Schloss Salem - Gymnasium

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2 Antworten

Hallo JuLiiah,

Du kennst die Schule Schloss Salem gerade mal vom Hörensagen und bist schon überzeugt, das sei die "perfekte Schule" für Dich? Finde ich merkwürdig (wie so manche andere Frage zum Thema Salem auf diesem Portal auch). Klingt alles nach typischen Troll-Fragen oder bestellter Schleichwerbung. Sollen sich jetzt "begeisterte" Salemer über ihre tolle Schule verbreiten, damit auch andere dorthin gelockt werden?

Die Schule Schloss Salem gehört zu den sog. "Deutschen Landerziehungsheimen", die sich auf die "reformpädagogische Tradition" einer "neuen Erziehung" berufen, die eine besonders verantwortungsvolle und lebenstüchtige gesellschaftliche Elite heranbilden sollten. Dies ist allerdings gründlich misslungen.

So schreibt Prof. Jürgen Oelkers, Erziehungswissenschaftler an der Universität Zürich: "Keine einzige Schule der Reformpädagogik hat je den eigenen Ansprüchen genügen können, aber genau dieser Eindruck sollte entstehen und wird bis heute kolportiert. Es ist immer wieder von „pädagogischen Laboratorien“ die Rede, aus denen die „moderne Schule“ hervorgegangen sein soll, während es sich tatsächlich um wenige, hoch konflikthafte, innerlich zerstrittene und ganz kleine Schulen handelte, die nie die staatliche Schulentwicklung beeinflusst haben und das oft auch gar nicht wollten. Das Sendungsbewusstsein, eine „neue“ und „ganz andere“ Pädagogik der Nähe begründet zu haben, führte zu einer maßlosen Selbstüberschätzung. Die Landerziehungsheime wähnten sich an der Spitze des pädagogischen Fortschritts, obwohl ihre Zahl klein, ihre Mischung bunt, die Konflikte heftig und die Leistungsbilanz durchaus bescheiden war."

Zum 90-jährigen Bestehen der Schule Schloss Salem im Jahr 2010 schrieb der heutige Vorstand des Schulträgervereins, Robert Leicht, in der Wochenzeitung "DIE ZEIT": "Die Geschichte dieser »Eliteschule« – was heißt hier übrigens im Ernst Elite? – könnte ansonsten nicht nur als Erfolgs-, sondern auch als Krisen-, in wesentlichen Phasen sogar als reine Überlebensgeschichte geschrieben werden: Anfang der siebziger Jahre eine drohende Insolvenz, Mitte der achtziger Jahre ein erbitterter Streit mit dem Markgrafen Max von Baden, der eine »reaktionäre« Gegengründung erwog... [...] Salem ist nie eine Eliteschule geworden wie in England Eton, Harrow oder Winchester, mit Weiterleitung der künftigen Spitzenkader nach Oxford oder Cambridge. Spötter sagen übrigens, Max von Baden habe seinen später für die Schule segensreichen Sohn Berthold nur nicht auf eine gewöhnliche öffentliche Schule schicken wollen. Und der 1999 verstorbene, durch seine erzwungene Emigration zum Amerikaner gewordene Historiker George L. Mosse, Nachkomme der großen Berliner Verlegerfamilie, erzählte einmal privatim und nicht ohne Ironie, im Salem der Gründungszeit hätten sich reiche jüdische und verarmte adlige Familien getroffen, die einen brachten das Geld, die anderen das gesellschaftliche Prestige mit..."

Die Schülerzahlen in Salem sind seit Jahren rückläufig. Laut dem Bericht einer Schülerzeitung wechselt pro Schuljahr etwa die Hälfte der Schüler in der Mittelstufe. Eine Leitungskrises reiht sich an die andere. Momentan ist man dabei, das erst im Jahr 2000 eröffnete Salem-College, das 70 Millionen Euro gekostet hat, in eine "Akademie" für Salem-Absolventen (und Abiturienten anderer Gymnasien) umzuwidmen, die trotz Hochschulreife noch nicht reif für die Hochschule sind. Denn die Schülernachfrage scheint nicht mehr auszureichen, um die Internatsplätze zu besetzen. Nun denkt man an eine "sinnvolle Verkleinerung" der Schülerzahlen. Mit 700 Internatsplätzen war Salem bisher das größte Internat der Bundesrepublik. Aus organisationstheoretischer und sozialpädagogischer Sicht eine institutionelle Missgeburt.

Deshalb können Schülerberichte wie diese nicht wundern:

"Ich war schon auf salem und mir hats da 0 gefallen! Weil wenn du da iwas trägst was nicht grad marke ist bist du out und da gibt es auch nur 2 gruppen die coolen und die outen und du kommst sofort in die eine odere andere gruppe ob man dich kennt oder nicht! Und iwie sind da alle so oberflächlich..."

"Ich fand Salem schrecklich. Es war eine irgendwie hohle Disziplin. Der ganze Tag war strukturiert, aber der eigentliche Unterricht war chaotisch. Es gab wenig Hausaufgaben. Die Oberstufe gefiel mir besser, weil man näher an einer Stadt gewohnt hat und alles viel wohnlicher war. Aber dort haben viele Schule geschwänzt. [...] Die Lehrer waren eigentlich schon alle sehr engagiert, aber sie haben in Salem wohl so viel zu tun, dass sie den Unterricht nicht mehr richtig vorbereiten können. Es ging eigentlich die ganze Zeit nur um Party und saufen. Es gab nicht mal Klassenbücher, wie es sie an allen anderen Schulen gibt."

Salem war nie eine gute Schule. Und wenn ich mich nicht sehr täusche, wird sich daran auch nie etwas ändern.

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Salem ist ein Internat, und sehr,sehr teuer, was die Unterbringung ist. Bis zu 30.900 Euro pro Jahr sind da für 5. bis 10. Klasse als Schulgebühr zu zahlen.

http://www.salem-net.de/fileadmin/Kundendaten/pdf/Aufnahme/SIG_DE_120416_cw.pdf

Kannst Du Dir das leisten? Denke nicht. Wenn Du die Schulseite durchliest, wird das Dich wohl abschrecken. Ohne die Ergänzigungen der Ordner wirst Du auf der Schulseite landen.

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