Scheidungskinder können keine "richtige" Beziehung führen?

12 Antworten

Ich denke, dass Scheidungskinder es tatsächlich etwas schwerer haben, mit derselben Unbedarftheit, Offenheit, Vertrauen und Naivität in eine Beziehung zu gehen. Dass sie aber nicht dazu fähig sind, ist weit hergeholt. Sie müssen sicher mehr kämpfen, brauchen vielleicht mehr Verständnis, aber das einfach so zu verallgemeinern ist etwas unfair.

ok

ja das stimmt verallgemeinern kann man das nicht

Ich persönlich denke, dass es darauf ankommt wie man die Scheidung erlebt hat, positiv oder negativ.

Ich habe negative erfahrung mit der scheidung gemacht und deshalb hat sich das bei mir so entwickelt, dass ich es besser machen möchte und aufjedenfall meine beziehung sogut wie es nur geht zu pflegen.

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Ich glaube das hängt vom Charakter der Person ab. Ob man ein Scheidungskind ist oder nicht sagt nichts über die Beziehungsfähigkeit eines Menschen aus. Klar, die Entwicklung des Kindes verläuft bestimmt anders als wären die Eltern noch verheiratet. Diese Entwicklung muss aber nicht zwangsläufig negativ sein. Es kommt immer auf die individuellen Umstände der Familien an.

Ich bin auch ein Scheidungskind und führe seit über 8 Jahren eine glückliche Beziehung. Ich glaube auch (nun da ich älter bin und die Beweggründe meiner Eltern etwas mehr verstehe) dass manchal eine Trennung langfristig gesehen besser ist als eine Beziehung weiter zuführen in der niemand glücklich ist.

8 Jahre ist echt ne lange Zeit, sowas wünsche ich mir auch.

Klar ists immer dann besser sich zu trennen als sich dann durch die Beziehung zu quälen. Vorallem wenn man dann noch Kinder hat. Ich finde die Trennung ansich nichtmal schlimm. Wichtig ist aber das, wenn man Kinder hat, was danach kommt

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In der Zeit war auch vor einigen Monate ein Artikel darueber und statistisch gesehen scheiden Scheidungskinder scheidungsanfaelliger zu sein. Das sagt natuerlich nichts ueber den Einzelfall aus, bloss ueber die Mehrheit.

Sinn macht die These schon. denn Verhalten in einer Beziehung wird ja auch von den Eltern gelernt.

Ein Glueck, dass mein Mann und ich Eltern haben, die nicht geschieden aind :-)

Ja, da hast du echt glück und hoffe das bleibt noch so (:

Und weil das Verhalten von den Eltern gelert wird, glaube ich sogar, dass Kinder, die eine Scheidung durchgemacht haben, bei der aber alles gut verlaufen ist und echt super funktioniert, dass die natürlich eher mit einer Trennung zurecht kommen als Kinder die negative Erfahrung gemacht haben.

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@LoLanet23

Ja, da hast du Recht. Kinder die negative Erfahrungen mit der Scheidung ihrer Eltern gemacht haben, sind ganz anders eingestellt einer eigenen Beziehung gegenüber.

Wenn die mutter nur immer wegen Geld klagt, die Kinder als Druckmittel einsetzt und permanent gegen das Kindeswohl handelt, kann das Kinder schon zur Verzweiflung bringen.

Genau so, wie der Vater nur gegen die Mutter hetzt, eine 20 Jahre jüngere Stiefmutter präsentiert oder um Unterhalt zu sparen angibt, dass er nichts hat.

Bei solch einem Verhalten kann ein Kind nur seelischen Schaden davon tragen.

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@XXungerechtXX

Jap...genauso (bis auf das die stiefmutter nicht 20 jahre jünger ist) läufts gerade bei mir und das ist so verdammt belastent...vorallem wenn mans seitdem siebten lebensjahr nicht anders kennt. Und genau deswegen möchte ich, vorallem wenn ich später mal ein Kind haben sollte, niemals eine Trennung bzw Scheidung mitmachen.

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@LoLanet23

Sage niemals NIE...

Du kannst dir nur vornehmen, dass es anders ist. Das Wichtigste in der Beziehung ist das Reden. Alle Scheidungen die ich im Bekanntenkreis erlebt habe, sind nur so gelaufen, weil die Partner nicht miteinander geredet haben (sondern geschrien)...

Du wirst es besser machen als deine Eltern, dessen bin ich mir ganz sicher!

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@XXungerechtXX

ja und das will ich auch (:

ich bin momentan in einer Beziehung. 15 Monate werden es jetzt dann. Und eben weil ich den Grund kenne, warum es nicht funktioniert hatte bei meinen Eltern, ist es mein Ziel jetzt anders zu machen.

Und ich denke schon, dass es mir einfach fällt es besser zu machen, einfach weil ich eben den fehler kenne und es somit ausbessern kann. Mir ist das Reden mit meinem Freund auch verdammt wichtig.

Klar, die Angst ist da, dass es genauso wird wie bei meinen Eltern, aber ich habe gelernt und auch jetzt sehe ich bei dem neuen Ehepartner meiner Mom, es kann funktionieren. Zusammenhalt, Reden und Kämpfen ist dabei das Wichtigste

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Ich war selbst mit einem Scheidungskind zusammen und er bestätigte leider diese These. Er konnte keine Gefühle zeigen, wirklich gar keine - selbst meine Hand zu halten war schon zu viel - von ihm ging nichts aus, ich musste jeden noch so kleinen Schritt machen.

 Eine Zeit lang war ich auch glücklich,dachte halt er braucht mehr zeit. Ich hab ihn dann irgendwann drauf angesprochen warum er so distanziert sei und er meinte es sei weil er wüsste wie Beziehungen auseinander gehen und dass er das bei uns nicht möchte. haha - er hat es seinem Vater gleich getan und sich einfach von mir getrennt, kurz nach Silvester als ich noch dachte alles wäre in Ordnung nachdem fröhlich Weihnachten gefeiert wurde und man Pläne fürs nächste Jahr hatte . Ich war am Boden wollte eine plausible Erklärung, er meinte nur er könnte das nicht und es hätte keinen Sinn zu kämpfen. Ich durfte mich am Bahnhof innerhalb von 10 min abservieren lassen, er hat null Emotionen gezeigt. Er hatte sich quasi vorher per Whatsapp von mir getrennt und noch beteuert dass er heulen könnte wenn er mich so traurig in der Sprachnachricht hört.  

Er konnte einfach mit nichts umgehen, totaler Stock im Arsch, keinerlei Gefühle zeigen weil er in der Kindheit wohl auch nicht viel bekommen hat. Sein Vater ist gegangen als er 9 war, hat die Mutter für eine andere verlassen. Die Mum qar danach mit jemand anderem zusammen, auch recht glücklich. Dann ist er auch einfach so gegangen - sicherlich schlimme Erlebnisse. Ich konnte es nachvollziehen, vor allem weil meine Patchworkfamilie auch nicht bilderbuchreif war. Wir verstanden uns auch alle gut und dann ist er selbst abgehauen, ohne sich zu erklären. 

Trennungen sind nie leicht, aber hätte ich einen vernünftigen Grund erfahren wäre ich ihm nicht mehr hinterher gerannt um dann später erneut von ihm und seinen "Freunden" verarscht zu werden. Zumal ich mir recht sicher bin, dass eine Freundin von uns beiden ihn mir ausgespannt hat - sie wird da schon mitgewirkt haben. Ich bin mittlerweile froh nicht mehr mit so einem spießigen Eisklotz zusammen zu sein - die Lebensfreude mit solchen konfliktscheuen Menschen ist echt bei Null. 

Natürlich muss das nicht auf alle zutreffen, aber ich glaube schon, dass solche Leute ein Problem mt sich selbst und ihrer Vergangenheit haben - zumal sie vllt auch alles besser und perfekt haben wollen -was aber nicht wirklich funktioniert, und anstatt vllt zu streiten oder Fehler zu machen , machen sie halt gar nix und ziehen sich zurück. Nicht schön sowas als Partner zu haben, vllt würden sie besser klar kommen wenn sie professionelle Hilfe in Form eines Therapeuten annehmen würden. Bei meinem Ex wars auf jeden Fall mit einer manischen Depression verbunden, ich denk er wollte auch einfach seinem Vater gefallen und mehr Anerkennung und Aufmerkamkeit erhaschen und vllt habe ich da nicht ins perfekte Bild gepasst.

Nur nicht alle in einen Topf werfen! Egal, ob Scheidungskind oder nicht: in vielen Situationen können Menschen heranwachsen, die sich später schwer mit Beziehungen tun. Manchmal vielleicht auch gerade deswegen, weil die Eltern trotz zerrütteter Beziehung zusammen geblieben sind.

Ein schwieriger Start ins Leben ist es sicher, wenn man bei den Eltern gesehen hat, wie kompliziert es sein kann oder wie sehr einer von beiden leidet oder beide gelitten haben.

Aber sieh das besser nur als ein Thema an. Da kommt noch ganz entscheidend hinzu, ob und wie gut es gelungen ist, mit diesem Thema dann auch umzugehen und die Probleme zu bewältigen.

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