Schränken psychische Krankheiten den Charakter eines Menschen ein oder verändern sie ihn?

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4 Antworten

Das ist eine, meiner Meinung nach, sehr gute Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man immernoch man selbst ist, man also den Charakter durchaus trotz Erkrankung wahrnimmt und dieser sich dadurch nicht verändert. Nicht umsonst wirkt sich jede Erkrankung bei jedem Menschen etwas unterschiedlich aus. Man 'ist' nicht seine Krankheit.

Allerdings würde ich einen kleinen Unterschied machen zwischen einer Erkrankung die schon im Kindesalter bestand und einer die erst im Erwachsenenalter auftrat. Denn alleine schon durch die Erfahrungen die man dort gemacht hat, bildet sich der Charakter, und der ist aus meiner Sicht nicht (viel) zu ändern, ist er einmal festgelegt.

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Kommentar von Tragosso
23.01.2016, 20:55

Kleine Ergänzung zur Hauptfrage: Meiner Meinung nach schränken die Symptome dich ein und hindern dich daran du selbst zu sein, also deinen Charakter 'auszuleben'. Ich habe zum Beispiel diverse Ängste (Panikstörung, Soziale Phobie etc.), wenn ich mal Alkohol in kleinen Mengen trinke, (Nein, nicht nachmachen, schlechtes Vorbild :P) dann merke ich wie ich ohne diese Ängste bin, denn die sind dann meistens weg. Ist natürlich eine schlechte Dauerlösung und von daher nicht umsetzbar, sollte aber auch nur ein Beispiel sein.

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Bei einer angeborenen Krankheit ist das dein Charakter. Man sollte sich nicht von diesen negativen Ausdrücken wie Krankheit , Störung usw verwirren lassen.
Wenn es eine erworbene Krankheit ist, wie zb Traumata, verändert es natürlich deine Persönlichkeit. Kannst du es jedoch durch eine Therapie bewältigen, war es in diesem Sinne nur ein (oder mehrere) Symptom.

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Kommentar von MetIHaIPiIK
23.01.2016, 20:52

Angeboren? Depressionen treten nur seltenst von Geburt an auf, auch die entwickeln sich. Ich habe die genetischen Bedingungen, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich die Krankheit erblich "erworben" habe. Das ist mit ein Grund, warum ich den Kinderwunsch, auch wenn ich Kinder mag, bewusst ablehne, und der Fakt, dass ich die Tendenz zur (Alkohol)sucht genetisch wohl auch weitergeben würde.

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Kommentar von 2951413
23.01.2016, 20:57

Ich habe nie behauptet, dass Depressionen angeboren sind. Ich wollte das nur zureichend erklären, damit verständlich ist, worauf ich hinauswill.

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Ja. 

Eingeschränkt wird er, wenn man keine Hilfe bekommt. 

Beeinflusst wird er, wenn man sich Hilfe sucht und auch selbst aus dem Teufelskreis will. 

Ich leide unter Depressionen. Habe mich aber nicht damit abgefunden. Wollte wieder ein lebenswertes Leben und nicht im Selbstmitleid versinken. Also habe ich alles Mögliche getan, um meine Einstellung - und damit auch den Charakter - zu ändern. 

Früher war ich übersensibel und habe alles schwarz gesehen. Sensibel bin ich zwar immer noch - aber nicht mehr so schlimm. Außerdem habe ich positives Denken erlernt. 

Meine Depressionen sind deshalb nicht für immer verschwunden. Sie können jederzeit wieder kommen. Aber ich weiß dann, dass sie auch wieder vergehen. 

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Kommentar von MetIHaIPiIK
24.01.2016, 15:22

Erstmal Danke für die tolle Antwort :)

Wie lange hast du gebraucht, positiver auf die Welt zu blicken? bzw: War der Weg, den du gehen musstest, um deine Umwelt positiver wahrnehmen zu können, sehr kräftezehrend? 

Ich versuche positiver auf alles zu blicken, doch dieses Denken fühlt sich momentan noch falsch an, das Mir-Selbst-Alles-Zuschreiben oder Auf-die-Krankheit-Schieben ist viel leichter.

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ja, das tuen sie vor allem den Charakter

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