Schimmel im Schlafzimmer was nun?

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10 Antworten

Der Vermieter hat uns jedoch nicht darauf hingewiesen, dass das eventuell zu Schimmel führen kann.

Na Supi. Da haben nicht die Alarmglocken geleutet?

Ich wäre gar nicht erst eingezogen.

Nun behauptet der Vermieter das es ganz allein unsere SChuld wäre, da wir anscheinend falsch gelüftet haben. Natürlich will er jetzt nicht zahlen....

Hier mal eine Info für Euch und den Mieterbund,fragt mal ob Ihr das Urteil anwenden könnt:

Feuchtigkeit & Schimmel: Vermieter muss beweisen, nicht verantwortlich zu sein

Ein Mieter ist zur Minderung berechtigt, wenn Schimmel nicht ausschließlich auf falsches Lüftungsverhalten zurückzuführen ist, sondern auch baulich bedingt ist, entschied das Landgericht Frankfurt/Oder in einem wichtigen Urteil.

Ein Vermieter hatte einen Mieter auf Zahlung rückständiger Mieten verklagt. Der Mieter berief sich jedoch darauf, dass er die Miete wegen Feuchtigkeit und Schimmelbildung gemindert hatte. Er war der Ansicht, dass dies auf Baumängel zurückzuführen sei. Der Vermieter hingegen führte falsches Lüftungsverhalten des Mieters als Ursache an. Ein gerichtlich bestellter Sachverständiger kam zwar zu dem Ergebnis, dass das Lüftungsverhalten des Mieters ursächlich für die Mängel war. Allerdings ermittelte der Sachverständige auch bauliche Mängel in Form von Wärmebrücken, die möglicherweise mitursächlich waren.

Das Landgericht wies die Klage des Vermieters deshalb ab. Ist streitig, ob Feuchtigkeitsschäden dem Vermieter oder dem Mieter zuzurechnen sind, muss zunächst der Vermieter beweisen, dass er nicht verantwortlich ist. Erst dann, wenn ihm dieser Beweis gelungen ist, muss der Mieter beweisen, dass die Feuchtigkeitsschäden nicht aus seinem Verantwortungsbereich stammen. Nachdem der Vermieter in diesem Rechtsstreit die vom Sachverständigen geforderten Bauteilöffnungen verweigert hatte, war er den Beweis, dass die Feuchtigkeit nicht aus seinem Verantwortungsbereich herrührt, schuldig geblieben (LG Frankfurt/Oder, Beschluss vom 14.09.10, Az. 19 S 22/09).


Hier mal ein Link zum richtigen Lüften:

http://lueftungsleitfaden.intern.ws/

MFG

johnnymcmuff

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Schimmel in Schlafzimmern ist zu 99% nutzerbedingt, d.h. es wird nicht korrekt geheizt und gelüftet. Bei der Kälte in diesem Winter bleibt ein Zimmer zu lange zu kalt, wenn erst ab 16 Uhr geheizt wird. Wie wurde gelüftet? Wenn es überwiegend durch die Kipplüftung passiert ist, dann war das falsch. Ein Schrank darf durchaus auch an einer Außenwand aufgestellt werden. Daher muss der Vermieter hier auf nichts hinweisen. Wichtig ist der Abstand zu Wand und eben das korrekte Heizen. Weiter sind offene Türen, (Badfeuchte gelangt dadurch oft in die Schlafzimmer), Wäsche aufhängen und Pflanzen im Zimmer Schimmelförderer. Der Schrank sollte gut mit Essig abgewaschen werden.

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Kommentar von johnnymcmuff
03.04.2012, 13:20

Immer wieder das Märchen 99% ist der Mieter schuld.

Es gibt viele Altbauten,die schlecht isoliert sind und bei denen dann Schimmel auftritt.

Das ist bestimmt bei mehr als 1% der Fall !

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Wir haben fast jeden morgen und jeden Abend gelüftet und nach dem Arbeiten** ca 16Uhr geheizt**.

Ihr habt den Schrank mit 10cm Abstand vor die Wand gesetzt, womit der Abstand ausgereicht haben sollte.

Nicht ausgereicht hat euer Heizen/Lüften. Das sollte konsequenter durchgeführt werden, regelmäßig.

Ratgeber vom Mieterbund: http://www.mieterbund.de/942.html

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Wenn die Wand kalt ist und bereits Schimmelbefall aufwies, ist es mit einfachen Mitteln schwierig etwas zu erreichen. Sobald die Feuchtigkeit an/in der Wand kondensiert fängt der Schimmel, welcher sich im Oberputz befindet, an Fruchtkörper zu bilden. Diese Fruchtkörper sind der sichtbare Teil des Schimmelpilzes.

Richtig wäre eine fachgrechte Schimmelsanierung: Oberputz abschlagen, Wand imprägnieren, Oberputz wieder drauf und eine Innendämmung mit mineralischen Kalziumsilicatplatten.

In der Regel wird die Wand mit Schimmel-Ex behandelt und nur frisch gestrichen (wie bei Euch).

Mein Tipp zur akkuten Selbsthilfe: 1. Beweise sichern (Foto, ein Stück Tapete aufheben etc.) 2. Mieterbund beitreten. (Trotzdem kann es Monate dauern bis der Vermieter aktiv wird) 3. Schimmel mit klarem Wasser abwaschen. 4. Die Wand mit Innensilicatfarbe/innenmineralfarbe 2x streichen. (Danach bilden sich keine Fruchtkörper mehr und der gesundheitsschädliche Spoerenflug wird verhindert.) 5. Den Schrank so aufstellen, dass Luft zirkulieren kann. Wenn der Schrank keine Füße hat, bastelt irgendwas drunter dass Luft dran kommt.

Ihr müsst morgens vor verlassen der Wohnung und vorm Schlafen die ganze Bude stoßlüften (alle Fenster 5min ganz aufreißen). Alle Zimmer müssen mäßig beheitz werden, alle Heizkörper sollten leicht warm sein. Nur dann zirkuliert die Luft wärend Eurer Abwesenheit in den Räumen. Schaltet Ihr die Heizung ab, kommt die Luft zum Stillstand. An den kalten Stellen schlägt sich die Feuchtigkeit nieder.

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Wir haben fast jeden Morgen und jeden Abend gelüftet und nach dem Arbeiten ca 16Uhr geheizt. -> Das ist ja genau das Problem!

Vielleicht hilft dir mein Tipp für meine Mieter:

Schimmel – nasse Wände? Probleme mit dem Vermieter/Eigentümer?

Wasser an der Innenseite von Fensterscheiben wird festgestellt, wenn sich diese Feuchtigkeit aber in/an der Tapete/Wand festsetzt, wird der Folgeschaden als Schimmel erst deutlich später feststellbar.

Warum kommt es zu Feuchtigkeit in den Räumen? Generell ist durch die Ausatmung, die Verdunstung von Blumenwasser, Kochwasserdampf … immer eine Verdunstung von Wasser in den Räumen vorhanden. Nachts verliert jede Person bis zu einem Liter Flüssigkeit durch Schwitzen, Atmung …

Warum schlägt sich die Feuchtigkeit an den Fenstern/Wänden nieder? Je nach Lufttemperatur kann die Raumluft nur bestimmte Wasserdampfmengen aufnehmen. Bei 0 Grad sind das etwa 4 Gramm, bei 20 Grad etwa 17 Gramm pro Kubikmeter. An kalten Flächen (z. B. Fenstern) schlägt sich die Raumfeuchtigkeit dann nieder. Das gleiche passiert, wenn man gegen einen Spiegel ausatmet: er beschlägt.

Jeder kann sich an Erzählungen seiner Großeltern erinnern, die davon berichten, dass man im Winter noch Eisblumen an der Innenseite der Fenster hatte. Damals wurden dicke Decken vor die Fenster gehängt. Oft froren die Decken dann an den Fenstern fest. Auch konnte durch dicke Vorhänge, die abends zugezogen wurden, die Kälteausstrahlung der weitgehend ungedämmten Fenster verringert werden.

Heute hat kaum jemand noch dicke Vorhänge vor den mehrfach verglasten Fensterscheiben, deren Fläche auch erheblich größer geworden ist als früher. Die Innentemperatur an den Mehrfachverglasungen ist so in vielen Fällen deutlich über den (in Altbauten) weniger gedämmten Außenwänden. Daher sollte die Temperatur an allen Innenflächen der Räume bei recht kalten Wänden (mit einem Infrarotthermometer) überprüft werden.

Was ist zu tun? In kleinen Schlafräumen (unter 14 m² und 2,45 m Raumhöhe) reicht die Luftmenge von ca. 35 m³ gerade einmal, um bei einer Raumtemperatur von 15 Grad die Menge von 400 ml Verdunstungsflüssigkeit aufzunehmen. Bei 50 % Luftfeuchtigkeit sind aber schon 200 ml in der Luft vorhanden, bevor man dort schlafen geht! Der Rest (alles, was über die weiteren 200 ml verdunstet wird,) muss sozusagen an das Fenster oder an/in die Wand. Dort wird er bei einer verputzten Innenwand auf den ersten Zentimetern der Wand aufgenommen, wenn die Tapete, Farbe dampfdurchlässig ist. Bei 2 Personen kommen schon Feuchtigkeitsmengen von mehr als einem Liter zusammen! Dann ist höchste Vorsicht geboten! Im Laufe des Tages dann wird diese Feuchtigkeit dann – nur bei ausreichender Belüftung – fast vollständig wieder abgegeben.

Es kann also nur eine ausreichende Stoßlüftung am frühen Morgen für eine Lufterneuerung und damit eine deutliche Senkung der Luftfeuchtigkeit (unter 55 %) sowie eine angemessene Beheizung von mindestens 15-16 Grad über den ganzen Tag Abhilfe schaffen. Eine permanente Abluftanlage verbraucht nicht mehr als 20 Watt/Std. (also ca. 10 Cent/Tag) und ist z. B. bei innenliegenden Bädern die richtige Lösung!

Das Führen eines Heiz-/Lüftungstagebuchs ist erforderlich. Dazu sind die Temperaturen in Raummitte (einen Meter über dem Boden), die Temperaturen an den Wänden/Decken und am Fenster zu messen und die Lüftungszeiten sowie die Luftfeuchtigkeit im Raum (vor und nach dem Lüften) zu notieren.

Nur mit solchen Aufzeichnungen könnte ein Vermieter davon überzeugt werden, dass ein Baufehler vorliegen kann. Für Baufehler und deren Abhilfe ist der Eigentümer zuständig – für die auf falsche Lüftung/Heizung zurückzuführenden Beschädigungen zahlt der Mieter!

Datum/Uhrzeit Raumtemperatur Wandtemp. 1 Wandtemp. 2 Luftfeuchtigkeit gelüftet von… bis…

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Hallo, auch ich bin Vermieter. Bei uns bekommt jeder "Neumieter" ein Merkblatt über richtiges Heizen und Lüften. Ich gehe mal sehr davon aus, dass bei euch einfach zu wenig geheizt wurde, bzw. teilweise gar nicht geheizt! Das geht natürlich nicht. Hinzu kommt, dass es Schlafzimmer ist mit einer Nordwand. Die Feuchtigkeit muß sich dann zwangsläufig an der Nordwand niederschlagen. Ihr werdet den Schaden selbst beheben und in Zukunft mehr heizen und Lüften müssen. Schade

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Also schon mal vielen Dank für die Tipps^^

Allerdings war es so das der Vermieter uns NICHT darauf hingewiesen hat das es Nachteile hat den Schrank dorthin zu stellen. Und ist es nicht etwas komisch wenn mir mein Vermiter vorschreibt wie ich zu heizen und zu lüften hab? Also in meiner früheren Wohnung hatte ich nie Probleme und da hat ich auch kein ausgeprägtes Lüftungs- bzw. Heizverhalten.

Und das richtig merkwürdige an der ganzen Sache ist, das der Putz mit runter kommt wenn man die Tapete abzieht.

LG

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Kommentar von Det1965
22.03.2012, 11:26

Der lose Putz ist ein typisches Zeichen dafür, dass Feuchtigkeit schon jahrelang an dieser kalten Nordwand vorhanden ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber Kondensfeuchtigkeit. Eure Vormieter haben vermutlich den gleichen Fehler gemacht, großen Schrank an die Außenwand und/oder zu wenig geheizt und gelüftet.

Von euren Zwei Monaten Wohnzeit wird ein Putz nicht so mürbe, dass er mit der Tapete abgezogen werden kann!

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Kommentar von Padri
22.03.2012, 12:59

Der Vermieter muss darauf nicht hinweisen! Siehe Antwort oben. Und selbstverständlich darf der Vermieter vorschreiben wie man zu lüften und zu heizen hat. Das muss er sogar mittels Lüftungsleitfaden.

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Der lose Putz ist ein typisches Zeichen dafür, dass Feuchtigkeit schon jahrelang an dieser kalten Nordwand vorhanden ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit aber Kondensfeuchtigkeit. Eure Vormieter haben vermutlich den gleichen Fehler gemacht, großen Schrank an die Außenwand und/oder zu wenig geheizt und gelüftet.

Von euren Zwei Monaten Wohnzeit wird ein Putz nicht so mürbe, dass er mit der Tapete abgezogen werden kann!

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3x täglich für ca. 5 Minuten Fenster GANZ auf und danach IMMER heizen. Wenn kein Baumangel vorliegt, müßte das Problem dann beseitigt sein. 10 cm Abstand ist ja schon recht viel. An einer Aussenwand ist natürlich immer schlecht. Probiert es mal damit, sollte das nicht helfen, dann muss man prüfen ob ein Baumangel vorliegt.

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Nicht nur der Abstand zur Wand zählt, sondern wie die Luft zirkuliert ist wichtig. Bei uns ist das gleiche Problem. Dadurch dass die Wand sehr kalt ist, der Raum geheizt und die Luft nicht zirkuliert, entsteht der Schimmel. Am Besten den Schrank an einer Innenwand stellen. Bei uns musste der Komplette Schrank weggeschmissen werden....

Das der Schrank schuld ist fällt auf, wenn du die Tapete abmachst und drunter nur wenig Schimmel ist. Kommt die Feuchtigkeit von aussen, ist es andersrum.

Anscheinend war dem Vermieter das Problem bekannt, und er hat euch deshalb darauf hingewiesen.

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Kommentar von pharao1961
21.03.2012, 15:14

Er hat sie nicht daraufhin gewiesen.

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