Schmerzensgeld wegen Rufschädigung (Diebstahl)

10 Antworten

Theoretisch könntest du einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Zwar ist dieser eigentlich laut Gesetz nicht vorhanden, doch die Rechtsprechung hat hier schon mehrfach aus § 823 i. V. m. § 253 II BGB und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht Schmerzensgelder zugesprochen. Ein Konstrukt, das meiner Ansicht nach wegen § 253 I BGB rechtlich-formal auf sehr wackeligen Beinen steht, aber im Ergebnis wohl von den meisten Menschen als richtig angesehen werden dürfte.

Allerdings lag in diesen Fällen Vorsatz vor, und es war Ziel der Äußerungen, dass andere davon erfahren - hier hingegen hat sie irrtümlich gehandelt und mit ihren Äußerungen nicht bezweckt, dass andere davon erfahren, sondern es war vielmehr unvermeidbar, um das Hausrecht durchzusetzen. Es darf also bezweifelt werden, dass ein Richter sich diesem Konstrukt anschließen würde.

Du könntest jetzt natürlich Klage einreichen und versuchen, an etwas Geld zu kommen, aber die Aussicht auf erfolg ist gering und der geringe Wert des zu erwartenden Schmerzensgeldes würde deine Risiken, den Prozess zu verlieren, nicht annähernd aufwiegen.

Rein menschlich gesehen finde ich es auch etwas übertrieben, so etwas zu fordern. Die Kassiererin hat sich vertan, sie und die Filialleiterin haben sich entschuldigt und sich reumütig gezeigt und dir freiwillig eine kleine Wiedergutmachung angeboten. Ob die jetzt im Wert deine psychischen Belastungen daraus aufwiegt,sei dahin gestellt, aber man muss ja nicht immer gleich die Keule rausholen, nur weil jemand mal einen kleinen menschlichen Fehler macht.

Also Leute hört mal her, bis heute habe ich noch kein Entschuldigungspresent erhalten wie versprochen. Gehe ja heute immer noch dort zum Einkaufen hin. Die Filialleiterin sagt immer: "Ach Herr ..... ich vergesse immer wieder ihnen etwas bereit zu stellen". Mitlerweile wurde ich schon das 3te mal verwechselt von der gleichen Verkäuferin. Das ist doch schon nicht mehr normal, oder?

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@merli89407

Selbst schuld wenn du immer noch dort einkaufen gehst! Geh einfach nicht mehr dort einkaufen und du ersparst dir weitere Verwechslungen! Wo ist das Problem??

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Das Geschenk würde ich ablehnen. Schon aus ethischen Gründen. Das Geschenk könnten die sich sonst wohin schmieren.

Mein Gott wie seit ihr denn drauf??? So ein Irrtum kann jedem passieren!! Und ich finde es äusserst nett sich mit einem Geschenk zu entschuldigen! Verkäuferinnen sind auch nur Menschen!!

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@Spacegirl5978

So ein Irrtum kann 1x passieren. Aber nicht dauernd! Scheinbar hat die Verkäuferin einen an der Waffel.

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@Miesepriem

Deine Äusserung ist INDISKUTABEL! Die Verkäuferin ist einfach übereifrig und dadurch beobachtet sie öfters einen angeblichen Diebstahl! Wenn er nicht mehr verdächtigt werden will soll er entweder nicht mehr dort einkaufen gehen ( zwingt ihn schließlich keiner dazu ) oder die Verkäuferin mal der Marktleitung melden!

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Also: Das ist keines falls "üble Nachrede" oder vergleichbares! Das ist eine Verwechslung! Vlt siehst du einem Ähnlich. Desweiteren haben die Verkäufer in einem Geschäft (bzw deren vorgesetzte) das Hausrecht. Das heißt, dass die dich rein Theoretisch auch ohne Grund rauswerfen dürfen (was nicht in deren Interesse ist) Die Verkäuferin hat eigentlich korrekt gehandelt, als sie dachte, dass du Hausverbot hast. Das die dir n Präsent anbieten finde ich ziemlich fair!

Also Strafrechtlich ist mir nichts bekannt und Schmerzensgeld... äh nein!

Also da es sich um ein Öffentliches Geschäftslokal handelt, kann man nicht einem grundlos Hausverbot erteilen! Und warum sagt dann die Filialleiterin das die Verkäuferin ihre Kompetenzen weit überschritten hat?

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@merli89407

Also laut Definition schon... die Verkäuferin hat einen höheren Rechtsanspruch als der Kunde! Nehmen wir das Beispiel "Discothek". Der Türsteher weist dich ohne jeglichen Grund ab. Er benötigt auch keinen. Das Hausrecht ermöglicht ihm den Zugang zu den Räumlichkeiten zu verwehren. Und ob ein Kaufahus öffentlich ist wage ich auch zu bezweifeln. Aber bei Interesse mach ich mich da nochmal schlau!

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@merli89407

Natürlich kann man einem grundlos Hausverbot erteilen. Der Besitzer hat das Recht darüber zu bestimmen, wer sein Haus betreten darf und wer nicht, und er muss das nicht begründen.

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@merli89407

Also da es sich um ein Öffentliches Geschäftslokal handelt, kann man nicht einem grundlos Hausverbot erteilen!

Rechtirriger Unsinn - jeder Geschäftsinhaber und seine Angestellten können Hausrecht ausüben und jedermann Zutritt zu dem Geschäft verwehren.

G imager761

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@merli89407

Das Hausrecht ist keine Frage von öffentlich oder privat. Auch in einer Mietwohnung kann es gegenüber unerwünschten Besuchern - auch dem Vermieter gegenüber - jederzeit ausgesprochen werden.

Und in einer Parfümerie werden wie in einer Disco Waren und Dienstleistungen angeboten - ausschliesslich an denjenigen, den man will: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Zutritt oder gar Kauf :-O

G imager761

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@imager761

Richtig, ein Besitzer oder Betreiber oder Geschaeftsfuehrer kann jederzeit einer Person Hausverbot geben, sich weigern, ihn zu bedienen oder in den Laden lassen. Egal ob es einen Grund gibt oder nicht. Das ist deren gutes Recht. Sie duerfen selbst entscheiden, wen sie als Kunde haben wollen und wenn nicht. Es gibt keine Bedien- oder Einlasspflicht, nur weil ein Lokal oeffentlich ist. Daher ergibt sich auch kein Schadensersatzanspruch, wenn man eben des Ladens verwiesen wird.

Dass es sich in deinem Fall um einen Irrtum gehandelt hat und dass das so laut im Laden abgehandelt wurde, ist natuerlich dumm gelaufen, aber sie haben sich ja entschuldigt dafuer und alles zurueck genommen. Und Rufschaedigung waere es nur, wenn sie nach wie vor verbreiten wuerden, Du haettest geklaut oder so, das ist ja aber nicht der Fall.

Und wenn dich die anderen erneut im Laden sehen, werden sie ja davon ausgehen, dass das nun okay ist und wenn Du angesprochen wirst, dann stell das eben richtig.

Dafuer wirklich ein Schmerzensgeld raushandeln wollen, das halte ich fuer unwahrscheinlich und selbst wenn, wird es dann wohl nicht gerade sehr hoch ausfallen. Und ob es sich wirklich lohnt, wegen vielleicht 50 - 100 Euro Schmerzensgeld dann tausende Euro Gerichts- und Anwaltskosten in Kauf zu nehmen und wahrscheinlich am Ende ein bestehend bleibendes Hausverbot dort zu kriegen, das wage ich zu bezweifeln. Und dem eigenen Ruf schadet das am Ende dann ja wohl noch mehr, als das bisher vorgefallene.

Ich wuerde mir das daher sehr ueberlegen, ob Du mit einem kleinen Praesent und den Leuten dort zu verzeihen, dass sie auch nur Menschen sind nicht besser dran bist, als wenn Du da gleich ganze Gerichtsverfahren vom Zaun brichst.

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@petrapetra64

Und Rufschaedigung waere es nur, wenn sie nach wie vor verbreiten wuerden, Du haettest geklaut oder so

Ach, einmal ist das okay, unzulässig ist es erst, wenn man derartige Behauptungen wiederholt aufstellt? Interessante Rechtsauffassung.

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