Schauspiel: 4 Wand?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Die "Vierte Wand" ist historisch gesehen tatsächlich die gedachte Linie auf einer Bühne in Richtung Publikum. Sie beschreibt aber eigentlich etwas anderes: nämlich die Trennung zwischen der Welt der Aufführung und der Welt des Publikums.

Natürlich weiß ein Schauspieler, der auf der Bühne einen König spielt, dass er vor einem Publikum steht. Aber die Figur des Königs weiß das selbst nicht. Für ihn ist die Welt um ihn herum ein historisches Königreich, keine Bühne, und so gibt es für ihn auch kein Publikum. Die gedachte "vierte Wand" trennt ihn von dieser Wahrnehmung.

Leichter verständlich ist es vielleicht an einem Beispiel: Comicfiguren wissen nicht, dass sie in einem Comicheft sind. Mit einer Ausnahme: Deadpool. Er ist sich "bewusst", dass er nur ein Comicheld in einem Heft ist und macht gerne Witze darüber, dass alle um ihn herum das offenbar nicht sehen können und ihn stattdessen für verrückt halten. Er spricht auch gerne mal aus dem Comic heraus den Leser direkt an, den er ja eigentlich gar nicht wahrnehmen könnte, aber er sieht quasi durch die "vierte Wand" hindurch. In "Fight Club" passiert stellenweise das Gleiche, wenn Edward Norton mit seinem Publikum spricht.

Verständlich? :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?