Schimmel an der Wand...noch darin schlafen?

14 Antworten

Du solltest regelmäßig kurz lüften. Dazu das Fenster weit auf (gerne auch auf der anderen Wohnungsseite = Durchzug), nach wenigen Minuten wieder ganz zu. (Niemals kipp-, niemals dauerlüften, immer nur schnell die Luft austauschen!).

So bringst du zum einen die Feuchtigkeit heraus, hast zum anderen stets frische Luft, die nicht so sehr durch Schimmelsporen belastet sind.

Die Luft erwärmt sich rasch wieder an Wänden und Möbeln, weshalb du keine Angst haben musst, nun ständig frieren zu müssen :o)

Der Eckschrank stand direkt an der Außenwand oder gar - schlimmer noch - an der Außenwandecke. Dadurch konnte diese Ecken nicht von der Zimmerluft erwärmt werden und wurde sehr kalt. Deshalb ist dort die Luftfeuchtigkeit kondensiert. (Wie bei einer Wasserflasche, die du aus dem Kühlschrank nimmst und die in deinem Zimmer sofort beschlagen würde).

Falls du den Eckschrank anderswo unterbringen könntest - vielleicht eine Innenwandecke, wäre das sehr hilfreich. Ansonsten sollte er zumindest deutlich von der Außenwand abgerückt bleiben. Merke: Möglichst keine Möbel direkt vor Außenwänden!

Den Schrank darfst du dann füllen, bis er zusammenbricht. Der macht keinen Schimmel ;o)

Lüftungstipps, wie Napoloni sie beschreibt, sind hilfreich, um die Raumluftfeuchte zu reduzieren, was der Kondensatbildung entgegenwirkt und damit die Schimmelgefahr reduziert.

Das Abrücken von Schränken von Aussenwänden soll der besseren Erwärmung der inneren Wandoberfläche durch die zirkulierende Raumluft sorgen, aber auch ein gleichmäßiges Durchheizen ohne (die oftmals sinnlose) Nachtabsenkung soll für höhere innere Wandoberflächentemperaturen sorgen. Wenn sich schon Kondensat in der Ecke bildet, wird die Wandoberfläche mind. 6°C kälter, als die Raumluft sein. Mit besserem Lüftungsverhalten kann diese Temperaturspreizung (Wandoberflächentemperatur zur Raumlufttemperatur) durchaus recht hoch sein, ohne Kondensatprobleme, aber die kalte Wandoberfläche bereitet dem Bewohner immer noch unbehagen. Deshalb wird im Winter oftmals der Raum auf 24°C geheizt obwohl im Sommer 20°C im Zimmer als völlig angenehm empfunden werden. Das liegt an den kühleren inneren Wandoberflächen der Aussenwände im Winter, mit welchen der Mensch im Strahlungsaustausch steht. Oma hatte sogar den "Eichstrich" bei 18°C am Zimmerthermometer, weil sich da bereits mit dem hohen Anteil an Wärmestrahlung des Kachelofens die Behaglichkeit einstellte.

Letztendlich hilft gegen kalte Wandoberflächen nur eine bessere Verteilung der Heizungswärme im Raum. Die Raumluft als Wärmeüberträger ist dafür jedoch grundsätzlich schlecht geeignet, weil sie zum einen nur eine begrenzte Wärmemenge aufnehmen und übertragen kann und zum anderen auch die Luftzirkulation nur eingeschränkt möglich ist.

Jeder Heizkörper liefert aber auch zum Glück auch Wärmestrahlung. Diese Wärmestrahlung bewirkt das direkte Erwärmen von Oberflächen. Wärmestrahlung setzt sich mit Lichtgeschwindigkeit fort und wird von Festkörpern teilweise absorbiert, wobei Wärme entsteht und teilweise reflektiert. Durch Wärmestrahlung und dem Strahlungsaustausch werden alle Oberflächen annähernd gleich temperiert. Wärmestrahlung läßt die Luft ruhen, wodurch Zuglufterscheinungen vermindert oder ganz verhindert werden. Das Gefühl kalter Füße lässt sich mit Wärmestrahlung beheben, da nur bei stark konvektiver Beheizung (Warmluft) die abgekühlte Luft über den Fußboden zum Heizkörper zurück strömt und für kalte Füße sorgt.

Es ist also überlegenswert, ob man die erwärmte Luft ständig zum Fenster rauslüftet, die Möbel alle an die Innenwände stellt oder man mal prüft, ob sich nicht mit "einfachen Mitteln" der Anteil an Wärmestrahlung an der Heizanlge erhöhen lässt. Mit mehr Wärmestrahlung erreicht man sofort ein behaglicheres Gefühl in der Wohnung, mittelfristig wird man damit die Heizkosten senken können, weil die Wärmestrahlung die Wände trocknet und diese damit einen besseren Dämmwert bekommen.

Der Heizkörper Typ10 liefert zum Beispiel ca. 55% Wärmestrahlung, ist aber bei gleicher Heizleistung deutlich größer (breiter), als der z.B. oft verbaute Heizkörper Typ 22, welcher nur ca. 25% Wärmestrahlung liefert..

Die einfache Heizrohrschleife in Sockelhöhe vor der gesamten Aussenwand sorgt auch schon für eine bessere Wärmeverteilung im Raum und bietet wieder Freiheit bei der Möbilierung, da die Wand hinter dem Schrank vor der Aussenwand nicht so stark auskühlt.

Wer clever ist, kann gleich ein 22mm Kupferrohr verlegen. Das lässt sich später auch noch zur Heizleiste (mal googeln) aufrüsten. Dafür gibt es passende Heizregister, welche auf das Rohr aufgedrückt werden (System RadiaTherm) und das Ganze wird dann mit einem Holzbrett verkleidet, so dass unten die Luft einströmen und oben auströmen kann.

Mit der Heizleiste bekommt man ein Klima in den Raum, was annähernd dem der Fußbodenheizung entspricht, nur gibt es keine erhitzte Luftschicht direkt über dem Fußboden mehr, welche beim Abriß und Aufstieg zur Zimmerdecke Staub und Dreck mit in die Atemluft zieht.

Auf Dauer ist es nicht gesund (kommt aber auch auf die Person drauf an)! Ihr solltet auf keinen Fall nur drüber tapezieren - wir hatten das selbe Problem - es gibt spezielle Farbe dafür bzw. so Platten die das aufhalten (teuer!), manchmal helfen aber auch Hausmittelchen...

Ich hatte das auch mal. Neu tapezieren hilft da nur bedingt, da der Schimmel wieder kommt. Im Prinzip müsste man es neu verputzen. Es gibt aber im Baumarkt Schimmel-Entfernungs-Zeug.
Ich würde auf jeden Fall Deine Klamotten durchsehen, denn es könnte sein, dass der Schimmel auch Deine Kleidung befallen hat (war bei mir auch so).

LG

Also, Onki73 macht es wie immer wieder völlig unkompliziert und preiswert:

Heizkörper rausreissen und durch Heizkörper ersetzen, die ca. 3x so groß sind. Die paar Investitionen... :-)

Möbel sollten nicht direkt vor einer Aussenwand stehen, wenn diese ungedämmt ist. Besser irgendwo anders hinstellen, wenn das nicht möglich ist, dann mit etwas Abstand zur Wand stellen.

Wie lüftest und heizt du denn?

Der Schrank wirkt wie eine Innenisolierung und die ist immer schlecht.

Die unsichtbaren Schimmelsporen sind überall in der Luft. Kennst du jemand, der ein Ozongerät hat? Damit ließe sich der Raum desinfizieren. Brandsanierer z.B. haben oft solche Teile.

Ja, wie immer sehr unkompliziert. ;-) 1x geändert und lange Zeit glücklich und schimmelfrei wohnen.

Fensterdichtungen rausschnippeln ist wirksam, wird aber nicht gerne gelesen von den "Experten". Na dann stoßlüften zu allen möglichen Zeiten.

Der Hinweis auf die Wärmestrahlung ist oft auch nur informativer Natur, da ich der Meinung bin, dass 90% der Schimmelschäden auf die falsche Art der Beheizung zurückzuführen sind, also bauseitige Ursachen (heizungstechnische) haben.

Ich hab nun Heizleisten in meinem Haus in Betrieb und bin mehr als zufrieden. Eine gleichmäßigere Wärmeverteilung ohne Zugluft habe ich noch nicht erlebt. Trotz 18-20°C ist es angenehm warm im Zimmer und ich kann mich beim Sitzen auf dem Hocker sogar an die Aussenwand lehnen ohne gleich am Rücken zu erfrieren.

Trotz Innenputzarbeiten, die sich bis zum November 2014 hinzogen, hab ich nun im frisch verputzten Raum eine Luftfeuchtigkeit von unter 20% und keine Probleme mit "zu trockener" Luft, da wegen fehlender Warmluftkonvektion der Staub auch nicht mehr durch den Raum geblasen wird. Trockende Luft und das oft erwähnte Kratzen im Hals entsteht, weil sich auf den oberen Atemwegen Staub aus der Luft ablagert und sich damit dort die Verdunstungsoberfläche stark vergrößert.

Gelüftet wird morgens 1x und nach dem Duschen, bzw. Kochen. Sonst nicht. Reicht völlig aus, da ich keine Gummidichtungen in den aufgearbeiteten Kastenfenstern habe und kein Problem mit zu hoher Luftfeuchte. Als da übrigens noch die Baufolie vor dem Fenster vorhing und es draussen stürmte, blieb die Folie völlig unbeweglich innen vor dem Fenster hängen. Nix mit Durchzug ohne Fensterdichtungen.

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@Onki73

Die Bewohner mit Niedertemperaturheizung, die wenige Male am Tag lüften haben auch keine Probleme mit Schimmel und sicher geringere Heizkosten als mit Strahlungsheizung. Vom Umbau mal garnicht zu reden. Ich kann den Leuten nicht empfehlen, die Heizung umzubauen in eine Strahlungsheizung. Es wäre fachlich rückständig und zu teuer. Es geht viel viel einfacher.

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