Schmerzensgeld beantragen?

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Zunächst mal kann man Schmerzensgeld nicht beantragen, das ist keine Sozialleistung oder ein Zuschuss oder so etwas. Schmerzensgeld verlangt man von demjenigen, der einen geschädigt hat oder der für den Schaden verantwortbar gemacht werden kann, im Zweifelsfall muss man sich dieses Schmerzensgeld vor einem Zivilgericht einklagen. So einen Schaden muss man auch belegen, das tut man in der Regel durch entsprechende Befunde oder gar Gutachten von zugelassenen Gutachtern - eventuell verlangt die Gegenpartei (also in dem Fall die auf Schadensersatz zu verklagende Schulbehörde) auch ein Gegengutachten, das Verfahren zieht sich gern auch in die Länge und bis zum eigentlichen Erfolg hat man eigene Kosten hat (z.B. der Anwalt, der einen vor dem Gericht vertritt, die Gutachter, die auch nicht für Lau arbeiten, und, und, und). Der Erfolg ist übrigens nicht garantiert, was bedeuten kann, dass man auch auf den Kosten für Anwälte, Gutachter und letztlich auch den Gerichtskosten sitzenbleiben kann - ob das in Relation mit einer leichten Gehirnerschütterung mit Kopfschmerzen und Schwindel steht wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

§ 823 Abs. 1 BGB:

Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Dann gibt es noch den § 253 Abs. 2 BGB:

Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Jetzt ist die Frage in welcher Höhe Dir ein Schaden entstanden ist. Die Krankenhauskosten hat vermutlich die Kasse übernommen. => kein Schaden.

Jetzt geht es nur noch um den Ersatz für die Kopfschmerzen und den leichten Schwindel. Ein Pack Aspirin kostet acht Euro. Ich würde sagen, acht Euro ist ein angemessenes Schmerzensgeld. Wenn er nicht freiwillig zahlt, vor dem Amtsgericht einklagen.

Da ich jahrelang Schul- und Arbeitsunfälle bearbeitet habe, kann ich Dir den folgenden Rat geben: 1. Falls noch nicht getan, so musst Du Deinen Unfall der Schule (Sekretariat) melden, ggf. Zeugen angeben. 2. Die Schule meldet den Unfall an die zuständige Berufsgenossenschaft, die dann entsprechende Fragebögen an Dich senden wird. Dies ist wichtig auch für Dein weiteres Berufsleben, falls sich bleibende Schäden/Behinderungen nach diesem Unfall einstellen sollten. 3. Nach Schmerzensgeld im Fall Deines Schulunfalls müsstest Du dann schon einen Anwalt fragen! Falls Du nicht über Deine Eltern privatrechtschutzversichert bist, würde er jedoch Dich (Deine Eltern) Geld kosten. Bedenke auch dabei, dass bei der in Deinem Fall fehlenden Diagnose "Commotio cerebri (mindestens) II. Grades" Dein Begehren von Schmerzensgeld kaum Beachtung finden würde! Viel Erfolg bei Deinem Wunsch und Streben nach: "Lieber so schnell wie möglich fitt werden!" ;-)

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