Schärfentiefe aber Wieso?

4 Antworten

Du stellst mehrere Fragen, die miteinander in Verbindung stehen.

1.Aber wo beginnt Schärfentiefe?

Schärfentiefe beginnt so bald mehrere Millimeter des Motives oder auch dahinter als scharf wahrgenommen werden, denn ganz streng genommen ist die Fokusebene hauchdünn. Gut erkennbar ist das bei einer Makroaufnahme mit Offenblende (z.B. 1,4) eines länglichen Motives, welches nicht in einer Ebene vor der Kamera ist, nur ein ganz schmaler Bereich ist scharf. Milimeter davor und dahinter ist das Motiv unscharf.

2. Was ist das genau? Schärfentiefe ist die Ausdehnung des als scharf wahrgenommenen Bereiches vor und hinter der Fokus-Ebene.

3. Wie entsteht das überhaupt ? Bei offener Blende (kleine Zahl) werden auch schräg einfallende Lichtstrahlen auf den Sensor geleitet, diese sind aber nicht korrekt, scharf abzubilden einfach weil das Licht nicht gerade ins Objektiv eingetreten ist.

Mit zunehmender Verkleinerung der Blende (größere Zahl) wird mehr und mehr schräg einfallendes Licht gehindert zum Sensor zu gelangen und somit wird eine korrekte, scharfe Abbildung möglich. Da auch das Licht von Punkten vor und hinter dem Motiv gerade durch die kleinere Blendenöffnung zum Sensor gelangt werden diese Punkte auch scharf abgebildet und eine größerer Bereich (Tiefe) wird scharf abgebildet, so entsteht Schärfentiefe.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit 1980 mit Spiegelreflex unterwegs, seit 2001 DSLR

Es ist das, was wir eigentlich mit unseren Augen sehen, aber unser Gehirn andauernd "wegzaubert". Das kurz mal vorab.

Dazu aus: http://timmermann.tv/technik/schaerfentiefe.php der Kernsatz:

"Was ist Schärfentiefe

Ein optisches System kann immer nur eine Ebene scharf abbilden. Allerdings ist das Medium, auf dem abgebildet wird, nur begrenzt auflösend. Scharf wird vom menschlichen Auge ein Bereich genannt, in dem Linien und Kanten klare Grenzen aufweisen. Bei der Schärfentiefe geht es also um den Bereich des Bildes, der dem Betrachter noch scharf vorkommt. Es geht also um den Bereich des Bildes, der vor und hinter der eigentlichen Schärfeebene liegt und der noch als "scharf" erachtet wird."

Unser Auge funktioniert genau so, aber, wie schon gesagt, unser Gehirn vermittelt uns einen ganz anderen Eindruck von unserer Umwelt.

Du kannst es dir so vorstellen:

Wir fotografieren mal eine Blume.

Die Aufgabe eines Objektives ist es einen Punkt der Blume auf einen Pixel zu bündeln. Das natürlich für alle Punkte die man von der Blume sehen kann. Und natürlich beschränkt auf eine gekrümmte, theoretische Ebene: die Fokusebene, von der alle Punkte ideal scharf abgebildet werden.

Die Punkte auf der Blume reflektieren das Licht überall dorthin, wo man sie sehen kann. Also grob gesagt wie winzige Sonnen in alle Richtungen. Um möglichst viel Licht einzufangen benutzt man möglichst große Linsen. So werden möglichst viele Lichtstrahlen eines Punktes auf einen Pixel gebündelt.

Große Linsen haben also den Vorteil viel Licht "einzufangen". Im großen und ganzen hat man wenig Rauschen auf dem Bild.

Sie haben auch den Nachteil, dass das Licht aus mehr Richtungen kommen kann und auf den gleichen Punkt gebündelt werden. Das passiert sobald die "Sonnen" nicht exakt auf der Fokusebene liegen.

Quelle

Reduziert man dann den Linsendurchmesser mittels der Blende, sammelt die Linse immer weniger Lichtstrahlen ein und das Bild wird schärfer und dunkler.

Im Bild sieht man es gut am Öffnungswinkel der eingezeichten Strahlen, dass je kleiner dieser Winkel ist, umso "tiefer" kann man scharf abbilden.

Und bezogen auf deine Frage: Je näher die Blume am Objektiv ist, desto größer ist der Öffnungswinkel. Liegt die Fokusebene vor der "Sonne" werden viel mehr "Sonnen" mit gebündelt, als wenn der Öffnungswinkel geringer wäre.

 - (Kamera, Fotografie, Schärfentiefe)

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