Schicksal und Zufall

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5 Antworten

Hallo mausi55

Um Schicksal, Prädestination oder Vorherbestimmung als etwas wirklich Existierendes anzunehmen, müsste man denjenigen ausfindig machen, der willens, in der Lag und mächtig genug ist, um solche Einflüsse wirken zu lassen.

Der also „Schicksal spielen“ könnte!

Mit den von Dir angenommenen „vielen positiven Zufällen (Glück haben) und negativen Zufällen (Pech haben)“, wird das mit dem Schicksal nicht einfacher - im Gegenteil.

Der Jemand, der das bewirken könnte, müsste außer willens, in der Lag und mächtig auch noch überall und vor allem gut informiert und sehr umsichtig sein.

Er müsste sein wie Gott!

„Fragen“ wir ihn also - und wir findet seine Antwort gleichsam in der „Rubrik für oft gestellte Fragen“ - und dort lautete sie definitiv NEIN, gibt es nicht und macht er nicht.

Wie ich darauf komme?

Nun, wir (Du und ich) können beispielsweise selbst bewusst entscheiden, ob wir uns an seine, Gottes, moralische Anleitung halten wollen oder nicht. Deshalb konnte der Prophet Moses in Gottes Auftrag einmal sagen:

„Ich nehme heute tatsächlich die Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch, dass ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, den Segen und den Fluch; und du sollst das Leben wählen, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem du Jehova, deinen Gott, liebst, indem du auf seine Stimme hörst und indem du fest zu ihm hältst“ (5. Mose 30:19, 20).

Damals wie heute können Du und ich frei festlegen, ob und wohin wir unsere Schritte lenken.

Willensfreiheit ist also ein Geschenk Gottes.

Randbemerkung dazu: Man sollte jedoch beachten, dass damit keine absolute Freiheit gemeint sein kann, denn wir sind ungeachtet dessen an die Natur- und Sittengesetze gebunden, die Gott festgelegt hat. Es gibt diese Gesetzmäßigkeiten, damit im Universum Stabilität und Frieden gewährleistet sind.

Meine Freiheit endet beispielsweise spätestens dort, wo Deine Freiheit oder (noch wichtiger) Gottes Freiheit beginnt.

Die erwähnten Gesetzmäßigkeiten dienen zu unserem Nutzen, und es kann ernste Folgen haben, sie zu ignorieren. Deshalb ist uns auch völlig klar was passiert, wenn sich jemand entscheiden sollte, das Gravitationsgesetz außer Acht zu lassen und vom Dach eines Hochhauses springt. „Pech gehabt“ könnte man dann schlecht als Ausrede benutzen.

Die Bibel verrät uns eine Binsenweisheit, die aber zu Deiner Frage den „Nagel auf dem Kopf trifft“: „Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten;“ (Galater 6:7)

Es gibt zudem keinen vernünftigen Grund, aus den festgelegten Gesetzmäßigkeiten zu schließen, dass alle unsere Entscheidungen schon im Voraus „gesetzlich geregelt“ sein würden.

Es wäre einfach lieblos und ungerecht, wenn unser Gott Jehova schon vor unserer Geburt den Lebensweg, den wir einschlagen, vorherbestimmen und uns trotzdem für unser Tun verantwortlich machen würde!

Ihm das zu unterstellen, wäre eine völlige Falschdarstellung unseres Schöpfers, denn ‘Gott ist Liebe’ und „Gerechtigkeit sind alle seine Wege“ (1. Johannes 4:8; 5. Mose 32:4).

Er hat uns nicht auf der einen Seite die Willensfreiheit gewährt, aber auf der anderen Seite schon von Anfang an festgelegt, wen er retten und wen er verdammen wird.

Fakt ist also: Wir haben es durch unsere eigenen Entscheidungen selbst in der Hand, was aus uns wird.

Gott appelliert beispielsweise an Missetäter: „Wendet euch bitte ab, ein jeder von seinem schlechten Weg und von der Schlechtigkeit eurer Handlungen, . . . damit ich euch nicht ins Unglück bringe“ (Jeremia 25:5, 6). Dieser Appell wäre sinnlos, wenn Gott das Schicksal jedes Einzelnen bereits festgelegt hätte. Außerdem heißt es in Gottes Wort: „Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden, sodass Zeiten der Erquickung von der Person Jehovas kommen mögen“ (Apostelgeschichte 3:19).

Warum sollte Jehova Menschen auffordern zu bereuen und umzukehren, wenn er im Voraus wüsste, dass sie an ihrem Geschick absolut nichts ändern können?

Den Zufall allerdings bestätigt die Bibel uneingeschränkt.

Sie sagt dazu in Prediger 9:11, 12 „. . . dass nicht den Schnellen der Wettlauf gehört noch den Starken die Schlacht, noch auch den Weisen die Speise, noch auch den Verständigen der Reichtum, noch selbst denen, die Kenntnisse haben, die Gunst, denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle. . . .“

Vor diesem Hintergrund ist also Deine Frage nach dem Zufall mit JA - jedoch ob „sich das Schicksal "bildet" - im Einzelfall oder als Serienereignis - mit NEIN zu beantworten.

Vielleicht helfen Dir diese Denkanstöße



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Kommentar von NinetiesResult
16.10.2012, 16:02

Was war jetzt dadran wissenschaftlich?

0

Du warst da mit Sicherheit schon, aber ich muss wirklich sagen, das Wikipedia hier ganz ausgezeichnet weiterhelfen kann.

Link 1.

Es ist also wissenschaftlich gefragt. Man kann hier zwei Punkte sehr gut zusammen verbinden.

Die Quantenphysik hat eine neuerliche Diskussion darüber ausgelöst, ob die Welt fundamental deterministischen oder im innersten zufälligen Prinzipien gehorcht. Die experimentell nachgewiesene Verletzung der Bellschen Ungleichung impliziert, dass die Natur auf mikroskopischer Ebene nicht durch eine realistische und lokale Theorie beschrieben werden kann. Dies bedeutet, dass das Ergebnis eines Experiments selbst bei Kenntnis aller lokalen Gegebenheiten im Allgemeinen nicht exakt vorhergesagt werden kann und dementsprechend auch verschiedene Konsequenzen aus identischen Ausgangssituationen folgen können. So ist es beispielsweise nicht möglich den exakten Zeitpunkt des Zerfalls eines Atomkerns zu bestimmen, und zwar nicht weil noch Eigenschaften des Kerns unbekannt wären, sondern weil keine (lokalen) Ursachen existieren. Im Rahmen der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik spricht man daher von einem objektiven Zufall.

Evolution ist kein Zufall, Bildung von Planeten auch nicht und das sich überhaupt Leben gebildet hat ist auch kein Zufall, auch wenn die Leute diese Dinge immer behaupten. Sie unterliegen Gesetzen (Planetenbildung durch Gravitation und dem Pirouetteneffekt) oder gerichtet durch äußere Einflüsse (Kein Zufall das die Giraffe einen langen Hals bekommen hat, weil immer die mit längerem Hals überlebt haben, weil sie besser an die Blätter kamen).

Wir haben aber Phänomene, die sich nicht vorhersagen lassen. Oben im Text sind welche genannt oder dieses als bekanntestes Beispiel.

Link 2.

Wenn wir nun zurück gehen auf Allgemeines unter Zufall, da steht unter dem 3. Punkt

Ein Ereignis geschieht, bei dem man zwar die Einflussfaktoren kennt, sie aber nicht messen oder steuern kann, so dass das Ergebnis nicht vorhersehbar ist. - 3. bezieht sich auf typische Glücksspielsituationen. Es ist erklärbar, warum eine Roulette-Kugel gerade auf eine bestimmte Zahl gefallen ist, aber trotzdem nicht vorhersehbar, weil in der Ausgangssituation (Wurf der Kugel) kleinste, nicht willentlich beeinflussbare Variationen großen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Solche Variationen stellen auch die Zufälle auf mikroskopischer Ebene dar. Und diese kleinsten Unterschiede nehmen Einfluss auf die Welt, weil schließlich alles aus Atomen besteht. Die unkontrollierte Bewegung der Elektronen nehmen Einfluss auf Reaktionen, anders ablaufende Reaktionen in unserem Gehirn haben dann schon Folgen in unserer Gedankenwelt usw. Es entsteht eine Art Schmetterlingseffekt (Link 3).

Ich bin jetzt kein Physiker, aber zumindest ergab sich das für mich aus dem Wikipedia Text. Ich kann mir nicht vorstellen, das da viel mehr erwartet wird.

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über den"Zufall"ist hier schon hinlänglich geantwortet worden. Als Schicksal bezeichnet man ein Ereignis, daß einem oder einem Kollektiv widerfährt, wobei die Bewertung ob positiv oder negativ in der subjektiven Betrachtung des/der Betroffenen oder der Umwelt liegen. Entscheidend ist hierbei,daß das Ereignis von dem oder den Betroffenen nicht zielgerichtet, gesteuert herbeigeführt werden kann. Es passiert. Dies gilt auch für das Ergebnis von Handlungen oder Unterlassungen, auch wenn die Erfahrung das Ergebnis erwarten lassen kann.

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Zufall ist das, was sich ohne erkennbaren Grund und ohne Absicht außerhalb einer erkennbaren Gesetzmäßigkeit ereignet. Seine Existenz wird vom Determinismus geleugnet. Zufall ist einer der Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitstheorie, die sich andererseits als Versuch versteht, den Zufall zu beherrschen; denn: Trotz der Unbestimmbarkeit des einzelnen Ereignisses zeigen größere Gesamtheiten durchaus Gemeinsamkeiten und Regelmäßigkeiten, die mathematisch exakt behandelt werden können. In weiten Bereichen der Physik (zb.. kinetische Gastheorie, Quantentheorie) sind häüfig nur statistische (zufallsbedingte) Gesetzmäßigkeiten angebbar.

Dabei ist die Ursache des Indeterminismus nicht etwa, dass das Ereignis nur noch nicht genau genug untersucht worden ist, sondern es ist an sich bereits prinzipiell indeterminiert.

Schicksal = Griech. ananke, moira; lat. fatum: meint die Vorstellung, dass der Lebenslauf von für den Menschen letzthin nicht durchschaubaren und nicht verfügbaren übernatürlichen Mächten gelenkt, also "zugeschickt" wird, somit zumindest in seinen Grundzügen vorherbestimmt ist. Mit der Undurchschaubarkeit und Unvefügbarkeit hängt zusammen, dass das Schicksal im Ganzen eher als bedrohlich und feindlich denn als fürsorgend oder glücksbringend erlebt wird. Ein extremer Schicksalsglaube kann auch zum Fatalismus, einer extremen Form des Geborgenheitsgefühls, führen.

M.Gell Mann, Das Quark und der Jaguar

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zum thema schicksal, glück und pech wirst du wohl kaum wissenschaftliche arbeiten finden (höchstens aus einem psychologischem standpunkt heraus).

das was dem am nächsten kommt ist die determinismus/zufalls-debatte wie von ninetiesresult beschrieben, die hat aber auch nur reichlich wenig mit deiner idee über glück und unglück zu tun. allgemein sind solche prinzipien von glück/pech rein subjektiv, damit menschliche konstrukte und sind somit keine reellen eigenständige phänomene. karma, schicksal und das ganze zeug sind sowieso eine frage des glaubens/der religion und somit nicht wissenschaftlich.

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