Schimmel in Wohnung eigenverschulden?

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9 Antworten

Altbau keine Dämmung aber neue Fenster.

Genau das ist das Problem. Die kältesten Oberflächen sind jetzt nicht mehr die Fensterscheiben, sondern die Außenwände und die OF-Temperatur ist unterhalb des Taupunkts. Die anderswo schon beschriebene Zwangsbelüftung dürfte tatsächlich genau richtig sein.

Ich kenne einen Fensterbauer, der in so einer Situation abgeraten hat, 3-Scheiben-Isolierverglasung zu nehmen. 2 Scheiben sind hier besser und überdies riet er immer dazu, bei solchen Fenstern in Altbauten, ein Stück der Dichtung raus zu schneiden, dass ein gewisser Luftaustausch ständig gegeben ist.

Geht zwar auf die Heizkosten, ist aber gesünder.

Übrigens: "Schimmelradar" gibts bei voelkner.de für 23 Euro (?) und sorgt dafür, dass man (sanft) alarmiert wird, wenn Lüften notwendig ist. Hilfreiches Gerät (ich verdiene nicht daran).

Das Stück Dichtung raus schneiden geht eben nicht auf die Heizkosten, denn was bewirkt es?!?

Der Schimmelwuchs hört auf, weil die Wohnung eine bessere Grundlüftung hat.

Schimmel auf der Wand ist aber immer ein Zeichen von zu viel Oberflächenfeuchte. Die Oberfläche wird also trockener. Mit trockenerer Oberfläche trocknet aber die Wand dahinter auch, was den Dämmwert verbessert.

Demzufolge ist mit ein bisschen Dichtung aus dem Fenster schneiden eher was für geringere Heizkosten getan, als für höhere Heizkosten.

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@Onki73

Wow, danke. Soweit habe ich noch gar nicht gedacht und hat mir noch niemand gesagt.

Aber: Stück Dichtung rausschneiden nur mit Erlaubnis des Vermieters, denn natürlich ist das erst mal Sachbeschädigung und spätestens, wenn der Vermieter das merkt oder beim Auszug muss man die Dichtungen ersetzen. Deshalb unbedingt mit dem Vermieter abklären und ihm erklären, dass es in seinem Haus besser ist, für eine gewisse Grundlüftung zu sorgen. Sein Fensterbauer wird ihm das vermutlich auch bestätigen.

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Was bin ich froh, daß ich alte Holzfenster hab. da zirkuliert immer ein bisschen Luft, es gibt kein Kondenswasser, egal, ob ich lüfte oder nicht. Die dichten zwar nicht ganz ab, im Winter zieht es auch geringfügig, aber da reicht schon ein Vorhang, um der Kälte Herr zu werden. Deshalb halte ich den Vorschlag mit Spaltlüften für gar nicht so verkehrt. 

"Schuld" sind die neuen, superdichten Fenster. Deshalb Kondenswasser und Schimmel. Zusätzlich kann es Baumängel geben, wenn ganze Wände feucht sind, Genaueres kann euch nur ein unabhängiger Gutachter sagen. Den Architekten vom Vermieter könnt ihr vergessen.

Ob es an fehlerhaftem Lüften liegt oder ob Baumängel vorliegen kann nur vom Fachmann wirklich festgestellt werden. Wenn die Wände aufgrund von Baumängeln feucht sind, dann kann man da kaum gegenanlüften.

Gibt es bei euch in der Gegend einen Mieterverein? Die haben oft Beratungsangebote und sind dabei auf eurer Seite, werden also nicht pauschal behaupten, dass es eure Schuld ist. Die können dich auch über die rechtlichen Möglichkeiten aufklären und einschätzen, was gute Erfolgschancen hat.

Letztes Jahr habe ich den Vermieter darauf angeschrieben, seine Antwort darauf war: Eine Broschüre wie man richtig lüftet um Schimmel zu vermeiden.

Naja wir lüften mittlerweile 1-2 täglich alles durch

Doofe Frage von mir: Stand das so in der Broschüre?

1 - 2 mal lüften ist viel zu wenig. Ihr seid mit zwei Personen auf vermutlich nicht so übertrieben großen Raum. Und in Wohngemeinschaften sind Wohnungen nicht nur oft überbesetzt, sondern auch übermöbeliert. Sprich: Es gibt wenig freie Raumluft, auf die sich die von zwei Personen erzeugte Feuchte verteilen kann. Also muss deutlich öfter gelüftet werden.

Lüften: Fenster ganz auf, am besten quer durch die Wohnung mit Durchzug. Nach wenigen Minuten wieder komplett zu. Es geht darum, die Raumluft möglichst schnell gegen Frischluft zu ersetzen, ohne dass die Räume lange auskühlen.

Lüften direkt nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen, dazwischen in regelmäßigen Abständen bei Anwesenheit.

Achtet auch darauf, dass die Außenwände frei bleiben sollten.

Ihr könnt verlangen, dass ein Sachverständiger beauftragt wird.

Zu den Kosten gibt es 2 Möglichkeiten, entweder Mieter/Vermieter einigen sich darauf, diese Kosten zu teilen, oder derjenige, der laut Gutachter als Verursacher gilt, wird die Kosten übernehmen.

Dieser Gutachter stellt dann fest, ob es am Wohnverhalten oder an Baumängeln liegt und wird dann auch Ratschläge zur sicheren Beseitigung geben.

Kosten dann wiederum beim Verursacher.

Schreibt doch mal ein Protokoll - wann gelüftet wird - wie lange - welche Temperatur (außen und innen) am Besten für jeden betroffenen Raum. Kenne das Problem aus Vermieter Sicht. Da erzählen mir die Mieter, dass sie immer schön regelmäßig lüften und dann kommt raus - sie verlassen um 6.00 Uhr morgens - beide das Haus und kommen Abends um 19.00 Uhr wieder nach Hause. Super wenn sie dann 4  x täglich in gleichmäßigen Abständen stoßlüften. Ich habe jetzt für ca. 100 € Fenstergarnituren gekauft die anzeigen wann und wie oft gelüftet werden muss (rot - gelb - grüne LED's) und die das ganze auch aufzeichnen können/nicht müssen. - So muss keiner mehr schwindeln und wenn sie alles so tun wie sie sagen kann ich weiter nach den Ursachen forschen (Kältebrücken etc.)  Ich will auch als Vermieter keinen Schimmel im Haus und die chemische Keule auch nicht!!!

Das Kältebrücken da sind, hat der Vermieter sogar selbst erzählt!

Nunja wenn man nunmal arbeitet... wie viel mal ist noch ein gesundes Maß, das man dem Mieter zumuten kann zu lüften ?

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@Personx11

Keine Ahnung - frag mal beim Mieterverein - gibt überall nette und doofe Menschen - auch als Vermieter - wenn du nach dem Duschen lüftest und wenn du da bist auch drauf achtest dürfte nix schiefgehen. Mach aber mal das Protokoll - ist doch für Euch auch interessant und vor Gericht /oder beim Rechtsanwalt macht das immer einen guten Eindruck. Ehrlich währt am längsten. Ich will mit meinen Mietern keinen Stress - habe ich keinen Bock drauf, auch wenn es dass eine oder andere Mal etwas kompliziert ist - bis jetzt haben wir uns noch immer vernünftig einigen können.  

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Heizen und Lüften gehört immer zusammen. Richtig lüftet man, indem man 3-4x täglich das Fenster GANZ aufmacht (NICHT auf Kipp!), also auch keine "Spaltlüftung" ;-)

Den Raum auf Zimmertemperatur aufheizen, da nur warme Luft in der Lage ist, genügend Feuchtigkeit zu speichern, die man dann auch wieder rauslüften kann.

Macht das so und ihr habt kein Problem mehr.

die Vermieter-Auskunft, man würde nicht richtig lüften, ist nur eine Ausrede, damit der VM nicht in die Pflicht genommen werden kann. 

Wir hatten gleiche Probleme und einen Spezialisten da, der uns "richtiges Lüften" erklärt hat. Nicht dieses sogenannte Stoßlüften bringt was, sondern "Spaltlüften": Fenster oben etwas geöffnet und einen Streifen Pappe einklemmen, so dass ständig ein Luftaustausch zwischen der Außenluft und den Räumen stattfindet. Es fühlt sich zwar die ersten Tage kalt an, gibt sich aber wieder.


Super, was es doch für "Spezialisten" gibt...

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@pharao1961

weißt du es besser ? bei uns sind die Schimmelflecken jedenfalls weg.

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Im Prinzip wird es ja so sein das das Haus am schwitzen ist und durch die neuen Fenster kommt wohl auch nicht mehr viel durch, bei altbaufensten ist es ja so das man eine geringe Luftzirkulation hat, was wohl mit dieser von Ihnen beschriebenen Methode nachgebildet wird. Wie ist das denn mit den Heizkosten?

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Neben den verschiedenen Lüftungstechniken kann man es mit den Luftentfeuchtern von Humydry, UHU, aus den Aldi/Lidl-Sortimenten oder ähnlichem probieren. Damit lässt sich die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit senken.

Bei einem muffig riechenden Raum hatte ich nach einigen Monaten den modrigen Geruch raus.

Daran, dass die falsche Fensterwahl getroffen wurde, ändert das natürlich nichts.

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