Schluss machen, obwohl er sich bessern will?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist in vielen Beziehungen so.

Eine Partei ist an dem Punkt angekommen, an dem die Unzufriedenheit so sehr überwiegt, dass man sich trotz aller "Vergangenheit" trennen möchte und so viel schief läuft, dass man trotz allem was mit einer Trennung zusammen hängt diese als einzigen Ausweg sieht.

Die andere Seite muss plötzlich feststellen, dass etwas verloren zu gehen droht, was man vielleicht nicht mehr besonders wert geschätzt hat, aber doch so daran hängt (ob das aus Gefühl, Stolz, Gewöhnung, Bequemlichkeit oder was auch immer ist...), dass man plötzlich Angst vor dem Verlust bekommt und nun in einen Modus geht, in dem man um den Fortbestand der Beziehung kämpft.

Nun hat man den Leidensdruck die eigene Wohlfühlzone zu verlassen, in die man sich hat gehen lassen und in der man sich so weit vom Partner entfernt hat, dass dieser ausbrechen will.

Eine Option ist, dem Partner alles zu versprechen (ich werde mich ändern), egal ob man diesen nur bei Laune halten will, oder man wirklich glaubt es tun zu können.

Doch warum hat man das nicht früher gemacht? Man erkennt doch meistens vorher, dass etwas nicht stimmt. Ganz einfach, weil man grundsätzlich so ist wie man ist, bzw. sich in einer bestimmten Beziehung so entwickelt hat. Sich ändern zu wollen hält dann gewöhnlich solange an, bis man die Angst verloren hat und selbst wenn man es ernsthaft versucht: Ein Mensch kann sich nicht einfach und plötzlich ändern. Dann würde er ja jede Rolle und Eigenschaft nur spielen.

Wenn überhaupt, ist das in kleinen Bereichen möglich und ein langer Prozess und es muss sehr viel Wille da sein - für die Änderung und für den Partner, die Geduld aufzubringen.

Die Dinge die Du aber beschreibst (Kontrollzwang, Eifersucht u.ä.) erwachsen aus eigenen Problemen, oft aus Unsicherheit oder Verlustangst oder... Das sind tief verwurzelte Eigenschaften, die er nicht so einfach wegwischen kann und dann plötzlich ein anderer ist. Woher diese stammen, ob diese mit Dir zu tun haben oder nicht, ist dabei egal.

So wie ich den Text von Dir lese, hast Du das erkannt und Du bist schon zu weit von ihm weg, als dass er Dich noch erreichen könnte und Deine Entscheidung scheint sicher gefallen zu sein.

Was bleibt Dir also?

Wenn Du Dir also völlig sicher bist, dass Du Dich trennen möchtest, dann rede mit ihm ganz offen, einen anderen Weg sehe ich nicht. Mach eine klare Aussage und einen klaren Schlussstrich.

Sei für Dich und ihn so stark und fair das dann ganz klar auszudrücken, so dass er lernen kann damit zu leben und Du neu anfangen kannst. Sag ihm, dass Du toll findest, dass er sich so anstrengt aber auch, dass es dafür zu spät ist.

Ob er sich nun bemüht oder nicht, Du wirst ihm so oder so weh tun. Also mach es so schmerzlos wie möglich und lass ihn nicht noch über eine längere Zeit im Unklaren, damit auch er neu anfangen kann.

Wenn er die Gründe kennt, kann er daran arbeiten um in einer nächsten Beziehung die gleichen Fehler nicht nochmals zu machen.

Falls er sehr an Dir hängt, wird das für ihn sehr schmerzhaft und auch einige Zeit weh tun. Schau, ob Du ihm dabei irgendwie helfen kannst. Manchmal tut es gut, wenn er ab und zu mit Dir reden kann, manchmal, wenn Du keinerlei Kontakt mehr zulässt.

Wie Du das machst musst Du wissen, Du kennst ihn, ich nicht. Ich finde so etwas, ist man sich nach einer langen Beziehung schuldig, wenn nichts Schlimmes passiert ist, was das nicht zulässt.

Vielen Dank für deine lange und ausführliche Nachricht antwortender. Ich kann gut verstehen was Du meinst und die Ansichten treffen auch sehr auf mich zu. Vor einer Stunde hat er mich wieder angerufen und ich hab ihm klarer gemacht wie ich das sehe, aber ich schaffe es nicht ganz ihm alles klar zu machen, weil es mir unglaublich schwer fällt ihn zu verletzen, weil ich das Gefühl hab, er habe es nicht verdient, dass ich ihm jetzt wehtue.

Er scheint sich wirklich bemühen zu wollen aber ich habe diese Gefühle nicht mehr für ihn. Ich fühle mich sehr schlecht und habe Angst, dass ich aus Mitleid eine Beziehung führen würde. Mich verletzt nicht die Trennung sondern wie er damit umgeht. Er sagt, ich sei das wichtigste in seinem Leben und das er mich liebe und ohne mich nicht leben wolle. Somit habe ich den Eindruck als würde er alles für mich tun und ich mache mir große Vorwürfe, weil ich auch nicht weiß wie ich damit umgehen soll.

Trotzdem denke ich das Du recht hast, dass der klare Schlussstrich der beste Weg ist aber ich mache mir Vorwürfe, weil ich so Empfinde.

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@Littlest

Es ist doch schön und gut, dass Du das so siehst.

Schließlich wart ihr beide lange zusammen.

Wenn Du aber und so habe ich es verstanden, keine Gefühle mehr hast, machst Du die Sache schlimmer. Sonst hätte ich Dir geraten ihm die Chance zu geben.

Im ersten Moment würde es ihm helfen, weil Du bei ihm bist, würde er aber irgendwann das mit dem "Mitleid" herausfinden, würde es ihn richtig kaputt machen und auch alles, was ihr hattet.

Es ist niemals leicht, jemandem weh zu tun, aber eine Lüge zu leben geht nie gut. Manchmal macht man diesen Schritt ja gerade weil man jemanden schätzt...

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Wo einmal ich sag mal der,,Wurm`´drin ist kann man nicht mehr viel kitten auch wenn man sich so ,,bemüht``

Denk an Dein Leben Du hast nur Eins oder nicht

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