Schiff beschädigt musste abgewrackt werden Versicherung zahlt nur 2000€

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3 Antworten

Wenn die Werft laut Gutachten an der Art des Schadens selbst kein Verschulden trifft (was wohl der Fall ist, weil der Gutachter nicht bescheinigt hat, die Beschädigung wäre auf fehlerhaftes Handeln der Werft zurückzuführen sondern auf Materialermüdung), bleibt nur, die Versicherung zu verklagen auf Zahlung der Summe, die beim Totalverlust fällig wird. Da davon auszugehen ist, dass dieses Verfahren lange dauern wird und der Ausgang zudem ungewiss ist, solltest Du im schlimmsten Fall Vorkehrungen für ein Privatinsolvenzverfahren treffen, weil Du auf den Kosten bis zu einer eventuellen Entschädigung jahrelang wirst sitzenbleiben.

Die Werft bzw. ihre dahinterstehende Betriebshaftpflichtversicherung haftet nur bei Nachweis einer schuldhaften Pflichtverletzung des Kranführers / Auftragnehmers, soweit die AGB nicht die Haftung - für leichte Fahrlässigkeit, die hier vorliegen könnte - wirksam ausschließen.

Die Schiffs-Kaskoversicherung ersetzt Reparaturkosten (Teilschaden) oder zahlt die Versicherungssumme abzgl. Restwert (Totalverlust).

Beschäftige mich seit 2009 mit einem Kranschaden (25t-Motoryacht) aus dem Jahre 2006 (!). Trotz Kiel- und multiplen Spantenbruchs sagen die Gerichtsgutachter in unserem Fall - reparabel! Diverse Privatgutachter meinen dagegen, gleichzeitiger Kiel- und Spantenbruch bewirkten einen konstruktiven Totalschaden. Es gibt allgemein "Stimmen", die allein bei einem Kielbruch (Aussage: Der Kiel ist das Rückgrat eines Schiffes. Wenn der Kiel hin ist, ist auch das Schiff "hin".) von einem konstruktiven Totalschaden, also von einem "Totalverlust" durch Zerstörung der ursprünglichen Beschaffenheit, ausgehen.

Mehr fällt mir zu diesem Thema im Moment nicht ein.

Dir wird nichts anderes übrig bleiben, Du wirst den Klageweg beschreiten müssen. Dieser ist natürlich auch sehr mühselig, sehr teuer und ob Du dann zu Deinem Recht kommst, das ist dann auch stark zu bezweifeln. Tatsache ist jedoch, dass Du ohne Anwalt keinen Meter weiter kommst und somit das Szenario stockt. Da das Schiff schon abgewrackt wurde wird es auch nur sehr schwer möglich sein durch geeignete Gutachter die Schadensursache zu 100% beweisbar zu machen.

Wenn Du mit Deinem Anwalt unzufrieden bist dann kannst Du diesem das Mandat entziehen und Dir (leider auf Deine Kosten) einen neuen Anwalt suchen. Aber wenn der Anwalt schon ratlos scheint, dann scheint auch die Sache sehr aussichtslos zu sein.

Versicherungen haben einen langen Atem, pfiffige Anwälte und sehr viel Geld. Demnach wäre es fast geschickter das Thema zu beenden bevor sich dieses zum finanziellen Supergau entwickelt.

Also, mein Tipp

  1. Neuer Anwalt und neues Risiko

  2. Sache unter der Rubrik "so ist das Leben" abschreiben.

FordPrefect 25.01.2013, 16:56

Da das Schiff schon abgewrackt wurde wird es auch nur sehr schwer möglich sein durch geeignete Gutachter die Schadensursache zu 100% beweisbar zu machen.

Ack. Zumal auch der Gutachter der BG zum selben Ergebnis kam. Was in Anbetracht der verwendeten Technik beim Trockendock auch nachvollziehbar ist. So viel kann man da normalerweise gar nicht falschmachen, dass der Kiel bzw. die Spanten knicken.

Im Endeffekt ist das ein Totalschaden - und nur damit kann man bei der Versicherung den Hebel ansetzen.

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