Scheidung, Gütertrennung usw.?

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4 Antworten

Hallo, 

zu Frage 1:  "Der Besteller bezahlt"

vorweg: Bei Scheidungsverfahren besteht entgegen manch lautender Auffassung ein sogenannter Anwaltszwang, da der Scheidungsantrag nur durch einen Rechtsanwalt gestellt werden kann. In streitigen Scheidungen ist daher für beide Ehegatten ein Anwalt nötig. Daher müssen dann auch beide Ehegatten einen Anwalt beauftragen und jeder seinen Anwalt bezahlen. Die Bezahlung richtet nach dem Gegenstandswert.

Unter der Bedingung, dass alle strittigen Punkte beseitigt sind und die Scheidung einvernehmlich ist, kann eine der beiden Parteien im Scheidungsverfahren auf anwaltlichen Beistand verzichten. Dann können sich die Eheleute einen Anwalt "teilen". Dabei wird nur einer der Ehegatten anwaltlich vertreten und der andere Ehegatte stimmt dem Scheidungsantrag zu. Der Ehegatte , der anwaltlich vertreten ist, ist allerdings auch hier der Zahlungspflichtige. 

Ihr habt eine ehevertragliche Vereinbarung über die Teilung der Scheidungskosten getroffen. Diese wirkt allerdings im Innenverhältnis (also nur zwischen euch). Im Außenverhältnis (Der Mandatsvertrag zwischen dir und einen Anwalt) entfalten solche Klauseln keine Wirkung. Das heißt ein Anwalt könnte und müsste tatsächlich von dem Ehegatten das Geld fordern, der ihn beauftragt hat. Du müsstest dir deinen Anteil im Innenverhältnis wiederholen. Da dies jedoch vertraglich vereinbart ist, hast du gute Karten.



zu Frage 2: 

Die Scheidungskosten richten sich nach dem Gegenstandswert. Der Gegenstandswert wird von dem Gericht auf der Grundlage der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eheleute für die Scheidung bestimmt. 

Das Gericht wird in der Regel das dreifache monatliche Nettoeinkommen der Eheleute im Zeitpunkt des Scheidungsantrages bei Gericht als Gegenstandswert zugrunde legen. 

Tipp: Scheidungskostenrechner:

Ich weiß nicht, wo du die Scheidungskosten hast durchrechnen lassen. Hier kannst du die Gerichtskosten und Rechtsanwaltsgebühren du hier berechnen lassen: 

https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungskosten/scheidungskostenrechner

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Viele Grüße

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zu 1.: Der Anwalt hat Recht. Da Du der Auftraggeber des Anwalts bist 8und nicht deine Frau, auch eine gemeinsame Beauftragung wäre nicht möglich), musst Du die Kosten allein tragen. Aufgreund des Vertrags mit Deiner Frau hast Du zwar das Recht, die Hälfte von ihr ersetzt zu bekommen. Das geht aber den Anwalt nichts an, sondern ist Dein Problem. Du kannst auch z.B. bei Bankschulden nicht sagen, Du zahlst jetzt nur noch die Hälfte, weil Du das so mit Deiner Frau vereinbart hast ... 2. Alles, was Ihr im Vertrag geregelt habt, hat mit dem eigentlichen Scheidungsverfahren nicht zu tun. Denn Unterhalt, Zugewinnausgleich, Wohnungsregelung usw. werden normalerweise ohnehin nicht im Scheidungsverfahren geregelt. Deswegen haben die Vertragsregelungen auch keinen Einfluss auf die Scheidung. Du hast aber die Gewissheit, dass die Kosten wenigstens nicht dadurch noch höher werden, dass zusätzlich zur Scheidung noch Unterhalt, Vermögensauseinandersetzung usw. anhängig gemacht werden. Die Gesamtkosten Deiner Scheidung wären dann ERHEBLICH teurer.

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Frage 1: Er hat Recht, wenn sie nicht zahlt, muss du das selber zahlen. Kannst das aber von ihr zurück verlangen. Das hat nichts mit Gütertrennung, etc. zu tun. Rechtsgrundlage ist die Vereinbarung, wonach die Kosten zu teilen sind.

Frage 2: Die Kosten erscheinen mir etwas hoch. Ihr habt ja alles schon geregelt. Die Scheidung selber kostet mit einem Anwalt ca. 1000 Euro. Der Rest könnte nur aus der Regelung des  Versorgungsausgleichs kommen.

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man2fast 08.09.2016, 12:24

Mit 1000 Euro wäre ich ja noch einverstanden. Kann denn der Versorgungsausgleich wirklich soviel ausmachen?

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AndiRat 08.09.2016, 12:26
@man2fast

Das hängt von der Höhe der auszugleichenden Beträge ab.

Aber dein Anwalt kann dir das im Einzelnen vorrechnen. Muss er sowieso, wenn er eine Rechnung stellt.

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man2fast 08.09.2016, 12:29
@AndiRat

Sie war 3 Jahre zuhause (Geburt von Kind). Sind jetzt 18 Jahre verheiratet. Dann hat sie auch wieder gearbeitet. Ich habe im Schnitt 400 - 500 Euro im Monat mehr verdient.

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AndiRat 08.09.2016, 12:34
@man2fast

Dann ist der Ausgleich nicht sehr hoch. 

Aber frage deinen Anwalt, wie sich die Kosten zusammen setzten.

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man2fast 08.09.2016, 12:40
@AndiRat

Sie hat betrieblich irgend eine Versicherung für die spätere Rente. Weiß aber nichts genaues. Wird dieses auch mit zum Versorgungsausgleich rangezogen oder ist diese außen vor?

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man2fast 08.09.2016, 12:46
@AndiRat

Trotz der Gütertrennung bzw Ausschlusses des Zugewinns?

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AndiRat 08.09.2016, 12:50
@man2fast

Der Versorgungsausgleich ist mit einer Gütertrennung nicht automatisch ausgeschlossen. Das hätte man extra vereinbaren müssen.

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 Allerdings sagte er dann auch, dass wenn sie nicht
zahlt, er das dann bei mir einfordert, weil ich der Antragsteller bin.
Das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich müsste das dann
von ihr versuchen einzutreiben?

ja klar, der anwalt geht natürlich den weg des geringsten aufwandes und widerstandes...

was die scheidung kostet, hättest du schon beim 1. gespräch beim anwalt fragen könnnen...

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man2fast 08.09.2016, 12:07

Das habe ich doch. Allerdings verstehe ich nicht warum die Scheidung genauso viel kosten würde wie ohne diese Vereinbarung. Diese hat ja auch 1000 Euro gekostet.

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Sachbearbeiter2 08.09.2016, 12:14
@man2fast

wenn du nicht verstehst, was dein RA dir sagt, wieso fragst du nicht ihn, sondern ein gratis laienforum im internet??? *kopfschüttel*

du bezahlst den doch!!!

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man2fast 08.09.2016, 12:26
@Sachbearbeiter2

Der RA meinte: Es ist halt so...    Und das "Laienforum" frage ich, weil es ja durchaus sein kann, dass jemand die gleiche Erfahrung gesammelt hat wie ich, und mir daraufhin einen Tipp geben kann.  *kopffesthalt*

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Sachbearbeiter2 08.09.2016, 12:32
@man2fast

es geht vermutlich auch um den streitwert.. da können die erfahrungswerte anderer laien nicht helfen.............

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man2fast 08.09.2016, 12:42
@Sachbearbeiter2

Sorry, das versteh ich nicht. In dem Sinne gibt es ja keinen Streitwert. Alles ist in dieser Vereinbarung geregt, selbst das Auto oder der Hausrat. Was genau ist dann der Streitwert? Errechnen sich die Gebühren dann nicht nur anhand unserer Löhne.

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