Schimmel kommt immer wieder?

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Ihr solltet einen Energieberater oder einen Baubiologen beauftragen. Er kann feststellen, ob sich der Schimmel bereits in den Mauern befindet und er kann auch Ratschläge geben wie ihr dann vorgehen solltet. Das Schimmelspray hilft gar nichts.

Ja im Bad sind nur fließen und da kommt der Schimmel direkt beim Fenster.... Das komplette fenster wird bald voller schimmel sein wenn wir es nicht putzen würden, bzw mit schimmelspray drüber...

Darum dachte ich das es an den Fenstern liegt.

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Wenn sich Kondenswasser an den Scheiben bildet ist es eindeutig zu feucht in der Wohnung,dieses Kondenswasser bildet sich auch an den kältesten stellen der Wände,und dort bildet sich dann Schimmel.Diese Schimmel sitzt mit den Wurzeln tiefer als jedes Spray kommt,das ist alles oberflächlich und von kurzer Dauer,und das Problem sund nicht nur die Fenster,sondern die Luftfeuchtigkei ist zu hoch in der Wohnung,dem Grund sollte mal ein Fachmann auf den Grund gehen,und die Fenster sollte sich einmal ein Tischler ansehen wenn sie aus Holz sind,da kann einiges gemacht werden wenn kein Geld für neue da ist.Ich denke da spielen mehrere Faktoren eine Rolle,die Fenster sind nur einer,möglicherweise auch Baumängel die beim Verkauf verschwiegen wurden,wahrscheinlich besteht das Schimmelproblem schon viel länger!

Leider gibt es zur Bausubstanz und zur bestehenden Heizanlage keine Infos. Offensichtlich ist das Problem mit regelmäßigem Stoßlüften nicht zu beheben. Die Nordseite ist mehr betroffen, als die Südseite. Ich vermute mal, die Feuchte kommmt nicht nur von innen, sondern auch von außen.

Gegen Feuchteeinträge von außen wird die gemauerte Wand baulich durch einen großen Dachüberstand geschützt, durch einen rissfreien Verputz und durch die zweischalige Bauweise (letzteres häuptsächlich in Norddeutschland anzutreffen).

Gibt es Wärmedämmung auf der Fassade, so kann die Wand nur noch nach innen entfeuchten.

Wände die nach Süden orientiert sind, werden in der Regel durch die Sonneneinstrahlung gut trocken gehalten. Wände mit westlich orientierter Ausrichtung sind häufiger von Niederschlägen betroffen.

Wenn Feuchte in die Wand eindringt, so erhöht sich in den äußeren Wandschichten der Feuchtegehalt. Kann diese Feuchte schnell wieder nach außen abgegeben werden, so findet so gut wie kein "Durchreichen" der Feuchte nach innen statt. Ist der Außenputz regenbelastet, rissig und blättert die Farbe ggf. schon teilweise ab, so sind das Zeichen, die auf ein vermehrtes Eindringen von Feuchte schließen lassen, jedoch wird auch ein Trocknen nach außen behindert. Dadurch kann es durchaus zu einer verstärkten Feuchtebelastung der Wohnung kommen.

In Grenzen kann man mittels Wärme diese Problematik beherrschen (das kaputte Fallrohr muss repariert werden). Da Feuchte mit dem Wärmestrom wandert, trocknet die Wand grundsätzlich durch Beheizung aus. Es muss jedoch der zusätzliche inneren Feuchteeintrag in die Wand verhindert werden.

Grundsätzlich kommt es zur Kondensatbildung aus der Luft, wenn sich die Luft an kalten Flächen abkühlt, wobei in der kühler werdenen Luft die relative Luftfeuchte ansteigt. Bei 100% rel. Luftfeuchte kommt es zur Kondensatbildung. Einigen Schimmelsporen reichen schon dauerhafte 70% Feuchte aus, um zu keimen, spätestens bei 80% Feuchte sind alle Schimmelsporen mit dabei. Es muss also für den Schimmel nicht zur Kondensatbildung kommen.

Trifft Luft auf warme Flächen, so sinkt bei der sich an der Fläche erwärmenden Luft die relative Luftfeuchte. Die Luft ist nunmehr in der Lage mehr Feuchte aufzunehmen.

Hier liegt nun die Lösung für die trockene Wand: Die Innenwandoberfläche muss warm sein, wärmer als die Raumluft. So wird Raumluftkondensat vermieden und die sich an der Wand erwärmende Luft hat, durch die geringer werdenen rel. Luftfeuchte, das Potential der Wand Feuchtigkeit aus den oberflächennahen Schichten zu entziehen. Die Feuchtigkeit in den tiefer liegenden Schichten wird durch den Wärmestrom nach außen entfeuchtet, wenn hier die Sorptionsfähigkeit des Wandaufbaus gewährleistet ist. Damit kann die Wand entfeuchtet werden, der Dämmwert erhöht sich und die Heizkosten sinken.

Eine Feuchte von nur 4% im Ziegelstein (die ist noch nicht zu fühlen), vermindert den Dämmwert des Ziegels um satte 50%! So ist durch Austrockung eine spürbare Heizkostenersparnis zu erwarten.

Wie bekommt man nun die Wandoberfläche warm?

Wärmestrahlung erwärmt direkt Oberflächen und lässt Luft kühl (diese erwärmt sich an den warme Oberflächen). Konvektive Wärme (Warmluft aus dem Heizkörper) erwärmt die Raumluft und lässt die Wände vorerst kühl. Da es jedoch auf warme Oberflächen ankommt, sollte die Heizanlage einen hohen Anteil der Wärmestrahlung liefern.

Das kann durch die Bauart der Heizkörper geschehen. Kompaktheizkörper (Typ 22) mit zwei außenliegenden Platten und zwei innenliegenden Konvektionsblechen (diese innen eingeschweißten trapezförmig gebogenen Bleche) leifern ca. 75% konvektive Wärme und nur ca. 25% Strahlungswärme. Die Plattenheizkörper (Typ 10) liefern bei gleicher Baugröße deutlich weniger Leistung, jedoch schon 55% Strahlungswärme. Der Plattenheizkörper Typ 10 müsste entsprechend größer (breiter) sein, um die gleiche Wärmeabgabeleistung zu haben.

Grundsätzlich sollten Heizrohre unten an allen Außenwänden verlegt werden, denn damit bekommt die Außenwand in den Bereichen, wo die konvektive Luft schlecht hinkommt, Wärme direkt durch das warme Heizrohr.

Eine günstige Variante die Außenwand ordentlich mir Wärme zu versorgen, ist die hydraulische Heizleiste. Diese wird unten vor allen Außenwänden montiert und kann mit Holz optisch ansprechend verkleidet werden und ersetzt die Heizkörper unter den Fenstern. Die Heizleiste legt konvektiv einen dünnen Warmluftschleier vor die Außenwand. Die Wandoberfläche wird durch die Warmluft erwärmt und wird wärmer als die übrige Raumluft. Dadurch sendet die Wandoberfläüche Wärmestrahlung in den Raum hinen, was alle Oberflächen nahezu gleichmäßig erwärmt. Da Luft an kalten Oberflächen abfällt und an warmen Oberflächen aufsteigt gibt es mehr Luftbewegungen, je stärker die Temperaturunterschiede im Raum sind. Durch Luftverwirbelungen werden Staub, Sporen und Keime in der Luft gehalten. Da sich durch Strahlungswärme die Luft beruhigt, wird die Luft partikelfreier und gesünder.

Um Schimmel zu vermeiden muss neben dem Lüften danach auch immer wieder auf Raumtemperatur aufgeheizt werden.

Okay...also pass auf:

Du machst auf zwei Seiten gleichzeitig (Nord- und Südseite?) die größten Fenster weit auf. Zwischentüren und Fenster ggf. sichern, damit diese im Luftdurchzug nicht zuschlagen.

Jetzt lässt du die Wohnung etwa 3 bis 5 Minuten durchpusten, dann machst du wieder alle Fenster komplett zu.

Die Zwischentüren der Räume lässt du danach am besten offen, stellst die Heizung in jedem Raum so ein, dass du in der Wohnung eine wohnliche, gleichmäßige Raumtemperatur hast.

Wenn du in einer oder zwei Stunden noch immer da bist, wiederholst du den Lüftungsvorgang. Sonst, sobald du wieder dort bist.

Insgesamt machst du das mehrfach am Tag, je nach Anwesenheit. Besonders morgens und vor dem Schlafengehen. Aber auch nach dem Kochen oder Backen, wo viel Wasserdampf entsteht.

Im Normalfall müsstest du die Feuchtigkeit so binnen kurzer Zeit in den Griff bekommen. Und dann wächst auch kein Schimmel mehr.

Und HEIZEN nicht vergessen! Denn vernünftig heizen, in allen (!!) Räumen ist ebenfalls wichtig. (Während des Lüftens kann die Heizung abgedreht werden.)

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