meine kinder haben beide schreibschrift ab tag eins in der schule gelernt. es wurden regelmäßig diktate geschrieben und werden immer noch geschrieben die knallhart zensiert werden. wörter die falsch sind müssen berichtigt werden, wenn nötig muss das ganze solange abgeschrieben werden bis es sitzt. schreiben lernt man auch nach gehör und visuell.

Ich arbeite mit Kindern der 5. und 6. Klasse auf dem Gymnasium und habe selbst eine Tochter in dem Alter.

Ich habe leider hauptsächlich schlechte Erfahrungen mit dem Schreiben nach gehör gemacht, ebenso wie mit der vereinfachten Ausgangsschrift.

Meiner Meinung liegt das daran, dass die Grundschullehrer in den Klassen 3 und 4 nicht ausreichend darauf achten, dass richtig geschrieben wird, sondern immer noch zu viel unkommentiert "durchgehen" lassen.

Ausserdem bekommen wir massenweise Kinder ins Gymnasium, die ausschließlich in der vereinfachten Ausgangsschrift, nicht aber in der lateinischen Schrift schreiben können. Da diese Schrift manchmal weniger eindeutig ist als die lateinische, bekommen vor allem die Jungs, die im Durchschnitt etwas weniger auf eine schöne und saubere Schrift achten, Probleme. Beim Vokabeltest kennen sie das Wort, schreiben das "a" aber so, dass es genausogut ein "o" sein könnte - und bekommen einen Punktabzug, den sie gar nicht verstehen.

Meiner Erfahrung nach hängen die Schreibfähigkeiten der Kinder vor allem an der Qualität der Grundschule. In der Stadt, in der ich wohne, gibt es Grundschulen, die die "neuen" Konzepte (Schreiben nach Gehör, vereinfachte Ausgangsschrift, "freies" Lernen", etc.) gut umsetzen, andere eben nicht. Dann kommen die Kinder ins Gymnasium und können weder Schreiben noch (eigen-)verantwortlich lernen.

schnecke64 01.10.2010, 19:00

Oder es könnte auch ganz einfach daran liegen, dass die Kinder, die jetzt auf das Gymnasium wechseln, sich nicht mehr genügend mit der Sprache auseinandersetzen, weil sie einfach in ihrer Freizeit alles machen, ausser Lesen, so wie früher.

Meine Kinder wurden, wie weiter unten schon beschrieben, schon nach dieser Methode unterrichtet, denn sie ist in der BRD (ich weiß ja nicht, woher die/der Fragesteller kommt) durchaus keine ,neue' Methode und ich mache immer wieder die Beobachtung, dass Kinder, die viel lesen, sich eben auch viel besser in der Rechtschreibung auskennen als die, die viel zu früh und viel zu lange vor der Flimmerkiste sitzen, in der Freizeit nur noch rum-,daddeln' dürfen und am PC in schlechter Rechtschreibung chatten. Es gibt leider immer noch Schüler, die neben den Schulbüchern nur sehr wenige Bücher zu Hause stehen haben und auch keinen Bücherei-Ausweis. Aber wer liest seinen Kindern abends noch aus einem Buch Geschichten vor. Viele bekommen eine DVD oder CD in den Schlitz geschoben...

Nicht immer sind die Kollegen aus der Grundschule an allem Schuld. Es liegt an der momentanen Situation und der Gesellschaft. Wir Eltern sind gefragt, wir müssen gegensteuern!!!

Es gab hier mal ein Plakat:,,Schock deine Eltern, lies ein Buch.''

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 05:46
@schnecke64

Meine Tocher liest viel - mindestens alle zwei bis drei Tage ein Buch, manchmal aber auch mehrere Bücher an einem Tag. Und trotzdem hat sie (4. Klasse) eine schlechte Rechtschreibung, weil darauf eben nicht mehr geachtet wird in der Grundschule. Die lernen dort alles, was mehr Spaß macht - bringt sie dann aber auf der weiterführenden Schule in mehr Stress als nötig, weil sie sich dann von heute auf morgen dran gewöhnen müssen, dass Schule eben nicht nur Spaß macht!

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schnecke64 01.10.2010, 19:06

Bist du, Eva1979DL, etwa auch der Meinung, dass die Eltern mit dem ersten geschriebenen Wort den Rechtschreibduden neben das sonst leere Blatt legen sollen, entgegen dem Wunsch und der Erfahrung des Grundschullehrers? Bist du denn selbst Lehrerin? Würdest du es gutheißen, wenn jemand deine Methoden anzweifelt? Zu der VA kann ich nur sagen, dass viele (gerade ältere) Lehrer einfach auch zu bequem sind, die VA richtig lesen zu wollen. Es gibt leider immer noch zu viele verschiedene Schriften in den Grundschulen und die Kinder müssen es dann ausbaden und sollen ab der 5. Klasse am besten auch noch umlernen. Ein Skandal, sowas.

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Eva1979DL 01.10.2010, 20:36

Ja, ich bin Lehrerin. Abgesehen davon auch Mutter, Musikpädagogin und Kinder- und Jugendlichentherapeutin. Es gibt definitiv einen Unterschied im durchschnittlichen Können der Schüler aus verschiedenen Grundschulen, der lässt sich nur dann anders erklären, wenn man davon ausgeht, dass die Kinder der einen Schule alle in ihrer Freizeit lesen und vorgelesen bekommen, während die der anderen Grundschule nur fernsehen. Ich spreche da nicht von Schulen aus "Brennpunkten", sondern aus vergleichbaren Stadtteilen - davon gibt es hier durchaus genug. Niemand findet es toll, wenn seine Methoden in Frage gestellt werden, trotzdem ist es berechtigt, dies zu tu, wenn man eine andere Meinung oder Erfahrung hat. Ich finde durchaus, dass jedes Kind, dass in die 5. Klasse im Gymnasium kommt, die lateinische Schrift beherrschen sollte. Die Gründe habe ich oben schon erläutert, u.a. die bessere Lesbarkeit. Und ganz ehrlich - wenn niemand den Kindern die lateinische Schrift beibringt, sollen sie dann im Abi noch in der VA schreiben? Abgesehen davon sehe ich auch nicht, warum es einfacher sein sollte, das kleine "e" in der VA zu schreiben als in der lateinischen Schrift. Ich glaube auch, dass ein normal entwickeltes Kind im Alter von 6 Jahren nicht damit überfordert ist, Kreise in verschiedene Richtungen zu malen.

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schnecke64 01.10.2010, 22:27
@Eva1979DL

Wir können hier auch jeden Buchstaben diskutieren. Das kleine ,e' ist Käse, da stimme ich dir durchaus zu, aber was sagst du jeweils zum großen H, L, G, F, A, J, S, bist du da nicht auch der Meinung, dass gerade diese Großbuchstaben in der VA einfacher und auch viel schneller zu schreiben sind als in der Lateinischen Schrift? Ja, und natürlich schreiben sie im Abi noch weiter in der VA, wenn sie nicht sowieso zur Druckschrift übergegangen sind. Weshalb auch nicht?

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schnecke64 01.10.2010, 22:35
@Eva1979DL

Leider gehst du mit keinem Wort auf den daneben liegenden Rechtschreibduden ein. Ich bin eher dafür, den Eltern die Ängste und den dazugehörigen Kindern damit den daraus resultierenden Schuldruck zu nehmen. Ich habe in meinem 1. Beitrag, den ich drei Stunden vor deinem reingestellt habe und den du sicher noch nicht gelesen hast, durchaus empfohlen, ab der zweiten oder dritten Klasse mit den eigenen Kindern Diktate zu üben, aber eben erst einmal den Lehrern eine Chance zu geben, ihren Job zu erfüllen, ohne gleich alle Methoden prinzipiell in Frage zu stellen.

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Eva1979DL 01.10.2010, 23:38
@schnecke64

Natürlich habe ich Deine Antwort gelesen. Ausserdem gehe ich auf den "daneben liegenden Rechtschreibduden" nicht ein, weil mir diese Unterstellung echt zu blöd ist. Abgesehen davon gibt es in der vereinfachten Ausgangsschrift sicher einige Buchstaben, die leichter zu schreiben sind. Aber auch das Linienende immer in der Mitte der Zeile ist völliger Unsinn. Wie oft haben meine Schüler sich beschwert, weil irgendein Lehrer ihnen einen Fehler gegeben hat, weil zufällig über diesem komischen Endstrich ein Punkt gelandet ist, der einfach nur ein Fleck war und mehr nicht. Aber was soll ich sagen, es sieht dann aus wie ein schnuddelig geschriebenes "i". Und ein Schüler, der auch sonst schnuddelig schreibt (und das sind so viele) kann dann wohl kaum dagegenhalten, vor allem nicht in einer Fremdsprache. Ausserdem traue ich einem normal entwickelten Kind in der 1. Klasse das Schreiben eines lateinischen "H"s und aller anderen Buchstaben durchaus zu.

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 06:14
@schnecke64

Die vereinfachte Ausgangsschrift ist wirklich sehr unleserlich. Und da heutzutage auch nicht mehr auf Schönschrift Wert gelegt wird, sehen die Hefte vieler Kinder aus wie Schmierhefte.

Ich habe oft das Gefühl, so wie inwzwischen unterrichtet wird, soll es nicht den Kindern einfacher gemacht werden, sondern den Lehrern.

Meine Tochter z. B. hatte Schwierigkeiten die Schreibschrift zu lernen - aber nicht, weil sie zu dumm dafür ist oder zu unbegabt, sondern weil die Lehrerin ihr nicht helfen wollte. Die Kinder bekamen Übungshefte, mit denen sie die VA lernen sollten. Meine Tochter war auf der Seite des kleinen T angekommen und fragte mich, was das für ein Buchstabe sei. Da ich davon ausging, dass sie das in der Schule sicher erklärt bekommen hatten, sagte ich, sie solle mal überlegen. Ihre Antwort: "Eine sieben?" Ich sagte ihr dann, dass das ein kleines T sein soll und dass sie doch ihre Lehrerin noch mal fragen solle, wenn sie etwas noch nicht genau weiß, da doch Lehrer dafür da sind.

Am nächsten Tag kam sie heim und ich fragte, ob sie der Lehrerin gesagt hatte, dass sie Hilfe braucht beim Erklären der Buchstaben. Ja, hatte sie. Ich fragte, was die Lehrerin gesagt hatte. Antwort: "Sie hat mir das Heft abgenommen und gesagt, dann wäre ich wohl nicht soweit!"

Ich ging am nächsten Tag in die Schule, sicher, dass meine Tochter die Lehrerin falsch verstanden hatte. Aber Fehlanzeige, die Lehrerin bestätigte das. Ich meinte, dass sie doch den Kinder erstmal erklären, muss, was welcher Buchstabe ist, da die Buchstaben in der Schreibschrift - vor allem das T und das Z in der VA - ja ganz anders aussehen als in der Druckschrift. Die Lehrerin aber meinte, nein, das würde sie nicht machen. Die Kinder müssten das selbst wissen und solange sie das nicht von alleine wissen, seien sie noch nicht soweit, die Rechtschreibung zu lernen.

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MerenwenMiriel 02.10.2010, 06:21
@Eva1979DL

Ich muss dir Recht geben. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass zu meiner Schulzeit irgendjemand Probleme hatte, die lateinische Schrift zu lernen. Wir hatten auch trotz Verbesserungen nicht weniger Spaß am Lesen oder Schreiben - im Gegenteil, zu meiner Zeit haben die Kinder noch viel mehr gelesen als heute. (Meine Schulzeit ist übrigens nicht so lange her, wie es sich jetzt vielleicht anhört :-) )

Meine Schwester hat auch schon die VA gelernt und auch bei ihr wurde in der Grundschule schon nicht mehr so sehr auf die Rechtschreibung geachtet - und das merkt man jetzt. Und abgesehen von der Rechtschreibung fand ich es gar nicht so schlecht, auch auf die Schönschrift zu achten. Ich finde es schade, dass darauf so überhaupt gar keinen Wert mehr gelegt wird.

Als ich meiner Tochter und meiner Schwester vor kurzem zeigte, wie man in der lateinischen Schreibschrift schreibt, waren beide ziemlich neidisch, weil die so schön aussieht. Meine Tochter übt sie sogar manchmal daheim, weil sie sie schöner findet - und dann schreibt sie auch richtig ordentlich.

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Eva1979DL 02.10.2010, 08:18
@MerenwenMiriel

Die Grundschule, auf der unsere Große war, war eine echte Katastrophe. Wir Eltern sollten uns raushalten; wenn die Wochen-Pläne (ab der 3. Klasse 2-Wochen-Pläne!) nicht fertig waren, gab es nie Konsequenzen, mit dem Ergebnis, dass unsere Tochter schön alles ausgemalt hatte, was auszumalen war, aber nie gerechnet hat. Sie ist jetzt in der 6. Klasse und rechnet auf dem Niveau eines 3.-Klässlers. Nicht weil sie dumm ist, sondern weil sie es so selten geübt hat! Da sie nicht meine leibliche Tochter ist, sonder die Tochter meines Mannes, und da sie bei ihrer Mutter lebt, hatten wir da nur begrenzten Einfluss. Auf dem Gymnasium hat sie jetzt Schwierigkeiten. Von heute auf morgen ist es Pflicht, seine Hausaufgaben zu machen. Fehler werden in der Tat bewertet. In der Grundschule zählte nur der Spaß. Der Spaß am Lernen ist wichtig, keine Frage, aber unsere Tochter hatte in der Grundschule hauptsächlich gelernt, dass sie nichts tun muss, worauf sie keine Lust hat. So ist das Leben aber nicht, und jetzt bekommt sie mit dieser Taktik, die die ganze Zeit funktionierte, große Schwierigkeiten. Man kann das Schreiben nach Gehör so vermitteln, dass den Kindern klar ist, dass es eigentlich Rechtschreibregeln gibt, dass sie jetzt aber erst mal die Buchstaben etc. lernen sollen. Wenn dann später jemand wirklich darauf achtet, kann das gut funktionieren. In vielen Grundschulen ist das aber eben nicht so. Oft wird auch in der 4. Klasse noch kein großer Wert auf die Rechtschreibung gelegt. Wenn doch, wird den Kindern teilweise nicht erklärt, warum plötzlich falsch ist, was vor den Sommerferien noch richtig war. Meine 5.-Klässler antworten, wenn ich sie auf einen Schreibfehler aufmerksam mache, immer noch, das sei doch egal. Auf meine Nachfrage erfahre ich, dass sie nie einen Fehler bekommen haben wegen eines Rechtschreibfehlers. Auf dem Gymnasium ist es dann plötzlich anders. Das ist doch kein schlüssiges Konzept.

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schnecke64 02.10.2010, 18:09
@Eva1979DL

Zitat:,,....Dachte auch schon mit Ihm dann in einem Kinder Grundschul Duden (den ich mir im Sommer schon zugelegt habe falls mal bedarf ist) die Wörter suchen das er sieht wie es richtig geschrieben wird? Freue mich schön Über Eure Erfahrungsberichte Gruß und schönen Abend Mulan...''

Aber es steht doch ganz oben schon in der Frage. Und der Junge ist doch eben erst eingeschult worden. Von dir spreche ich ja überhaupt nicht, sondern von der/dem Fragesteller/in. Es ist meiner Meinung nach zu früh, den Duden zu benutzen und das ist meine Meinung und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Mir fällt hier nur auf, dass ein Lehrer es auf den anderen schieben möchte aber keiner seine Fehler bei sich sucht. Und wer unbedingt Wert auf die Lateinische Schrift legt, soll es weiter toll finden, sie wird aber nach und nach abgeschafft. Ich musste sogar noch die altdeutsche Schrift lernen, falls die Oma mal was in derselbigen schreibt. Die ist heute auch unnütz. Die VA geht einfach schneller als diese Schnörkel. Sie spart in der Oberstufe Zeit, das ist meine Erfahrung. Wenn einige Schüler von bestimmten Schulen am Ende der 4. Klasse immer noch Schwierigkeiten haben, die Rechtschreibung im Großen und Ganzen zu beherrschen, dann sollten sie vielleicht zuerst einmal auf die Realschule wechseln. Die meisten Eltern wollen das Kind auf das Gymnasium schicken, egal wie. Manche kinder sind aber, da wirst du mir als Pädagogin wohl zustimmen, sogenannte Spätzünder und brauchen einfach mehr Zeit. Unser Schulsystem in Deutschland ist durchlässig und man kann immer noch zum Gymnasium wechseln.

Und ich bleibe immer noch dabei: Wer viel liest, ist im Vorteil. Bei meinen beiden Söhnen waren immer die die besten in der Grundschule und auf dem Gymnasium, die sich in ihrer Freizeit viel mit Lesen beschäftigt haben. Und die kamen auf der höheren Schule alle durchweg von anderen Grundschulen aus ganz unterschiedlichen Stadtteilen. Aber jeder User darf ja seine Meinung haben und auch behalten dürfen.

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Eva1979DL 02.10.2010, 19:03
@schnecke64

Klar ist das Lesen gut. Aber eine ordentliche Schule ist auch gut.

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schnecke64 03.10.2010, 22:54
@Eva1979DL

Glaube ja nur nicht, dass ich dich nicht verstehen kann, wenn du sagst, dass die Grundschule, auf der deine Tochter war, sehr schlecht ist. Mir tut das immer wieder leid, wenn ich höre, was die ersten Lehrer im Leben der Kinder denen antun.

Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass einige aus falscher Motivation heraus Lehrer geworden sind. Es sollte so etwas wie einen ständigen TÜV für Lehrer geben, damit die Qualität des Unterrichts erhalten bleibt. Dass sagen zum Beispiel auch Lehrer, weil es neben kompetenten Kollegen auch immer wieder diese unbegabten gibt. Leider haben wir Eltern nur die Möglichkeit, eventuell die Schule zu wechseln. Aber das will man natürlich auch dem Kind ersparen. (Zur Zeit geht das bei uns wieder mal, dass man die Grundschule selber auswählt.)

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schnecke64 03.10.2010, 23:16
@Eva1979DL

Kurz nach der Einschulung unseres 1. Sohnes mussten wir innerhalb der Stadt umziehen, ohne etwas dafür zu können. Er durfte in der Schule bleiben, weil die 1. und 2. Klasse eine Einheit bilden. (Ich musste ihn dann halt morgens fahren.) Zu dieser Zeit musste man eigentlich noch in die Schule des Einzugsgebietes gehen.

Dann sollte mein jüngster zur Schule kommen und es passierte, was passieren musste. Die neue Schule wollte, dass mein Älterer Sohn auch dahin wechselte, weil gerade in diesem Jahrgang Schüler fehlten. Also wechselte er und das Gesicht wurde jeden Tag länger. Mein Sohn, der in den Ferien Harry-Potter Band drei durchgelesen hatte, war nun in einer anderen Schule, die ein komplett anderes System hat: So gut wie keine Bücher, morgens kamen viele zu spät, die Tür stand eine halbe Stunde lang für Nachzügler offen. Er war zuvor in einer sehr leistungstarken Klasse mit einer excellenten erfahrenen Lehrerin und war jetzt im kompletten Gegenteil gelandet. Im Einzugsgebiet in der Nähe der Uni gibt es neben Professorenkindern Schüler aus allen möglichen Ländern, daher hat diese Schule ein komplett anderes System. Es ist eben nicht leicht, mit solchen unterschiedlichen Schülern zu arbeiten. Sie leisten dort (mittlerweile nach Jahren bin ich davon sehr überzeugt) sehr gute Arbeit, aber für meinen Sohn war es zu dem Zeitpunkt Gift.

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schnecke64 03.10.2010, 23:52
@schnecke64

Er sollte den Füller wieder wegpacken (in der 3. Klasse), beim Rechnen Zehner in einer Farbe und Einer in einer anderen, beim Schreiben sollte er die Mitte des Wortes mit (wieder) dickem Bleistift schreiben, den Anfang in dieser und die Endung in jeden Farbe. Er sagte mir nur, Mama, das Geklacker der Stifte macht mich wahnsinnig. Die Hausaufgaben waren nahezu lächerlich und wären von einem 1.Klässler zu erledigen gewesen und stellten auch keine Herausforderung dar.

Was glaubst du, wie verzweifelt ich damals war, zumal mein Kleiner seine neue Schule soooo toll fand. Die haben in der 1. Woche einen Igel von vorn angemalt. Kinder, die ihn nicht gehauen haben, nannte er seine Freunde. Verstanden haben sie íhn aber teilweise gar nicht und ihre Namen kannte er auch nicht.

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schnecke64 03.10.2010, 23:52
@schnecke64

Dann habe ich mich entschieden, der Sache ein Ende zu machen, aber das war gar nicht so einfach. Ich musste mich (das war nicht ganz korrekt, aber durchaus legal) bei einer Verwandten (!! LOL, hab' den Witz jetzt auch verstanden) anmelden, um meine Kinder dort herauszubekommen. Damit brach ich jetzt natürlich meinem anderen Sohn das Herz, denn der fand seine Schule und Klasse prima. (Ihn dazulassen hätte ich aber nicht begründen können.) Jetzt bekam der in der alten Schule meines Sohnes Probleme: Denn dort hatte die neue Lehrerin ihrer Klasse in der 1. Woche gleich drei Buchstaben beigebracht, das u, m und i. (Damit konnte man das Wort Umi - aus der Umi-Fibel- schreiben.) Und mein Sohn konnte nur ein kleines a. Es war sehr schwer für ihn damals und tat mir so enendlich leid, aber war nicht mehr zu ändern. (Bei anderen Müttern aus der alten Klasse erfuhr ich, dass sie dort in der nächsten Woche den Igel von der Rückseite angemalt und das große A gelernt haben.)

So krass sind also schon in der 1. Woche die Unterschiede in den öffentlichen Schulen der gleichen Stadt. Und jeder kann sich denken, dass hier bei der anderen Art zu unterrichten andere Gründe eine Rolle spielen, als unfähige Lehrer. Wegen dieser durchgemachten Situation weiß ich natürlich auch, dass ein Schulwechsel keine einfache Entscheidung ist.

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neca86 04.10.2010, 09:42
@schnecke64

dh! ich denke auch, dass es heutzutage leider ein problem ist, dass den kindern zu viel erleichtert wird. (und dabei bin ich selber grade mal mitte zwanzig)

ich denke, es ist wirklich nicht zu viel verlangt, wenn kinder beim schreiben lernen auch beigebracht kriegen, wie sich die wörter richtig schreiben. ich bin sehr froh, dass es bei uns damals so gehandhabt wurde (und ich konnte damit auch mal die "alte" rechtschreibung, die ja auch noch vereinfacht wurde).

ich wage nicht zu bezweifeln, dass bei einer guten lehrerin und genug übung auch dieses lernen zum ziel führen kann, aber es kann eben auch viel falsch gemacht werden. dann lieber mal die "harte schule" und es kommt was dabei rum. freude am schreiben und lesen kommt mmn. auch nicht durch eine der beiden varianten sondern wie man das lernen gestaltet und die kinder an bücher und co heranführt. und ich denke, wer viel liest, lernt auch leichter schreiben - wenn das buch dann noch spannend ist und beim lesen spaß macht ist das ein wunderbares zusätzliches training.

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Also unser lehrer hat uns davon erzählt. eine verwante von ihm macht das gerade und es soll katastrophal sein. Sie hat volle punktzahl für krimasfe bekommen. Nein das soll nicht krimasse heißen. Sondern Giraffe!

schnecke64 01.10.2010, 16:41

Dann hat das Kind aber wohl eher ein Aussprache ale ein Rechtschreibproblem? Vielleicht hätte es mal zum Logopäden gemusst?

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Eva1979DL 01.10.2010, 18:24

Und wie viele Punkte gibt es für das Wort "verwante"?

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schnecke64 03.10.2010, 23:04
@Eva1979DL

Aber ist doch fast richtig geschrieben, wenn du die ,Verwandte' meinst. Es fehlt nur die Regel, wann man groß schreibt und ein kleines d fehlt. Ist in dem Fall ja auch nicht einfach zu erklären, wieso noch ein d hin muss, ist dann eben eine Lernsache.

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RoboSam 03.10.2010, 23:16
@Eva1979DL

So jetzt haben wir alle gelacht. Im Internet ist mir die Rechtschreibung egal. Ich versuche hier nur so schnell es geht dem fragenden ne Antwort zu geben. Wer Rechtschreibfehler findet darfs sie behalten.

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also ich werde meine kinder mit an den ballermann nehmen, da können sie dolle mitsingen und dann lernen die kleinen schon deutsch !

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