Schrapnell zu Flugzeugabwehr?

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6 Antworten

Nicht je vorgekommen, sondern heute noch gängige Praxis.

Gegen die hoch fliegenden Bomberverbände wurde im WK  II mit den Flakbatterien im wesentlichen eine Art Sperrfeuer geschossen.

Auf vielen Wochenschauaufnahmen -vor allem aus amerikanischen Bombern- sind die Sprengwolken der deutschen Granaten zu sehen. (Googel mal gibt davon genug auch auf Youtube)

Ziel war es dabei möglichst viel "Eisen in die Luft" zu bekommen. Je mehr Splitter in den Flugfbahnen der Bomber waren, desto grösser war die wahrscheinlichkeit von Treffern.

Dabei müssen die Splitter  als solches gar keine grossen Schäden verursachen. Gerade bei Flugzeugen haben auch kleinere Schäden eine grosse Wirkung.

Ein Loch im Rumpf des Flugzeugs ist dabei zunächst einmal gar nicht so schlimm.

  • Durchtrennt der Splitter bei seinem Einschlag aber Streuerseile,
  • durchschlägt den Kühler oder die Ölleitung eines Motors
  • trifft den Piloten
  • beschädigt das Fahrwerk
  • oder ähnliches

führt ein kleiner Splitter zu grossen Ergebnissen.

Auch heute noch wird mit (wie Du es nennst) "Schrotmunition" gearbeitet. Das Cocpit der über der Ukraine abgeschossenen Passagiermaschine von Malaysia Airlines zeigt deutliche Spuren von Splittern, die auf einen Abschuss durch eine Rakete hinweisen.

Hierbei wird die Rakete durch einen Annähreungszünder in Unmittelbarere Nähe des Ziels zur Explosion gebracht. Die vielen Splitter erledigen dann den Rest.

Sämtliche großkalibrigen Flakgeschütze des 2. Weltkrieges verschossen Schrapnellmunition.

Mit Aufschlagzündern wäre wohl kaum ein hochfliegendes Flugzeug vom Himmel geholt worden.

Gegen Tiefflieger wurden -und werden- jedoch keine Schrapnelle verwendet, sondern normale Spreng-Brandmunition. Verschossen wurde und wird diese Muni von Maschinenkanonen.

Rick, Schrapnell wird in Munition eingebaut um, so wie du es sagst, beim verlassen des Rohrs dann als "Material" weiterzufliegen, also als Schrot gegen eine Ente.  Oder die Piratenkanonen gegen Segel und Masten. Das eignet sich nicht für Flakmunition weil die Granaten auf eine hohe Reichweite konstruiert sind und erst bei einer gewissen Höhe/Entfernung explodieren sollen. Also würde das mit dem Schrapnell nicht funktionieren.

Was man bei einer (Flak)Kanone braucht ist ein Geschoss dass eine Sprengladung trägt und den Mantel der Granate  auseinander reisst wenn sie trifft oder eine bestimmte Höhe erreicht.

Jede Flak funktioniert so und die russische Flarak "Buk" .


Genau das ist das Prinzip einer Flugabwehrkanone.

Man schießt eine Granate hoch die explodiert und durch Splitterwirkung Flugzeuge beschädigt. 

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