Schlaganfall, Herzinfarkt.. Schmerzen?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Zunächst erst mal mein herzliches Beileid zum Tod Deiner Mutter!

Was den Schlaganfall anbelangt, so kann ich Dir das beantworten, weil ich selbst einen hatte. Ich lag im Bett als ich den Schlaganfall hatte. Ich wachte auf, weil ich fürchterliche Kopfschmerzen hatte, wie ich sie noch nie hatte - vergleichbar mit den Schmerzen beim Platzen eines Aneurysmas, wie bei Deiner Mutter.

Ich leide normalerweise nie unter Kopfschmerzen. Aber da waren die Kopfschmerzen so fürchterlich stark, dass ich mich entschied aufzustehen und ins Bad zu gehen, um nach Kopfschmerztabletten zu suchen.

Ich ging ins Bad, merkte, dass ich nicht so 100 %-ig sicher auf den Füßen war, suchte aber trotzdem noch in dem Medizinkästchen an der Wand nach Tabletten, wozu ich auf den Bidetrand hätte steigen müssen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich lediglich Kopfschmerzen am Hinterkopf, sonst überhaupt keine anderen Schmerzen.

Das Hinaufsteigen war mir aber nicht mehr geheuer, ich bemerkte, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Deshalb ließ ich es bleiben.

So ging ich wieder ins Schlafzimmer und rief nach meiner Tochter. Offensichtlich durch die Bewegung haben sich die Probleme dann verschärft.

Als meine Tocher kam, war ich bereits links halbseitig gelähmt, dazu kam dann noch eine Erblindung.

Gleich vorweg - es hat sich alles wieder gegeben, ich habe lediglich einen linksseitigen Gesichtsfeldausfall zurückbehalten, der mir auch bleiben wird.

Ich hatte zu keinem Zeitpunkt einen Panikzustand, war bei vollem Bewußtsein, hatte lediglich diese entsetzlichen Kopfschmerzen.

Als der Notarzt eine Infusion legte und ich überdies Sauerstoff zugeführt bekam, ließen die Kopfschmerzen nach. Da habe ich immer noch nicht bemerkt, dass ich links gelähmt und dazu auch noch blind war. Ich war der Meinung, dass ich bestimmt bis zumAbend wieder zu Hause sein würde, ich realisierte überhaupt nicht in welcher Lage ich bin.

Beim Herzinfarkt sieht die Situation anders aus, da können große Schmerzen auftreten, die auch in den Arm und in den Schulterbereich ausstrahlen. Beim Herzinfarkt könnenauch diese Panikreaktionen entstehen..

Wenn ein Aneurysma platzt - ich gehe mal davon aus, dass das Aneurysma im Gehirn war - so entstehen durch die Einblutung in das Gehirn ebenfalls diese Kopfschmerzen, von denen ich in meinem Fall berichtet habe.

Auch bei Deiner Mutter wurde mit Sicherheit eine Infusion gelegt und Sauerstoff zugeführt. Wahrscheinlich hatte sich jedoch bereits vorher ein Thrombus gelöst, der dann den Herzinfarkt zusätzlich auslöste.

Da das alles im Krankenhaus passierte, als Deine Mutter bereits wegen des Aneurysmas eingeliefert war, wird für Deine Mutter die Situation nicht entstanden sein, dass sie in Panik geraten ist.

Deine Vorstellung, wonach sich Deine Mutter in ihrem eigenen Körper gefangen fühlte, ist in dem Fall nicht zutreffend.

Wenn Deine Mutter hintereinander mehrere Schlaganfälle hatte, so war sie da bereits nicht mehr bei vollem Bewußtsein, weil die Folgen, die mit den Schlaganfällen verbunden waren, die gesamten Empfindungen massivst beeinträchtigten, so dass sie sehr wahrscheinlich auch von dem Herzinfarkt nichts mehr mitbekam.

Wie sehr so eine Empfindung eingeschränkt ist, kann ich Dir wieder an meinem Beispiel aufzeigen.

Ich saß auf meinem Bett, hatte den rechten Arm auf den linken gelegt. Und ich rätselte ständig, wer denn hinter mir sitzen könnte, der mich unter die Arme gefaßt hat.

Als meine Tochter kam, fragte ich sie, wem denn der Arm gehören würde, der da auf der linken Seite ist, wer denn hinter mir sitzen würde.

Es war mein eigener Arm, den ich aber aufgrund der Lähmung nicht mehr als zu mir gehörig betrachtete. Ich streichelte mit dem rechten Arm meinen linken, und ich spürte überhaupt nichts.

möglicherweise war bei Deiner Mutter gleich von Beginn an das zentrale Nervensystem gestört nach dem ersten Schlaganfall, so dass die weiteren Ereignisse von Deiner Mutter nicht mehr wahrgenommen wurden.

Die einzigen Schmerzen, die Deine Mutter vermutlich verspürt hatte waren die, als das Aneurysma platzte und die Gehirnblutung entstand. Diese traten aber durch die weiteren Ereignisse in den Hintergrund, zumal ihr ja auch Sauerstoff zugeführt wurde und eine Infusion.

Dass Deine Mutter so schnell für Hirntod erklärt wurde, ist ein Zeichen dafür, dass sie auch nicht mehr in der Lage war Schmerzen oder Panikzustände zu empfinden.

Sie ist ganz sicher mit dem Abschalten der Maschinen ganz ruhig und friedlich eingeschlafen.

Ich kann mir denken, dass Du mit der gesamten Situation nicht fertig wirst, weil Du auch nicht weißt, was richtig abläuft in solchen Fällen.

Die Ärzte in den Krankenhäusern haben meist nicht die Zeit, all das so genau zu erklären, dass die Angehörigen damit klar kommen können.

Ich hoffe daher, dass Dir mein authentischer Bericht etwas hilft, wenngleich auch meine Schlaganfallsituation von Beginn an sicher anderer Natur war.

Adlerblick 11.06.2013, 13:54

Ich bedanke mich ganz herzlich für Deine Sternbewertung. Ich hoffe, dass ich Dir mit meinem Bericht ein wenig von den schlimmen Gedanken nehmen konnte, die um den Tod Deiner Mutter kreisen. Ich wünsche Dir alles Liebe und erdenklich Gute für Deine Bewältigung der Trauer!

0

Während dem Schlaganfall und dem Herzinfarkt haben die Leute große Schmerzen :-( und haben auf PAnik um ihr Leben. Das ist schade doch danach haben sie normalerweise keine weiteren Schmerzen. Ich weis nicht ob das gerechtfertigt ist einfach die Maschinen abzuschalten. War deine Mutter zu der Zeit bei Bewusstsein? Gab es Aussicht auf Genesung?

Ich bin Sanitäter und weis aber nicht genau in wie weit das Krankenhaus entscheidet wann die m,aschinen aufhören dürfen!

HoneyMusik 07.06.2013, 20:52

Die Ärzte sagten, die Wahrscheinlichkeit dass sie aus dem Koma aufwachen würde wäre gering und nach den Schlaganfällen wurde sie für Hirntod erklärt... Als sie die Schlaganfälle erlitt war sie schon fast wie tod.. Sie hat sich nicht bewegt, kein Geräusch gemacht oder irgendwas anderes, was zeigen konnte, dass sie noch am Leben war...

1

Was möchtest Du wissen?