schmerzen beim Radfahren

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Hallo, die Gesäßschmerzen sind eigentlich die am häufigst auftretenden Beschwerden. Der richtige Sattel muss es natürlich schon sein. Aber daran liegt es nicht nur. Eine angepasste Sitzposition mit einer vernünfigen Gewichtsverteilung ist auch wichtig. Ich fahre über 600 km mit dem Rennrad an einem Stück (Brevet) und habe trotz harten Rennradsattel und nur einer Radelhose keine Schmerzen am A...! Da die Gewichtsverteilung bei einem Rennrad so ist, das ein Großteil auf dem Lenker lastet, treten dann und wann schon mal Schmerzen in den Handgelenken auf. Bei einem Hollandrad sieht das schon wieder anders aus. Die relativ aufrechte Sitzposition überträgt nahzu 100% des Gewichtes aud den Sattel und somit auf den Allerwertesten. Hier ist ein gut gefederter und vielleicht gepolsterter Sattel angebracht. Brooks stellen hervoragende Sättel für derartige Räder her, kosten aber...teuer! Kompromisse machen Radler mit einem Trekkingrad. Hier herrscht eine halbhohe Sitzposition vor und man hat über den Vorbau bzw. Lenkerposition die Möglichkeit entsprechende Stellungen zu variieren. Lange Strecken - lange Sitzposition. Kurze Strecken - aufrechte Position. Zu den Hosen ist auch etwas zu sagen: Ob eine, zwei oder ddrei Hosen ist eigentlich egal. Qualitativ hochwertige Hosen haben entsprechend gute Materialien. Diese bewähren sich auch nach längeren Fahrten und besonders auch nach mehrmaligen Waschen. Ich habe mal eine Hose von einem Kaffeeröster gehabt. Das Teil war top. Allerdings stellte sich nach mehrmaligem Waschen eine Verhärtung der Nähte ein. Das waren später Druckstellen am Hintern, die ein Fahren unmöglich machten. Heute kaufe ich nur Markensachen aus dem Fachgeschäft. Da legt man schnell 60 bis 90 Euro für eine Hose hin. Und noch was: Ich habe mir für die ganz langen Touren Melkfett aus der Apotheke gekauft. Damit schmiere ich mir bei Touren über 100km den Po und auch die Genitalien ein (zu Hause schon). Für unterwegs habe ich dann noch eine Sitzcreme. Die gab es bei dem Rose-Versand im Internet. Fahre seit einigen Jahren mit der Methode ganz gut.

P.S.: Taubes Geführ im Genitalbereich habe ich mal über die Sattelstellung in den Griff bekommen. Den Sattel etwas nach vorne neigen, das sollte evtl. helfen.

Kann auch daran liegen, das der Sattel zu weit oben ist. Dann muß das Becken zu sehr arbeiten. Halte das Becken ruhig beim Radfahren gib die Kraft nur mit den Beinen ab. Ebenso sollte der Sattel in der Waage stehen. Ansonsten: - Der Po ist ein dicker Muskel! Auch der will trainiert werden. - Sättel mit Aussparungen (Half/Full-Cut) in der Mitte sind anatomisch oft angenehm. - Ist ein großer und volumiger Sattel zu weich, so verteilt sich der Druckpunkt nicht: Taubheit und Schmerzen sind die Folge. - Nutze die Sitzfläche des Sattels aus. Manche fahren zu weit vorne, dann wird der Dammbereich zu sehr strapaziert.

Als Fernrennradler (Randonneur) kann ich wärmstens die Anschaffung eines Luftsattels empfehlen (z.B. den Air Seat der Firma Sixt GmbH für ca. EUR 50). Wenn dieser nicht zu hart aufgepumpt wird, verteilt sich das Gewicht nicht nur auf die Sitzhöcker des Beckens, sondern auf eine viel größere Fläche. So radle ich persönlich auch Strecken von mehreren hundert Kilometern non-stop völlig schmerzfrei. Wichtig dabei ist, dass die Sitzpolster der Hose nicht scheuern ("Pampers-Effekt"). Bei mir haben sich Jogginghosen ohne Sitzpolster am besten bewährt.

Um Scheuerstellen (i.e. ein Intertrigo) zwischen den Beinen zu vermeiden, verwende ich - wie bereits von Haneken praktiziert - ebenfalls Melkfett, das für wenig Geld auch in den Filialen der großen Drogeriemarktketten erhältlich ist. Alternativ lässt sich ein Wundscheuern der Haut mittels Abkleben der entsprechenden Hautpartien mit Leukoplast o.ä. bewerkstelligen. Dies hat mir auf Strecken >= 1000km sehr gut geholfen.

Im Übrigen kann ich den Empfehlungen von Haneken nur zustimmen. Happy cycling!

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