Schöpfung Gottes?

28 Antworten

Hallo SlawaMcM,

Niemand hat "Angst" vor dem Kreationismus.

Man nimmt ihn aber ernst, wie man jeden bildungsfeindlichen, rein ideologisch motivierten Fundamentalismus ernst nehmen muss.

Letztendlich ist der religiöse Fundamentalismus der Kreationisten nicht weniger gefährlich für unsere freiheitliche demokratische Gesellschaftsordnung wie terroristische Vereinigungen, die sie von außen und mit Gewalt angreifen.

Der kreationistische Fundamentalismus zersetzt sie dagegen langsam von innen heraus.

Im Kreationismus geht es um Autorität. Nicht mehr, nicht weniger als archaische Autorität und Gehorsam. Und zwar Schriftgehorsam gegenüber der in keiner Silbe anzweifelbaren "heiligen Schrift". Damit geht __unvermeidbar__ einher, dass nicht mehr Grundgesetz und Menschenrechte oberste Instanz sind - sondern das jeweils gepredigte Gedankengut, das nicht hinterfragt wird.

Der Kreationismus soll also die wortwörtliche Autorität der Bibel um jeden Preis verteidigen gegen jedweden Wissensfortschritt in unserer Gesellschaft. Bildung ist der natürliche Feind derManipulierbarkeit.

Blinder Glaube macht dagegen manipulierbar. Und hat es immer getan. Genau deshalb ist der Kreationismus ein gefährlicher Rückschritt. Und sollte auch als solcher bezeichnet werden.

Toleranz bedeutet nicht, dass man auf Problematik nicht aufmerksam machen darf. Toleranz bedeutet nicht, dass man das Kind nicht beim Namen nennen darf.

Religionsfreiheit im Grundgesetz bedeutet zunächst einmal, dass niemand aufgrund seines Glaubens verfolgt werden darf. Das heißt aber nicht, dass wir als Gesellschaft nicht darüber diskutieren dürfen, dass gewisse fundamentalistische Strukturen - und der Kreationismus gehört hier zu diesen autoritären Strömungen - mit unserer rationalen aufgeklärten Gesellschaftsstruktur nicht kompatibel sind.

Wie sehr zersetzend dieses Gedankengut ist, zeigt sich doch in den letzten Wochen sehr deutlich auf gutefrage.net: Die Plattform wird seit einiger Zeit vermehrt von Fundamentalisten und ihren Fake-Fragen missbraucht; so steht in letzter Zeit zumindest bei den von den Kreationisten heimgesuchten Themen schon lange keine echte Ratsuche mehr im Vordergrund, sondern die reine Verbreitung antiwissenschaftlichen Gedankenguts. Vielleicht sollte man da allmählich die Konsequenz daraus ziehen, diese Themen auslagern und die neue Plattform dann "schlechtepredigt.net" nennen.

Ich persönlich bin hier, weil ich echte Fragen lesen und beantworten möchte. Weil ich echten Rat geben möchte und anderen mit meinem Wissen weiter helfen möchte. Und nicht, um die ganze Zeit von derartigen Fake-Fragen belästigt zu werden. Echte Fragen zur Evolution gehen hier nämlich längst unter, bzw. man steht echten Fragestellern längst vorsichtig gegenüber, weil "gebranntes Kind" eben den Ofen scheut.

Grüße

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Chapeau! Dem ist nichts hinzuzufügen!

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@MarkusPK

Es ist doch tatsächlich immer so: Sobald Ute da ist, wird alles plötzlich ganz still, und der Fragensteller verschwindet durch die Hintertür. :)

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Also ich unterhielte mich lieber mit meiner Schreibtischlampe als mit so einem!

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Tatsächlich ist es anders herum. Wenn ein wissenschaftliches Modell widerlegt wird, bedeutet das wohl kaum das Zusammenbrechen eines Weltbildes. Wenn hingegen Zweifel an der Authentizität eines religiösen Textes aufkommen, stellt das auch die darauf aufbauenden Institutionen, Gesellschaftsordnungen, Regeln, Rituale und Lebensweisen in Frage.

Deshalb geht die Leugnung der Erkenntnisse der Evolutionsbiologie immer von durch sie geängstigten religiösen Fundamentalisten aus, während sowohl Konfessionslose als auch ein großer Teil der übrigen Gläubigen keine Probleme haben, sie anzuerkennen.

In der Wissenschaft sind die Existenz der Evolution und der gemeinsamen Abstammung der Lebewesen auf der Erde sowie die Grundaussagen der Evolutionstheorie wegen der enormen Beleglast und ihres Erklärungspotentials unstrittig. Aus dem Theoriennetzwerk der Biologie ist sie daher nicht wegzudenken. "Albern" kann sie nur jemand nennen, der sich nie wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, sondern es nur aus Hörensagen kennt.

Der Kreationismus an sich ist darum weniger furchterregend als die damit einhergehende Gesinnung von Ignoranz, Wissenschaftsfeindlichkeit und rückwärtsgewandten politischen Visionen.

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Woher rührt nur der Wahn, einen theologischen Traktat (Genesis 1), naturwissenschaftlich belegen oder widerlegen zu wollen?

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Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Kreationismus. Warum auch?

Das ist alles völliger Unsinn, der nicht mit unseren Beobachtungen in der Natur in Einklang zu bringen ist.

Bei allem, was wir über die Entwicklung des Lebens wissen, hat sich nirgendwo eine Vakanz für einen Gott gezeigt.

Wer die Evolutionstheorie nicht anerkennt, hat sie nicht verstanden. Wie hast Du Dich bisher mit der Evolutionstheorie auseinander gesetzt? Was sagt Dir "kummulative Selektion" oder "Gendrift" oder Taxonomie?

Wenn Dir diese Begriffe fremd sind, hast Du überhaupt keinen Hauch einer Ahnung darüber, was die ET für Aussagen macht. Aber Du versteigst Dich dazu, sie "albern" zu nennen. Das ist ziemlich peinlich.

Wir haben keine Theorie, die besser belegt ist, als die ET. Es gibt Bibliotheken voller Bücher, die ein schlüssiges Bild darstellen. Es steht ja jedem frei, die ET zu widerlegen. Bis heute ist das keinem gelungen. Und es ist auch kaum damit zu rechnen.

Es braucht einige Jahre der intensiven Auseinandersetzung mit der ET, um die wesentlichen Zusammenhänge zu verstehen. Aber je mehr ich lerne, desto runder wird das Bild, desto schlüssiger sind die Konzepte.

Die Kreationisten speisen uns mit einem lapidaren "Gott war´s" ab, wo die Wissenschaft detaillierte Aussagen über Prozesse, Kausalitäten, Zusammenhänge macht. Das die Welt einfach so enstanden ist, ist kein schlüssiges Konzept, auch wenn der Schöpfungsmythos uns das glauben machen will.

Eine zufällige Weltwerdung wie im Schöpfungsmythos ist schlicht über alle Maßen unbefriedigend.

Also, frisch ans Werk. Lerne und verstehe, versuche die ET zu widerlegen.

Nenne mir einen Punkt daran, der für Dich albern ist. Ich werde ihn Dir widerlegen.

Woher ich das weiß:
Hobby
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Ich wäre nicht so tollkühn!

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Die Typen wollen nichts wissen, sondern glauben. Je hirnrissiger und hirnverbrannter, desto lieber.

Genesis 1 geht es um den Sabbath. Der wird in der Schöpfung verankert. Die Wahrheit ist aber bisweilen peinlich langweilig.

Einen Schöpfungsmythos, der keiner wäre, könnte man auch nicht mit der ET widerlegen.

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Hallo,

hat Gott nur uns Menschen erschaffen und uns auf die Erde geschickt, oder gibt es noch andere Lebewesen um die sich der rk Gott kümmert?

Laut Vatikan kann man an Gott sowie an Aliens glauben. Diese wären dann auch ein Geschöpf Gottes.

 http://www.spiegel.de/panorama/vatikan-katholiken-duerfen-an-ausserirdische-glauben-a-553100.html 

Stimmt das?

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Danke im Voraus.

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