Schimmlige Außenwand von Vermieter durchlöchert und mit Silikon zugeschmiert?

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4 Antworten

Ich wohne in einem Nachkriegsbau mit meterdicken, durchgeschimmelten,
mit Moos bewachsenen Außenwänden in den Misthof hinaus und habe das
Gefühl, gewaltig verarscht und hingehalten zu werden.



Das glaubt Dir hier kein Mensch! Nachkriegsbau mit meterdicken(!) Wänden...

Und dann hast Du das Gefühl, verarscht und hingehalten zu werden, wenn gleichzeitig mit einem irren finanziellen Aufwand versucht wird, Die problematische Wand trocken zu legen!

Da Du nicht weißt, was die da machen (IGEL999 beschreibt es sehr gut.), kannst Du natürlich auch nicht wissen, wieviel Geld hier investiert wird, ohne zu wissen, ob das auf Dauer den gewünschten Erfolg bringen wird.

Bringt die Maßnahme den gewünschten Erfolg, wird es aber bald vorbei sein mit Deinen Schimmelproblemen. Die Tatsache, dass hier wirklich investiert wird, zeigt doch, dass man Dich und Dein Problem zwischenzeitlich ernst nimmt und nicht mehr mangelhaftes Lüften als Grund für die Wandfeuchtigkeit vermutet. Verarschen geht anders!

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Wenns innen schimmelt, ist es zu feucht. Die Ursache der Feuchte muss
gefunden und beseitigt werden. Das Bohren von Löchern wird zur
Abdichtung gegen aufsteigende Feuchte gehören - man vermutet also
Bodenfeuchte von unten.

Allerdings sind Schlafzimmer auch
dafür bekannt, nicht gerade die wärmsten Räume in der Wohnung zu sein.
Bei falscher "Bewirtschaftung" kann es zu Auffeuchtungen im Mauerwerk
"von innen her" kommen. Der Vorgang kann Wochen dauern, oder sich über
Jahre hinziehen.

Ausschlaggebend sind kalte innere
Wandoberflächen durch mangelhafte Beheizung/Wärmeverteilung und die
(ggf. zu hohe) Raumluftfeuchte. Dort wo sich Luft abkühlt, entstehen
höhere Luftfeuchten, bis hin zur Sättigung der Luft bei 100% rF.

Über
der Wiese bildet sich im Herbst in der Nacht Nebel, weil dort die Luft
auskühlt und die relative Luftfeuchte bis zur Sättigung (Nebelbildung)
ansteigt. Auf dem kalten Fußboden im Zimmer sammelt sich ebenso eine
höhere Luftfeuchte, als in den oberen, wärmeren Bereichen des Zimmers.

Wenn
die Wände besonders dick sind, besteht die Gefahr, im Sommer an heißen
Tagen, sich die Feuchte unbewusst an die Wände zu lüften, weil das
Mauerwerk thermisch sehr träge ist und lange Zeit noch kühl bleibt. Die
sommerliche Warmluft führt aber viel Feuchte mit, die sich vor kühler
Wandoberfläche sammelt und die Wand befeuchtet. An heißen Tagen daher
nur in den frühen und kühlen Morgenstunden lüften und Abends, wenn es
drausen sich schon wieder abgekühlt hat. Keine Kipplüftung/Dauerlüftung.

Im
Winter kann es ebenso zur Auffeuchtung aus der Raumluft kommen. Hier
sorgt die Heizung nun für viel Warmluft, die nach oben steigt und erst
unter Auskühlung an der Aussenwand vor dieser zu Boden sinkt, wobei mit
zunehmender oberflächennaher Abkühlung die rel. Luftfeuchte immer weiter
ansteigt.

Unten am Boden ist die Luft dann am feuchtesten
und dort ist die Gefahr der Schimmelbildung am grössten. Nun kann man
auf die Idee kommen, es handelt sich um "aufsteigende Feuchte" und man
ordnet leicht auch mal die falsche Maßnahmen an. Wenns dann nicht gegen
den Schimmel und die Feuchte hilft, dann hat es wenigstens Geld in die
Kasse der Baufirma gespült.

Ich bin - weil notorisch klamm bei
Kasse - immer dafür, mit dem geringst möglichen finanziellen Einsatz,
den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Ich wohne in einem alten Haus,
welches mehrere Jahre leer stand und als Abrißobjekt deklariert war. Es
gab ordentliche Feuchteprobleme. Alleine durch ein einfaches im
Sockelbereich (10cm über dem Fußboden) unter Putz verlegtes Heizungsrohr
(siehe Temperierung nach Großeschmidt im Internet) im Keller konnte
dort ein großer Teil des Jahrezehnte lang feuchten Kellers trocken
gelegt werden und die Stelle lokalisiert werden, wo von aussen Feuchte
eindringt (unterhalb des Fallrohrs der Dachentwässung natürlich).

Die
Wohnräume bekamen alle eine hydraulische Heizleiste vor den
Aussenwänden, die zwei Aufgaben erfüllt: Die Trocknung der Wände und
dadurch die Wiederherstellung des Dämmwertes und die
Beheizung/Temperierung der Wohnräume. Die Heizleiste ist im Altbau
billig zu installieren und die Wirkung ist gewaltig. Gespart wurde
dadurch die Aussenwanddämmung mit Erneuerung der Fenster, die Trocknung
des Bauwerks und Horizontalabdichtungen.

Keine Feuchteprobleme
mehr, kein Schimmel und gleichmäßig angenehme, warme Räume selbst im
tiefsten Winter. Selbst feuchte Stellen am Aussenputz, die der Nachbar
als "aufsteigende Feuchte" deutete, trockneten ab, nach einigen Wochen
Betrieb der Heizleiste an der Innenseite dieser Wand.

Faktoren, die zur Erhöhung des Schimmelrisikos führen (Aufzählung nicht abschließend):

- warmluftlastige Beheizung (klassischer Heizkörper unter dem Fenster)

- Möbelstücke dicht an Aussenwänden

- luftdichte Fenster ohne Lüftungsanlage

- zugige Fenster, die keine Wärme im Raum belassen

- mangelhafte manuelle Wohnungslüftung (Stoßlüftung)

- rissiger Fassadenputz und Wetterseite (Schlagregen)

- Undichtigkeiten an Dach und Dachentwässerung

- Undichtigkeiten in der Wasserinstallation des Hauses

- ungleichmäßige und unstetige Beheizung der Wohnräume

- Kellerwohnungen und EG-Wohnungen auf Erdreichniveau

Faktoren, die zur Senkung des Schimmelrisikos führen (Aufzählung nicht abschließend):

- wärmestrahlungsintensive Beheizung (z.B. durch Flächenheizungen)

- keine Temperaturabsenkung (Nachtabsenkung, etc.)

- normaldichte Fenster mit geringem Luftwechsel durch die Fensterfuge

- Lüftungsanlagen

- geschlossene Zimmertüren zwischen unterschiedlich stark beheizten Räumen

- kalkhaltige Wandbeschichtungen

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Ich gehe mal davon aus, dass du in einer Kellerwohnung oder Erdgeschosswohnung wohnst.

Das was da gemacht wurde nennt man "Verkieselung". Es werden in relativ dichtem Abstand Löcher in die Wand gebohrt und mit einem Gel verpresst, das dafür sorgen soll, dass aufsteigende Feuchtigkeit nicht mehr in der Wand aufsteigt. Diesem Gel traue ich nicht weiter als dass ich es werfen kann.

Ich habe es vor über 10 Jahren auch mal selber ausprobiert. Es hat was genutzt! Für ganze 1,5 Jahre, dann war die Wand wieder nass und die Sanierungsfirma insolvent...

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Sind diese horizontal angeordnet und immer im gleichen Abstand? Gibt es darunter noch einen Keller?

Vermutlich wird die Aussenwand verpresst. Das hilft gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Diese Injektion verteilt sich im Stein und wirkt wie eine horizontale Feuchtigkeitssperre. Diese wird normalerweise (heutzutage) mittels Bitumenbahn ausgeführt. Früher jedoch nicht. Darum kann man mit verschiedenen Systemen die Außenwände ertüchtigen.

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