Scharfschützenausbildung beim Bund

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Als Scharfschütze beim Bund sieht das folgendermaßen aus:

Ausbildung zum Scharfschützen:

Die Entscheidung ob jemand tatsächlich zum Scharfschützen ausgebildet wirst, entscheidet sich frühestens in der Truppe nach der AGA - völlig unabhängig von irgendwelchen Versprechungen des KWEA oder ZNWG - da die Zulassung zur Ausbildung zum Scharfschützen von verschiedenen Faktoren abhängt. Es kann also durchaus passieren, dass man sich nur als einfacher Jäger/FschJg wiederfindet - ohne Ausbildung zum Scharfschützen, da die Ausbildung zum Scharfschützen eine Zusatzausbildung für den INFANTERIST SPEZIELLE OPERATIONEN ist.

Verwendungen finden sich z.B. in den Fallschirmjägerkompanien als:

  • InfSpezOp u. Kraftfahrer

  • InfSpezOp u. Funkgerätebediener

  • InfSpezOp u. Panzerabwehrsoldat MILAN

  • InfSpezOp u. Scharfschütze G22 (!)

  • InfSpezOp u. Granatmaschinenwaffenschütze

Scharfschützen gibt es natürlich auch in Jg/GebJg oder PzGrenKp'n, bei den Objektschutzkräften der Luftwaffe und bei SEK der Marine, sowie als Präzisionsschützen bei den FJg.

Aus der entsprechenden Vorschrift:

Grundsätze für die Auswahl und Ausbildung von Scharfschützen

[...] Deshalb muss der Scharfschütze

– charakterlich gefestigt, ausgeglichen und den psychischen Belastungen gewachsen sein,

– im besonderen Maße selbstständig und verantwortungsbewusst im Sinne des Auftrags handeln können,

– sich durch Geduld und Ausdauer auszeichnen,

– über eine gute Kondition und körperliche Fitness verfügen sowie

– ein scharfes Sehvermögen, eine gute Beobachtungsgabe und ein gutes Gehör besitzen.

  1. Die Auswahl der Scharfschützen erfolgt in der allgemeinen Grundausbildung/Spezialgrundausbildung (AGA/SGA), beginnt mit einem Eingangstest für die Vorausbildung und schließt mit einem Eignungstest ab.

  2. Grundlage für die Auswahl sind neben den charakterlichen und körperlichen Forderungen zunächst gleich bleibende überdurchschnittliche Schießleistungen.

  3. Voraussetzung für die Teilnahme an der Vorausbildung ist, dass der Soldat die Bedingungen des Eingangstestes (*) erfüllt hat.

(*)Eingangs-/Auswahltest für die Ausbildung zum Scharfschützen

  1. Die geforderten Normen sind für die Zulassung zur Vorausbildung zum "Scharfschützen G 22 Inf" zu erfüllen.
  • AMILA-Testlauf

  • Schießen mit Handwaffen (G - 36 - Bestätigungsschießen)

  1. Die geforderten Normen sind für die Zulassung zum Lehrgang "Scharfschützen G 22 Inf" zu erfüllen.
  • Testlauf (5000 Meter - Lauf / Bedingungen des DSA)

  • Leistungsmarsch Stufe Gold (entsprechend der AK)

  • Schießen mit Scharfschützengewehr G 22

  1. Soldaten, die als Scharfschützen vorgesehen sind, werden zur Vorausbildung in einer Kompanie oder im Bataillon zusammengefasst und von Scharfschützengruppenführern ausgebildet. Der Kompaniechef entscheidet über die Teilnahme an der lehrgangsgebundenen Ausbildung.

Entscheidend ist immer der Bedarf gemäß STAN und die persönliche Eignung.

  1. Die Ausbildung der Scharfschützen umfasst – die Vorausbildung,

– den Verwendungslehrgang für Scharfschützen,

– die Weiterbildung von Scharfschützen.

  1. Die Vorausbildung umfasst – den Eignungstest für Scharfschützen,

– die Waffenausbildung am Scharfschützengewehr G22,

– die Schießausbildung,

– den Gefechtsdienst.

Allgemeine Info

Scharfschützen

Aufgaben von Scharfschützen Der Einsatz von Scharfschützen kann

· in friedensunterstützenden Einsätzen und

· bei speziellen Operationen erfolgen.

Im Rahmen der friedenserhaltenden Einsätze der Bundeswehr werden Scharfschützen sehr erfolgreich zur Überwachung von Geländeteilen wie Grenzregionen oder Stadtgebieten eingesetzt.

Der Scharfschützeneinsatz erfolgt dabei unter nahezu allen Gelände-, Sicht- und Witterungsbedingungen.

Kennzeichnend für die Kampfweise von Scharfschützen ist

· der in aller Regel abgesessen erfolgende Einsatz,

· der mindestens paarweise Einsatz

· unter der Führung des Truppführers.

Zu den Hauptaufgaben der Scharfschützen gehört darüber hinaus auch das Beobachten und Melden. Somit tragen die Erkundungs- und Aufklärungsergebnisse von Scharfschützen bei ihrem abgesetzten Einsatz zur Ergänzung/Bestätigung und Vervollständigung des Lagebildes der Kompanie und/oder des Bataillons bei.

Anforderungen an Scharfschützen

· gute Kondition und Ausdauer,

· scharfes Sehvermögen und gute Beobachtungsgabe sowie

· beständig gute Schießleistungen,

darüber hinaus besondere Anforderungen an Persönlichkeitsmerkmale, sowie Einstellung und Überzeugung.

Ausbildung zum Scharfschützentruppführer Nach einer Vorausbildung in den jeweiligen Bataillonen erfolgt der Verwendungslehrgang Scharfschütze. Er findet an der Infanterieschule in Hammelburg statt und dauert vier Wochen. Die Bezeichnung ist: „Scharfschütze G22 Infanterie“.

In Vorbereitung auf einen Auslandseinsatz werden die Scharfschützen der Einsatzverbände in einem Sonderlehrgang von drei Wochen Dauer erneut an der Infanterieschule zusammengefasst.

Am Verwendungslehrgang Scharfschützentruppführer nehmen Mannschaften im Dienstgrad OG - OSG teil. Er dauert drei Wochen und wird an der Infanterieschule durchgeführt.

Für ausgesuchte Feldwebel findet dann noch der Lehrgang Schießlehrer und Ausbilder von Scharfschützen in Hammelburg statt. Dieser dauert vier Wochen.

Quelle: www.soldatentreff.de

Endlich danke dir genau sowas ist das was ich wollte nicht wie jemand anders ganz weit unten "beim Kanonenfutter" sehr witzig :/ aber danke dir für deine Antwort echt super :)

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Hallo, die Scharfschuetzen sind beim Heer. (Das ist die Truppengattung, verwendung:Scharfschuetze) Ich moechte dir jedoch gleich auf dem Weg geben, dass es nicht empfehlenswert ist diesen Weg einzuschlagen. Als Scharfschuetze hast du spaeter im zivilen Leben keine Moeglichkeit an dem Beruf anzuknuepfen demnach ist die Zeit verlorene Zeit. (Auch wenn es vielleicht in der Zeit cool ist) - Die Ausbildung ist uebrigens schwer, 24 Stunden im Gebuesch hocken und 3x kommt eine Scheibe hoch die innerhalb von 10 Sekunden getroffen werden muss...Mal so als denkanstoss....Lg

Das ist nicht ganz richtig! Ich war Scharfschützentruppführer beim 352.PzGrenBtl in Mellrichstadt. Sollte man den Gang zum Berufssoldaten ablehnen, nimmt man dich bei der Polizei mit Handkuss

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