Scheidungsrecht - Ehebruch, kann mir jemand genaueres dazu sagen?

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2 Antworten

Bei Scheidungen spielt die "Schuldfrage" schon lange keine Rolle mehr.
Eine Ehe wird geschieden, wenn sie als gescheitert gilt (ggf. auch gegen den Willen eines Ehepartners, dann frühestens nach drei Jahren...)

Gibt es keinen Ehevertrag, so wird die Ehe als Zugewinngemeinschaft betrachtet und es wird der Zugewinn aufgeteilt.
Das bedeutet: Jedem Ehepartner gehört nach der Ehe auch das, was ihm bereits vor der Ehe allein gehörte (ggf. der Geldwert dessen...).
Wenn der Mann das Haus bereits vor der Ehe besaß, so gehört es ihm auch nach der Ehe allein. Hätte das Haus allerdings während der Ehe eine Wertsteigerung erfahren (durch Renovierung, Anbau, steigende Immobilienpreise etc....), so wird diese Wertsteigerung als Zugewinn betrachtet und aufgeteilt.

  • Beispiel. das Haus hatte vor 25 Jahren einen Wert von 100.000 Euro und jetzt einen Wert von 150.000 Euro, es hat einen Zugewinn von 50.000 Euro erfahren - dem Mann würde das Haus zwar allein gehören, er müsste an die Frau allerdings 25.000 Euro zahlen.

Genauso wird mit Ersparnissen etc... Verfahren. Hätte einer allein Vermögen in die Ehe mitgebracht, würden nur die hinzugekomenen Ersparnisse geteilt (z.B. die Zinsen..)

Würde die Frau das Haus auch nach der Ehe besitzen wollen, so müsste sie es dem Mann abkaufen - oder ggf. mit ihrem Zugewinn "verrechnen"...

Können die Ehepartner sich nicht selbst über die Aufteilung des Zugewinns einigen, müssten sie dies anwaltlich klären lassen, was allerdings mit entsprechenden Kostenverbunden wäre....

Nur der Versorgungsausgleich (Rentenansprüche) wird "automatisch" berechnet (wenn die Ehe länger als drei Jahre dauerte..)

Während des Trennungsjahres hat der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen einen Anspruch auf Trennungsunterhalt an den anderen Ehepartner.
Nachehelicher Unterhalt wird zwar nur noch in Ausnahmefällen zugesprochen, wozu allerdings eine lange Ehedauer gehören könnte.....

Das Verschuldensprinzip gibt es seit 30 Jahren nicht mehr im Eherecht. Seitdem gilt das Zerrüttungsprinzip. Allerdings spricht Du ohnehin die sog. Scheidungsfolgesachen an. Da gilt bei der Zugewinngewinngemeinschaft, dass jeder Ehegatte die Hälfte des Vermögenszugewinns in der Ehezeit abgeben muß.

Beispiel: Anfangsvermögen beiderseits Null, Endvermögen Ehemann: 100.000, Ehefrau Null= Anspruch Ehefrau 50.000.

Hier wird es natürlich kompliziert denn es sind Sachwerte in die Ehe eingebracht worden. Auf das Haus selber hat die Mutter keinen Anspruch. Inwiefern Wertsteigerungen zu berücksichtigen sind, verrät Euch der Anwalt.

Gibt es keinen Weg, dass meine Mutter das Haus bekommt?

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@ninacuddle

Also zunächst möchte ich betonen, dass ein solcher Fall ungeeignet ist um dabei durch ein Forumsanfrage irgendeine Klärung zu erreichen. Wesentliche Teile des Sachverhalts sind nämlich unbekannt.

Ich bin z.B. davon ausgegangen, dass Du in Deutschland wohnst. Nur zum deutschen Eherecht kann ich Dir Auskünfte geben. In der Schweiz und Österreich gelten andere Gesetze.

Sodann wissen wir nicht, ob es einen Ehevertrag gibt. Auch der hat großen Einfluss auf die Anspruchslage.

Schließlich wissen wir auch nicht, ob es z.B. in der Ehezeit Erbschaften gab. Die wären güterrechtlich anders zu behandeln.

Nach deutschen Eherecht und ohne Ehevertrag besteht kein gesetzlicher Anspruch auf das Haus.

Ob man eine solche Übertragung verhandlungsweise erreichen könnte, hängt von der gesamten Anspruchslage ab. Ein auf das Eherecht spezialisierter Anwalt müßte präzise errechnen, wie hoch der Zugewinnanspruch wäre. Dann könnte man erst verhandeln. Enttäuschungen können dabei aber durchaus auftreten. Je nach dem Rechenergebnis könnte der Anspruch der Mutter wesentlich niedriger sein als derzeit verhandelt.

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@ninacuddle

Jetzt habe ich in Deinem Profil entdeckt, dass Du in Österreich wohnst und schon sind alle meine Ausführungen hinfällig. Wieso gibst Du denn eine so elementar wichtige Information nicht gleich bei der Fragestellung preis? Niemand kommt doch auf die Idee, erst einmal im Nachforschungen zu betreiben!

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