Schock? Traumata? Psychologie?

8 Antworten

Das sit eine wirklich gute Frage. Es ist sehr verstädlich, dass du dir große Sorgen um deinen Mann machst, da ist ja auch ein großer Leidensdruck spürbar. Angesichts dessen, dass der Vorfall erst wenige Tage her ist, würde ich hier allerdings noch davon ausgehen, dass das Problem nicht zu groß ist. Was dein Mann da zeigt ist eine akute Belastungsreaktion auf das Ereignis, welche bei Betroffenen solcher Erfahrungen häufiger auftritt, und sich in der Regel nach einiger Zeit auch wieder gibt. Es muss also noch nicht heißen, dass er jetzt schwer Traumatisiert ist.

Dennoch scheint es deinem Mann ja überhaupt nicht gut zu gehen. Du hattest den Seelsorger schon angesprochen, vielleicht braucht es hier noch mal mehr Gespräche? Auch der Hausarzt hat vielleicht Kontakte, an die er euch weiterleiten kann, um Zeitnah ein Unterstützungsangebot zu bekommen.

Ansonsten solltest du Versuchen, mit deinem Mann so gut es geht im Kontakt zu bleiben. Auch wenn er nicht über das Geschehene reden möchte, solltest du ihm Nähe vermitteln, ihn zu aktivitäten ermuntern und ihm einfach vermitteln- er ist nicht allein, es ist jemand da.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Psychologiestudentin,Notfallsanitäterin

Danke... ja wir haben einen Termin am 10.09 bei einem Psychiater bekommen...

Alles andere setze ich bereits in die Tat um... wird aber zunehmen schwerer ihn zu animieren etwas an die Luft zu gegen etc..

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@Skondla12e

Ja, aber das ist angesichts der Umstände doch auch verständlich. er muss da echt erstmal was verarbeiten. dass du dir da sorgen machst verstehe ich, aber ich denke, solange dieser zustand nicht über 2 wochen geht, ist nicht davon auszugehen, dass da direkt eine depression vorliegt, sondern eher ne akute Belastungsreaktion

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@Skondla12e

Natürlich wünsche ich euch, dass dieser Psychiater ein guter ist, der wirklich hilfreich ist. Nach meiner Erfahrung sind Psychiater aber ganz schnell dabei, Medikamente zu verordnen. Das kann kurzfristig eine Scheinlösung sein, wird langfristig aber nicht helfen, vielleicht sogar schaden.
Deine Ausdrucksweise macht auf mich einen klaren Eindruck. Deshalb denke ich, es wäre gut, wenn du beim Gespräch im Hintergrund dabei bist und auf dein Gefühl achtest, welchen Eindruck dieser Psychiater auf dich macht. Ich meine die Art seiner Gesprächsführung, - fühlt es gut und hilfreich an? Oder ist das nur kopfiges Gerede, das nur den Verstand anspricht, innerlich aber überhaupt nichts bringt? Es gibt solche und solche Psychologen ... Alles Gute für euch!

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@Reigel

Das ist leider oft richtig. Ich würde hier erstmal von medis abraten, wie gesagt gefuehle sins keine krankheit

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Der Selbstmordversuch seines kleinen Bruders liegt noch nicht einmal eine Woche zurück, und dein Mann war aktiv an der Situation beteiligt. Du kannst und darfst nicht erwarten, dass er sofort wieder gut gelaunt ist und sich so verhält, als wäre nichts gewesen. Sei für ihn da, hör ihm zu wenn er das möchte. Aber lass ihn auch in Ruhe, wenn er das braucht, und setz ihn nicht unter Druck, dass es ihm sofort wieder besser gehen muss. Was dein Mann erlebt hat, war ziemlich traumatisierend. So etwas braucht Zeit.

Um Gottes Willen.... ein ich setze ihn weder unter Druck noch möchte ich hier einen auf heile Welt machen. Ich stehe ihm in jeder seiner Gefühlen bei Seite... egal ob er weinen, oder alleine sein möchte. Egal ob er reden oder sich ablenken möchte. Das letzte was ich tue ist auch nur im geringsten etwas von meinem Mann zu erwarten. Das sage ich ka auch... ich würde ihm so gerne helfen oder etwas von der last abnehmen... weiß aber einfach nicht wie. Natürlich bin ich immer für ihn da!

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@Skondla12e

Du kannst ihm nicht abnehmen, was er erlebt hat. Nur für ihn da zu sein und zu akzeptieren, wie er mit dieser Situation umgeht, ist das einzig Sinnvolle.

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@Skondla12e

Ich denke du solltest dir da etwas druck rausnehmen. Gefühle sind erstmal keine Krankheit. Sie gehören zum Leben. Und wer so eine traumatisierende Erfahrung gemacht hat, der darf sich erstmal niedergeschlagen, deprimiert, erdrückt fühlen. Und als Angehörige da zu sein ist gut, aber du darfst nicht von dir erwarten, dass du das groß beeinflussen kannst. Gemeinsam durchstehen ja, aber die Gefühle und das Verhalten auch akzeptieren-das darf jetzt sein, auch wenn es schwer ist, das auszuhalten

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Es ist normal, dass einen ein traumatisches Erlebnis aus der Bahn wirft. Wichtig ist, dass man langfristig richtig damit umgeht. Das heißt, man fängt nicht an, seine Gefühle mit Drogen oder anderem zu betäuben oder zu kompensieren. Man stellt sich dem.

Er sollte eine Psychotherapie anstreben. Auch wenn er vielleicht in ein paar Wochen wieder meint, geht schon, ist das langfristig gesehen dennoch sinnvoll.

Auf kurze Sicht gesehen würde ich abwarten, ihm eine Auszeit gönnen und ihn nicht unter Druck setzen. Biete ihm ruhig an, mit dir zu reden, aber dränge ihn nicht dazu. Mehr kannst du sonst nicht tun.

Dein Man hat vermutlich das, was man eine Posttraumatische Belastungsstörung nennt. Diese muss SOFORT in Angriff genommen werden. Du solltest nicht mehr warten und vor allem auch im Notfall gegen seinen Willen handeln.

Er muss sofort mit einem Psychologen sprechen, einem Therapeuten oder einem Menschen, welcher für solche Situationen ausgebildet wurde.

Bitte wende Dich an den kassenärztlichen Notdienst (Tel. 116117) und schildere dort dein Anliegen. Man wird Dir eine entsprechend ausgebildetet Fachkraft vermitteln können. Falls man dort nicht in die Gänge kommt, wende Dich an Deine zuständige Notfallleitstelle unter der Rufnummer 112. Hier hat man Zugriff auf entsprechend ausgebildete Einsatzkräfte.

Er hat aller wahrscheinlichkeit nach ein seelisches Trauma erlitten und durchlebt in diesem die Ereignisse immer und immer wieder - auch wenn er final seinen Bruder retten konnte.

Diese Effekte kennt man schon lange, und niemand ist davor gefeit - egal wie stabil er sonst ist.

Bitte handle sofort und warte nicht weiter.

Danke für die ausführliche Antwort.

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@Skondla12e

Sehr gerne! ich wünsche vor allem Deinem Mann, dass er bald aus dieser Endlosschleife herauskommt. Er hat seinen Bruder gerettet. Er ist ein HELD!!! Es gibt nicht viele Menschen auf diesem Planeten, welche das geschafft hätten.

ich war 20 jahre im Roten Kreuz aktiv. Ich weiss, wovon ich spreche und ich nehme das Wort "HELD" ganz sicher nicht leichtfertig in den Mund.

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Daraus kann sich natürlich ein Trauma entwickeln. Er sollte mit einem Psychologen reden, der das besser einschätzen kann.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Intensive Beschäftigung mit der menschlichen Psyche

Danke.. da haben wir am 10.09 einen Termin bekommen...

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