Scheidung, Trennungsjahr einhalten?

9 Antworten

Es wäre möglich, auch in einem Haus das Trennungsjahr durhczuführeen. Dazu muss man sich zusammensetzen und die Räume und die Nutzung von Gemeinschaftsräumen wie z.b. Küche oder Bad besprechen. Jeder sorgt für sich selbst, d.h. selbst Kochen, Wäsche machen etc.

Jeder von beiden kann natürlich vor Gericht die Zuweisung der ehelichen Wohnung beantragen, dann muss der andere ausziehen. Wenn Kinder im Spiel sind, wird die Zuweisung oft demjenigen zugesprochen, der die Kinder "behält", damit diese nicht aus dem heimischen Umfeld herausgenommen werden.

Gehört das Haus ihm und er zieht aus oder muss ausziehen, hat er gegen seine Noch-Ehefrau jedoch Anspruch auf Nutzungsentschädigung. Die sollte er mit seinem Anwalt auch direkt einfordern. Entspricht der ortsüblichen Miete für ein Haus dieser Größe und Ausstattung in der Wohngegend. Kann man im Mietspiegel finden. Diese Miete kann er mit einem gegen ihn bestehenden Anspruch auf Trennungsunterhalt der Ex verrechnen, nicht jedoch Kindesunterhalt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

der mann muss nicht ausziehen aus dem haus. er verweist die frau aus seinem schlafzimmer ins gästezimmer und gibt ihr ein fach im kühlschrank. er zahlt ihr trennungsunterhalt und nimmt sich für die scheidung einen anwalt.

sollte ein kind vorhanden sein, müssen sich die eltern einigen müssen wo das kind zukünftig leben wird. da der mann das gewohnte umfeld und die soziale umgebung erhält, hat er die besseren karten. er braucht nur ein schlüssiges betreuungskonzept.

Wäre es theoretisch möglich das der Mann sagt, das Kind hat hier alle seine Freunde und sein gewohntes Umfeld er möchte seine Arbeitszeit reduzieren um das Kind vom Kindergarten oder der Schule abzuholen um es eben zu betreuen?

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@Mickerig

er sagt einfach, du ziehst aus und das kind bleibt hier. er kann selbstverständlich seine arbeitszeiten reduzieren um sich besser um das kind zu kümmern.

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Ja, so ist es. Denn der Mann kann seine Frau nicht zwingen, das Haus zu verlassen, obwohl er Alleineigentümer ist. Der Grund liegt darin, dass das Haus zugleich auch die Ehewohnung ist. Und niemand ist verpflichtet, freiwillig die Ehewohnung zu verlassen, solange die Scheidung nicht eingereicht wurde - was aber erst nach einem Jahr der Trennung möglich ist.

Der hier zu lesende Vorschlag, man können sich ja auch innerhalb des Hauses trennen, hilft nur bedingt. Eine solche Lösung hilft nur dann, wenn der andere Ehegatte ebenfalls die Scheidung will und wenn man sich darauf verlassen kann, dass er auch in einem Jahr seine Meinung nicht geändert hat. Sonst passiert nämlich Folgendes: Die Eheleute leben getrennt im Haus. Der Mann reicht nach einem Jahr die Scheidung ein. Die Ehefrau will aber nicht geschieden werden und bestreitet vor Gericht, dass man seit einem Jahr im haus getrennt lebt. Sie trägt vielmehr vor, bis vor Kurzem sei alles ganz normal gewesen und sie sei durch die Scheidungsabsicht völlig überrumpelt worden. Das Gericht verlangt sodann vom Ehemann, dass er die einjährige Trennung im Haus nachweist - was er aber höchstwahrscheinlich nicht kann! Denn Zeugen dafür, dass man das ganze Jahr immer in getrennten Zimmern geschlafen, getrennt eingekauft, gekocht und gegessen hat, nicht zusammen im Wohnzimmer auf dem Sofa saß und Fernsehen geschaut hat usw. wird es nicht geben. Der Scheidungsantrag wird kostenpflichtig abgelehnt, und der weiterhin scheidungswillige Ehemann muss nach 14, 15 Monaten doch ausziehen und das Trennungsjahr neu hinter sich bringen.

Trennungsjahr bedeutet nicht, getrennte Wohnungen zu haben, sondern getrennt von Tisch und Bett zu sein. Das geht auch in einem gemeinsam bewohnten Haus. Ich spreche aus Erfahrung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wenn ihr keinen Ehevertrag abgeschlossen habt, gildet in Deutschland die Zugewinngemeinschaft. Somit bleibt dein Haus dein Haus.

Soweit ich das richtig in Erinnerung habe, steht der Frau im Trennungsjahr Unterhalt von dir zu. Dafür wird es Tabellen geben. Aber eigentlich ist das eine Frage an deinen Anwalt. Ohne den wird es nicht gehen. Der kann dir auch erklären, ob du sie an die Luft setzen darfst und wann. Bis zu ihrem Auszug solltet ihr ein vorübergehendes, klar befristetes Arrangement treffen - besiegelt vom Anwalt. Du könntest ihr helfen eine neue Bleibe zu finden und sie sollte nach einem Job suchen.

Sie will das Problem aussitzen. Entweder erhofft sie sich Vorteile davon oder hat die Trennung noch nicht verinnerlicht. Vielleicht glaubt sie sich so was erstreiten zu können. Auf jeden Fall will sie es dir so schwer wie möglich machen. Hoffentlich sind keine Kinder betroffen.

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