schnittmuster selbst zeichen

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Hallo, das Zeichnen von irgendwas ist nicht vom Alter abhängig sondern von den Fähigkeiten, die dafür wichtig sind. Natürlich kann man Fähigkeiten entdecken und entwickeln, wofür man Zeit braucht und somit auch davon sprechen kann, ein gewisses Alter zu erreicht haben zu müssen. Wenn du aber motiviert, interessiert bist und deine Frustratoonstoleranz recht hoch ist, kannst du anders lernen als jemand der älter ist als du und mehr Geld hat.

Ich kann dir gerne helfen, weiter zu kommen. So wie ein Fernkurs nur für dich. Wenn du interessiert bist. Meld dich!

  1. Bei Schnittmustern handelt es sich um Flächen, die Volumen "umspannen". Um etwas darüber zu lernen, fangen wir mit einer einfachen Form an.
  • Aufgabe: Konstruiere einen Rock für einen einfachen Körper. Dieser Körper ist eine Kugel. Dies ist eine Vorarbeit, um den menschlichen Köper aus Sicht des Schnittechnikers zu verstehen.
  • Nimm einen Ball, der nicht kleiner als 20cm Durchmesser ist! Stell dir vor, dass es die Erde sei. Miss die Strecke von Norpol zu Südpol. Das wird die Höhe deines Schnittes.
  • Miss den Umfang des Äquators. Das ist die Breite deinen Schnittes
  • Zeichne diese Maße auf eine Zeitung oder anderes Papier, das groß genug ist, z.B. Tapete.
  • Teile diese Strecke durch 4 und zeichne an diese Stelle eine Linie vom Nordpol bis zum Südpol. Eine Linie ist die vordere Mitte, links davon ist die linke Seitenlinie=linke Seitennaht, noch weiter links ist die hintere Mitte und wenn du die letzte unbenannte Linie benennen solltest?... rechte Seitennaht. schreb dran, wie die Linien heißen!
  • Gib zur Breite links und rechts je einen Zentimeter als Nahtzugabe /hier Klebekante dazu.
  • Miss die Strecke vom Äquator zum Nordpol und halbiere sie.
  • Schneid' den oberen Teil davon ab.

Die obere Kante deinen Schnittes ist die Tallienlinie. Der Äquator ist die Hüftlinie.

  • Kleb' die Teile an der Nahtzugabe fest, die Form ist die eines Zylinders.
  • Steck' den Ball darein, schneid' deinen Schnitt ein und zwar acht Mal (in gleichen Abständen) von der Tallienlinie bis fast zur Hüftlinie. Die Linien, die du zuvor zeichnen solltest, geben dir eine Orientierung. Das musst du auch errechnen können. (Taillienlinie durch acht teilen.)
  • Leg' die eingeschnittenen Teile auf den Ball. Du stellst fest, dass es Überschneidungen gibt. Diese Überschneidungen musst wegschneiden.
  • Wenn du nun den Schnitt komplett aufklappst (Nahtzugaben durchschneiden), stellst du fest, dass die Linien von der Tallienlinie zur Hüftlinie einen Bogen beschreiben, also nicht ganz gerade verlaufen. Das sind deine Abnäher.
  • Schneid' den Schnitt an der vorderen Mitte durch und du stellst fest, dass du zwei gleiche Hälften hast. Eine davon kannst du wegwerfen. Jetzt hast du eine Hälfte übrig. Das reicht vollkommen aus, um einen ganzen Rock zu machen, weil später einfach nur der Stoff doppelt gelegt wird, somit du dann rechts und links vom Rock zuschneidest.

Damit die Abnäher später zusammengenäht werden können, gibst du dort Nahtzugaben . Auch an der Tallienlinie kommt eine Nahtzugabe. Die zerschnittene Nahtzugabe für die Seitennaht nicht vergessen. Zur Veranschaulichung und Verdeutlicheung hab' ich dich diese vorher durchschneiden lassen.

Miss die Strecke der Tallienlinie (wennn die Abnäher geschlossen sind). Das ist die Bündchenweite. Gib das Maß für den Übertritt dazu 1,5cm, für den Untertritt (1,5cm ) und an beiden Enden die Nahtzugabe (je 1cm), fertig ist dein Bündchen.

Nun kannst du den Schnitt aus Stoff zuschneiden und nähen.

Wichtig, da der Mensch kein unbewegliches Etwas ist, wie eine Kugel muss man eine BEquemlichkeitsweite/Bewegungsweite dazugeben. Das passiert bevor die vordere/ hintere Mitte udn die Seitennähte gekennzeichnet werden. Für den Ball brauchst du das nicht zu machen. Wenn du verschiedene Bälle mit 'nem Rock versehen hast, kannst du ja mal Röcke mit Bewegungsweite machen.

Bei diesen kleinen Formen/Körpern kannst du für die Hüftlinie 1,5cm und die Tallienlinie 0,8cm wählen.

Noch fragen? Meld dich" Gruß Patpat

Für 'n richtigen Rock gibt's noch mehr zu beachten, was zur Zeit noch nicht wichtig ist

Ich weiss, es ist schon schier ewig her, dass die Frage gestellt wurde, ich möchte hier auch nur mal ganz kurz einwerfen, dass es zwei unterschiedliche Methoden gibt, um zu einem Schnittmuster zu kommen: 

Zum Einen die Abformmethode, die hier ein wenig von Patpat vorgestellt wurde. Dabei geht man vom bereits vorhandenem 3D-Objekt, bei Kleidungsschnitten also dem menschlichen Körper, aus, und nähert sich dem endgültigen Schnitt durch Abformen mittels Stoff sehr direkt und ohne mühseliges Berechnen / Zeichnen. Es ist daher eine sehr intuitive Möglichkeit, zu einem Schnitt zu kommen, setzt aber voraus, dass man direkt am Körper abformen kann, der einzukleidende Mensch also vor Ort ist, stillhält, und nicht die Geduld verliert.

Zum Anderen gibt es die technische Herangehensweise, das ist das Schnittzeichnen.

Hierfür gibt es, wie ja in der Fragestellung auch erwähnt wurde, verschiedene Bücher, die dies vermitteln können. Es ist eine sehr trockene, technische Angelegenheit, und die Bücher sind manchmal nicht leicht verständlich und leider teuer, da hier Fachwissen drin steckt.

Sich dieses selbst anzueignen, ohne jemanden zu haben, der einem das eine oder andere aus dem Buch auch mal erklärt, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Der Vorteil dieser Methode ist aber die Reproduzierbarkeit, und die Anwendbarkeit auf alle möglichen Kleidungsstücke, sobald man das zugrundeliegende Prinzip verstanden hat. Für das Anfertigen eines Schnittes benötigt man dann nur noch einige wichtige Masse des Einzukleidenden, und kann alle nur denkbaren Variationen eines Stückes auf dem Papier erschaffen, und das Papierschnittmuster dann auf den Stoff legen und zuschneiden.

Ich kenne und mag beide Methoden, denn sie bieten beide ihre Vorteile. Welche für den jeweiligen Anwender am Besten geeignet ist, kann man aber nur durch Ausprobieren herausfinden.

Wenn Du ein Kleidungsstück zerlegst, kannst Du Dir aus den Teilen ein eigenes Schnittmuster "basteln". Das geht ganz einfach.

So einfach ist es denn doch nicht Schnittmuster herzustellen. Da solltest du lieber mal auf einen Kurs bei der Volkshochschule sparen. Da kannst du dann zumindest die Grundkenntnisse erlangen.
Wäre doch eine gute Berufswahl - nur leider immer noch sehr schlecht bezahlt. Damit sich dieser Beruf rechnet, musst du bis zur Meisterin kommen.

eigentlich ist schnittmuster-zeichnen nur visuelles denken. aus welchen teilen besteht das oberteil, dieser rock? ist das ein brieter werdender stoff, ist er gerade? bsp. ärmel vom pulli: besteht aus einem teil (je nach pulli), breite des ärmels entspricht dem umfang deines armes (umfang sollte hochgerundet werden), nach unten hin enger werdend, oben (an der breitesten stelle) nicht gerade abgeschnitten, sondern als kreisausschnitt geschnitten.. usw. dann zeichnest du und überträgst auf dünnem papier deine skizzen (ich habs auf backpapier gemacht) udn dann auf stoff gelegt und ausgeschnitten. natürlich musst du deine skizzen auch beschriften.

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