schlimmer Familienstreit - wen zur Hochzeit einladen?

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8 Antworten

Beide einladen. Deine Schwester sollte nach 20 Jahren in der Lage sein bei einer Feier mit dem Bruder zusammen in einem Raum zu sein. Wenn sie das nicht kann ist sie selbst Schuld, entweder weil sie sich in der langen Zeit keine Hilfe geholt hat um das was vorgefallen ist zu bewältigen oder weil sie nicht ganz die Wahrheit sagt vielleicht übertreibt oder falsch darstellt. Etwas über so lange Zeit zu verdrängen hilft nicht sondern macht es nur schlimmer. Deinem Bruder sollte klar sein das die Feier nicht der richtige Zeitpunkt für eine Aussprache ist und sich von ihr fern halten. Grundsätzlich sollte deine Schwester ihm irgendwann die Gelegenheit zu einer Aussprache geben, dein Bruder hat das Recht sich gegen so ein Beschuldigung/Anklage zu verteidigen. Das würde übrigends auch ihr helfen statt nur zu verträngen/ihn nicht sehen wollen usw.

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Erstmal Glückwunsch zur anstehenden Hochzeit. Das ist doch was schönes - Streit hin oder her.

Seit das bekannt ist, und das ist noch nicht lange bekannt (ca. 2,5 Jahre), sprechen die beiden kein Wort mehr miteinander

Und vorher? Da wussten doch auch beide davon oder wie darf ich mir das vorstellen? Verstehe das nicht so richtig.

Mein Bruder ist im hier und jetzt als erwachsener Mann, ein liebevoller Familienvater und ich kann es ihm verzeihen, denke ich

Ist ja auch richtig so. Allerdings sollte geklärt werden warum er das tat. Kinder tun dumme Dinge - das ist klar. Allerdings sollte das nie wieder passieren. Hat er eine Therapie oder ähnliches gemacht? Auch deine Schwester? Scheint ja noch tief zu sitzen.

Die Sache ist 20 Jahre her und sie waren Kinder. Zählt nicht der Mensch, der er jetzt ist?

Sehe ich schon so. Allerdings fühlt sie sich wohl unverstanden. Das fatale an der ganzen Situation ist wohl auch das es nie ernst genommen wurde und keine Therapie stattfandt. Sie hat es noch nicht verarbeitet - das ist der Punkt. Das Erlebnis sitzt sehr tief in ihr. Egal wie lange das her ist.

ich ihn aber so ausrichten muss, wie SIE es gerne hätte

Nein es ist dein Tag. Nicht ihrer.

Wie du letztendlich vorgehst ist deine Entscheidung. Ich werde dir da nicht reinreden. Folge deinem Herzen.

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Kommentar von kingjulien1
16.12.2015, 13:05

Danke!
In der zwischenzeit, bis es bekannt wurde, haben die beiden sich sehr gut verstanden. Es hat daher auch wirklich nie einer davon etwas mitbekommen, geahnt oder auch nur für möglich gehalten.
Sie ist in Therapie, schon seit Bekanntwerden, aber sagt immer das bringt nix. :/

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Ich würde an Eurer Stelle keinen von beiden einladen, dann fällst Du auch keinem in den Rücken.Nach der Hochzeit würde ich mit jedem einzeln ein kleines Treffen vereinbaren und auf die Hochzeit anstoßen.

Du darfst eines nicht vergessen: Deine Schwester war damals 9 Jahre und sich sehr bewußt, was geschah. Dein Bruder war älter, also mindestens 11. In dem Alter handelt es sich nicht mehr um normale Doktorspiele. Würde Deine Schwester freiwillig an diesen Doktorspielen teilgenommen haben, wäre ihr Verhalten heute nicht so verhärtet.

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Kommentar von Hexe121967
16.12.2015, 11:32

oh bitte, ich hab in dem alter noch mit meinem bruder zusammen in der wanne gesessen. da hatten wir auch keinen rollkragenpullover an.  ist ja fat so schlimm wie bei den amis wo der 6 jährige verhaftet wurde, der seiner  3jährigen schwester beim pinklen hinterm busch geholfen hat.

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Ich denke, Du solltest ihren Konflikt nicht zu Deinem machen. Wenn Deine Schwester keine Aussöhnung will - noch nicht einmal ein Gespräch - dann kannst Du das wenig machen. Wie Du schon schreibst, was damals passiert ist, wissen nur die beiden. Wenn überhaupt noch...

Also, ich würde beide einladen - aber auch beide wissen lassen, dass der jeweils anderen ebenfalls eingeladen ist. Wenn sie beide Dich lieben und wissen, wie wichtig sie DIR sind, dann sollten sie doch bitte wenigstens für einen Tag einen Waffenstillstand hinbekommen. 

Du musst sie ja nicht nebeneinander setzen und sie müssen ja auch nicht miteinander reden - aber alles andere, was Dir den Tag versaut (böse Blicke, bissige Kommentare,...) müssen sie sich verkneifen - oder sie müssen die Konsequenz ziehen und Dir absagen. Du wirst es nie allen recht machen können - schon gar nicht auf der eigenen Hochzeit. Aber im Zweifel: Stelle Dich, Deinen Partner und Euren gemeinsamen Tag in den Mittelpunkt der Entscheidungen - nicht den Rest der Familie.

Alles Gute für Euch!

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Sche... Situation!

Ich bin als Kind selbst Missbrauch Opfer gewesen und kann deine Schwester daher gut verstehen...

ICH an ihrer Stelle würde allerdings trotzdem kommen und ihn einfach ignorieren weil ich der Meinung bin das ich mich nie wieder vom Täter einschränken lassen will! 

Setzt aber voraus das DU mit ihm klärst das er sie ab dem Tag nicht anspricht und nach Möglichkeit auch nicht ansieht! 

Vielleicht kannst du die dann überzeugen für DICH zu kommen 

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Ich verstehe deine Situation, und ehrlich gesagt würde ich entweder beide einladen oder keinen von beiden. 

Ich würde aber dazu tendieren, beide einzuladen. Wenn einer lieber einem anderen aus dem Weg gehen will, als bei deiner Hochzeit dabei zu sein, dann ist die Situation ja relativ klar. Bzw. sagt das ja genug aus, finde ich.

Wenn die ihren Privatkrieg nicht dir zu liebe einen Tag lang unterbrechen können, … naja. Wenn du mit keinem von beiden ein Problem hast, lade beide ein. 

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Kommentar von Repwf
16.12.2015, 11:24

"Aussagen" tut das garnichts! "Privatkrieg" ist bei sexuellen Missbrauch wohl bei weitem nicht das richtige Wort!

Und wenn das Opfer es nicht schafft einen Tag im Beisein des Täters auf fröhlicher partygasten zu machen, dann hat das absolut NICHTS mit der Liebe zu ihrer Schwester zu tun!!!

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wie alt waren  bruder und schwester als es zu diesen angeblichen übergriffen gekommen ist? 

ich würde beide einladen und ihnen unmissverständlich klar machen dass du erwartest, dass sie sich an deinem ehrentag zusammen reissen und dir nicht den tag verderben. dazu gehört auch zu erscheinen. man kann von erwachsenen menschen erwarten, dass sie einfach mal aneinander vorbei gucken. können sie das nciht, könnten sie mir gestohlen bleiben.

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Kommentar von kingjulien1
16.12.2015, 13:01

Die zwanzig Jahre sind nur eine Schätzung von ihr damals gewesen, sie ist sich heute nicht mehr sicher ob sie da 7 Jahre, oder 8 oder 9 Jahre alt war. Der ältere Bruder ist 4 Jahre älter.

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Deine Fragestellung macht sehr deutlich, dass du bereits Partei bezogen hast. Wenn soetwas verharmlost wird, kann ich gut verstehen, warum deine Schwester sich nicht ernst genommem fühlt.  Eigentlich sollte ihr Trauma mehr zählen, als deine Hochzeit. Missbrauch verjährt nicht, nicht für die Opfer.

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Kommentar von SerenaEvans
16.12.2015, 11:26

Was ich mich frage, ist wie alt die beiden dabei waren. Sie ist 29 und das ganze ist 20 Jahre her. Also war sie neun Jahre alt und er?
Ich finde es sehr, sehr gefährlich, dass du den Missbrauch verharmlost und ihn als Kind von allem freisprichst. Auch Kinder können Grenzen verstehen und sich daran halten. Sonst müssten Missbrauch bei Kindern alltäglich sein.

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Kommentar von kingjulien1
16.12.2015, 12:57

Hallo SerenaEvans,

nein den Eindruck wollte ich eigentlich nicht vermittelt.
Ich habe in dem Sinne keine Partei bezogen, in dem ich mich weder auf ihrer noch auf seiner Seite sehe. ich bin ich und das ist deren Angelegenheit. Ich würde mich am liebsten neutral in der Mitte sehen. Deswegen tendiere ich auch dazu beide einzuladen. Denn es ist nicht einer mehr oder weniger Wert für mich.

Mir fällt es nur schwer, da ich durchweg positive Erinnerungen an mein Leben und an meinen Bruder habe, ihn jetzt auf "Knopfdruck für immer zu hassen" - mir hat er nichts getan.

Ich habe am Anfang auch Abscheu und Wut empfunden.
Aber dann habe ich nochmal darüber nachgedacht und auf mein Herz gehört. Und mein Herz sagt mir, das mein Bruder ein guter Mensch ist. Was damals passierte, wie gesagt, wissen nur die beiden. Ob es nun einvernehmlich war oder nicht. Da steht Aussage gegen Aussage. Der Alterunterschied betrug übrigens 4 Jahre.

Das es zwanzig Jahre her ist, ist auch nur geschätzt. Kann auch schon 22 oder 23 Jahre her sein. Daran konnte sich meine Schwester nicht mehr erinnern.

Ich denke auch nicht, das ein Missbrauch verjährt. 
Für mich als Aussenstehender ist es nur komisch, das es so lange zeit gebraucht hat, bis es ans Licht gekommen ist und in der Zwischenzeit, waren die beiden ein Herz und eine Seele.
Das ist sehr schwer nachvollziehbar.

Die Aussage, das ihr Trauma mehr zählt als meine Hochzeit kann ich absolut nicht verstehen. Wie man da eine Wertigkeit fest machen kann? Heißt das, ich solle meine Hochzeit auf ihr Trauma zugeschnitten ausrichten, mit anderen Worten?

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