schmerzensgeld Schüler 11 Jahre Knochenbruch

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4 Antworten

meita99 , man kann kein Schmerzensgeld von ihrem Sohn verlangen , weil er Strafrechtlich nicht verfolgbar ist . Und die Heilbehandlungskosten müsste eigentlich die Krankenkasse zahlen . mfg Univers (schau lieber besser nach , ich hab das Thema grade in Politik )

Verlangen können sie viel. Bei einer Schlägerei geht man immer von Vorsatz aus (in diesem Fall sicher von beiden Seiten) Das geht aus wie das Hornberger Schießen. Der Rechtsanwalt schreibt das, was sein Klient ihm sagt. Ihm ist das sowieso egal, der bekommt sein Geld auf jeden Fall.

Wenn Forderungen gestellt werden, leitet ihr diesen an euren Haftpflichtversicherer weiter. Die wirkt in diesem Fall wie eine Rechtsschutzversicherung für euch

Von Euch können die Eltern gar nichts verlangen, den Eltern haften nun'mal nicht für ihre Kinder. Euer Sohn ist darüberhinaus im Alter von 11 Jahren nur eingeschränkt deliktfähig, d.h., ob er überhaupt haftbar gemacht werden kann, selbst wenn ihn (was ja auch nicht ganz klar ist) ein eindeutiges Verschulden träfe, wäre im Einzelfall vom Zivilgericht zu prüfen. Falls das Gericht eine Verantwortlichkeit des Sohnes also überhaupt feststellen würden, müsste sich der Geschädigte noch etliche Jahre gedulden, bis er den Anspruch durchsetzen kann. - Hier wird m.E. von den anderen Eltern und einem unterbeschäftigten Anwalt viel Wind gemacht, um Euch einzuschüchtern und zu einer Zahlung zu drängen, zu der Ihr jedoch keinesfalls verpflichtet seid! Lasst Euch nicht in's Bockshorn jagen.

Nur noch als Anregung: Falls ihr eine habt solltet ihr das Ganze eurer Haftpflichtversicherung melden. Die haftet natürlich nicht für vorsätzlich angerichtete Schäden. Wenn man es aber so darstellt, dass der Beinbruch ein Unfall war, der ganz sicher bei der vorangegangenen Rauferei nicht beabsichtigt war, kann es sein, dass diese sich um die Abwehr der Ansprüche kümmert. Es gab da mal ein Urteil, da haben Kinder in der Kirche etwas angezündet. Am Schluss musste die ganze Kirche renoviert werden. Die Haftpflicht musste zahlen, weil das Ausmaß des Schadens von den Kindern weder in Kauf genommen wurde noch vorhersehbar war.

Falls ihr eine Familienrechtsschutzversicherung habt, würde ich parallel zum Anwalt gehen.

Ach ja, und dem Sohn natürlich erstmal das Taschengeld kürzen :)

Liebe Grüße Alexander Lang

DerHans 28.03.2012, 14:43

Die Haftpflichtversicherung haftet überhaupt nicht. Sie übernimmt nur die finanziellen Kosten, wenn es tatsächlich ein versicherungspflichtigen Schaden gegeben hat.

Eine zusätzliche Rechtsschutzversicherung würde hier gar nichts nützen. Diese wäre nur zuständig wenn die Familie selbst einen Anspruch geltend machen qürde.

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DrLang 23.06.2012, 12:16
@DerHans

Äußerst spannender Kommentar, insbesondere nachdem man vorher ausgeführt hat, dass bei einer Schlägerei immer Vorsatz vorliegt. Gut dass das der BGH das anders sieht.

Kurz noch einmal zum Thema Schäden in der Schule / bei der Arbeit

Nach § 106, 105, 2 SGB VII bestehen Einschränkungen in Bezug auf Schadensersatzansprüchen von gesetzlich Unfall Versicherten untereinander.

In § 2 SGB VII ist geregelt wer gesetzlich unfallversichert ist.

In § 105 SGB VII ist geregelt, dass sich die Personen untereinander nur Schadensersatz schulden, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht wurde.

§ 106 SGB VII erstreckt die Regelung des § 105 dann zum Beispiel auf Schüler.

Der Vorsatz muss sich nicht nur auf die Verletzungshandlung sondern auch auf die Verletzungsfolgen beziehen:

BGH 6. Zivilsenat, Entscheidungsdatum: 11.02.2003, Aktenzeichen: VI ZR 34/02: Für die Folgen eines Arbeitsunfalls haftet der Schädiger dem Geschädigten auch nach der Einordnung des Rechts der gesetzlichen Unfallversicherung in das Sozialgesetzbuch nur, wenn sein Vorsatz auch den Eintritt eines ernstlichen Personenschadens umfaßt hat. Bei einem durch schülertypisches Verhalten verursachten Schulunfall muß sich der Vorsatz insbesondere auch darauf erstreckt haben, daß bei dem geschädigten Mitschüler ernsthafte Verletzungsfolgen eintreten.

Von bestehen hier mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Ansprüche gegen ihren Sohn. Bitte unbedingt (egal was DerHans schreibt) die Angelegenheit der Haftpflichtversicherung melden. Die ist genau dazu da solche Fälle abzuwehren.

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