Schmerzgels - nur ein Marketing-Trick?

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5 Antworten

In der Beziehung gilt wieder das alte und in sich paradoxe Sprichwort "Alle Verallgemeinerungen sind falsch".

Dein Arzt mag in deinem Fall garnicht mal so unrecht haben.

Schmerzgels und Tabletten enthalten einen Wirkstoff, der meist eine Doppelwirkung (schmerzlindernd und/oder entzündungshemmend, manchmal auch aktiv entkrampfend) wirkt, wie Diclofenac oder Ibuprofen.

Der muss den betroffenen Muskel erst mal erreichen. Das kann durch die Haut gehen oder durch die Blutbahn. Wenn du beispielsweise einen verkrampften Nacken hast, kann es sein, dass die verkrampften Muskelgruppen so tief liegen, dass der Wirkstoff, bis er durch die Haut und die obenliegenden Muskeln durchgezogen ist, schon ins Blut und alle anderen Körperteile diffundiert ist und sich fein säuberlich verteilt hat. Durch den direkteren Weg ins Blut und die höhere Konzentration wirken hier Tabletten besser.

Bei schlecht durchbluteten Körperteilen (wie z.B. bei den bereits genannten "schweren" Beinen) oder oberflächclichen verkrampften Muskeln kann die Wirkung durchaus auch bei Schmerzgel schneller eintreten als bei Tabletten.

Ich persönlich habe meist nur das Problem, dass mir mal der Rücken oder die Schulter/der Nacken wehtut, wenn ich mal falsch gelegen habe im Bett. Wenn das nach ein, zwei Tagen nicht weg ist, probier ich es meist erst mal (in der Regel erfolgreich) mit Aspirin. Die schmerzhemmende Wirkung reicht meist schon, dass man den Schmerz nicht mehr spürt, sich nicht mehr bewusst drauf konzentriert und somt die Muskeln besser wieder entspannen können. Klappt wunderbar. Dazu etwas leichten Sport mit gutem ausführlichen Dehnprogramm. Wenn das nach drei, vier Tagen keine Besserung gebracht hat (bei mir eher unwahrscheinlich) ist vielleicht doch mal ein Arztbesuch angesagt, der kann dann auch zu anderen Mitteln greifen als nur Schmerzstillern, Mittel die auch aktiv muskelentspannend (Relaxate) wirken können, die aber aus gutem Grund verschreibungspflichtig sind.

Das gute alte Voltaren nehme ich meist noch unterstützend dazu an der betroffenen Stelle.

Es widerspricht meiner Erfahrung. Ich nehme Diclofenac Tabletten (Wirkstoff ist im Körper) und ggf. auch die Salbe. Bei Anwendung der Salbe habe ich nach einer halben Stunde eine regionale Verbesserung der Beschwerden.

Erstaunliche Aussage deines Arztes, die einer widerspricht, die ich gehört habe.

Es gibt Leute, die leiden unter "schwere Beine", sprich die Funktion der Venen ist nicht mehr einwandfrei. Dafür gibt es diverse Salben, auch in der Drogerie. Nur diese Salben dringen nur wenige Millimeter vor und gar nicht so tief, um an die Venen zu kommen.

Heißt also auch, diese Salben können gar nicht bis zum Blut vordringen. Warum also sollte nun ausgerechnet Salben mit Diclofenac so weit eindringen. Der Schmerz ist oberflächig und dahin dringt der Wirkstoff vor.

Hallo noch mal und Danke für eure mitunter sehr ausführlichen Antworten.

@Botulinumtoxin: Darum ging es bei meiner Frage nicht.

@volker79: Dir hat vrmtl. die Info gefehlt, dass es sich hierbei um die Achillessehne handelt, die im Grunde direkt unter der Haut liegt. Dennoch war mein Arzt der Meinung, Salben bzw. Wirkstoff-Pflaster wären Quatsch. Das hat mich nicht nur wegen meiner positiven Erfahrungen damit gewundert, sondern auch, weil Osmose bei uns schon in der Schule in Bio Unterrichtsstoff war. Und im Grunde passiert ja bei Salben, die man einmassiert, nichts anderes, als dass der Wirkstoff auf diese Weise nach und nach durch die Zellwände dorthin gelangt, wo er hin soll. Und ein vorheriges "Verschleppen" durch Kapillargefäße in die Blutbahn, bevor der Wirkstoff sein Ziel erreicht, dürfte bei der Achillessehne ja wohl eher unwahrscheinlich sein. Dazu kommt der Bonus einer geförderten Durchblutung und somit auch Heilung durch die "Massage" des Gewebes beim Einreiben. Der nackten Logik folgend dürften solche Salben also ne pure Win-Win Sache sein. Wieso behauptet ein studierter, promovierter Mensch nur etwas anderes? :/ Gut, dazu muss auch gesagt werden, dass er kein Orthopäde ist. Aber er hat stets einen unglaublich Kompetenten Eindruck gemacht... :/

@Ursusmaritimus: dito.

@Jewi14: Um in die Blutbahn zu geraten muss etwas nicht erst bis zu irgendwelchen Venen vordringen. Die Haut ist, wie so ziemlich alles andere, durchsetzt von winzigen Blutgefäßen (Kapillare). Das ist auch der Grund dafür, dass du dir nicht erst die Pulsadern aufschneiden musst, um zu Bluten - ein Kratzer genügt manchmal vollkommen. ;)

Und ja, es ging tatsächlich um Voltaren. Ich schwöre schon seit ich meine Leidenschaft für den Sport entdeckt habe auf diese Salbe, egal an welcher Stelle. Sie lindert Schmerzen und fördert den Rückgang von Schwellungen/Reizungen sehr gut. Daher hat die Aussage meines Arztes auch ein wenig mein Weltbild zerstört. Mhpf!

Also weiter fleißig einschmieren?

Klar wirken die. Kommt aber darauf an, wie hoch dosiert es ist. Und abgesehen davon hat jeder einen verschiedenen Körper. Bei den einen wirkt es, bei den anderen nicht. Versuch am besten eine andere Marke.

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