Schäden wegen dauerhaftem Longieren mit Halfter?

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4 Antworten

Das Longieren am Halfter ist per se nicht schädlich. Allerdings ist das "Longieren" am Halfter fast immer nur ein Zentrifugieren, Schleudern, und hat mit fachgerechtem Longieren nichts zu tun. Und das ist schädlich, weil es auf die Knochen geht.

Ich kenne niemanden, der ernsthaft longieren kann, der mit Halfter longiert.

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Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, wie es scheint.

Es gibt keine anerkannte Studie oder Doktorarbeit zu dem Thema. Dann spielen solche Dinge wie: "ich hab´ was besseres gefunden" oder "Bei A sieht das besser aus als bei B" oder noch schlimmer:" Bei Methode C habe ich kaum Zug auf der Longe - muss besser sein" noch eine Rolle. Leider wird in den allermeisten Fällen weder der Trainingsstand des Pferdes noch der des Menschen berücksichtigt um eine Methode zu beurteilen (die mathematische bzw. trigonometrische Herleitung lassen wir mal außen vor...).

Bei manchen Pferden ist das wirklich nur als "zentrifugieren" zu bezeichnen, bei anderen Pferden mit der gleichen Ausrüstung ist es völlig unspektakuläres longieren.

Bei Pferden, bei denen die Grunderziehung versagt hat, nützt auch der beste Kappzaum nichts - das ist dann ebenfalls nur "zentrifugieren" - allerdings für die HWS schlimmer.

Bei dem longieren mit Halfter ist die Gefahr größer, daß sich das Pferd verwirft und das als normal erlernt. Das kann man dann unter dem Sattel sehr schwer wieder korrigieren. Das verwerfen schadet glücklicherweise nicht den Knochen, denn es wird im Gelenk K1/K2 verursacht (das ist genau dafür ausgelegt). Allerdings wird die Muskulatur der Hals-Außenseite falsch belastet und ist damit nicht geeignet die Halsmuskulatur richtig aufzubauen.

Trägt sich das Pferd bereits korrekt und stellt sich, ohne sich zu verwerfen, ist dagegen nichts einzuwenden.

Der Kappzaum hat den Vorteil, daß der Angriffspunkt der Longe weiter nach vorne verlagert ist, damit das korrekte Stellen gefördert wird. Hierbei wird der Kopf nicht mehr seitlich gezogen (wie beim Halfter), sondern gedreht, so daß eine Stellung ab K2/K3 erfolgen kann. Der Kappzaum hat allerdings den Nachteil, daß man die dort erlernte Stellung nicht immer in den Sattel mitnehmen kann. Das liegt daran, daß man im Sattel keinen "Anfasser" am Nasenriemen hat. Unter Umständen muss man dem Pferd das neu beibringen. Der Nachteil des Kappzaumes ist der, daß der Zug an der Longe scheinbar deutlich geringer ist, als am Halfter. Da der Kraftangriffspunkt aber deutlich weiter (ca. 2x) vom K3 entfernt ist als beim Halfter, kann man mit dem Kappzaum leider auch riesige Kräfte (nämlich mehr als doppelt so viel) auf den K3...K6 wirken lassen ...... (Man stelle sich vor, ein Pferd bricht aus dem Kreis aus und der Mensch hält mal mit seinen 60Kg dagegen, dann wirken auf den K3ff mehr als 200Kg (Hebelgesetz).

Zu guter Letzt möchte ich noch auf das longieren mit Gebiss eingehen, von dem die meisten ja sagen, daß es absolut schädlich ist.....  Das longieren mit Gebiss ist nur unter bestimmten Umständen zu empfehlen. Dazu gehört, daß das Pferd an der Longe keinen Zug größer als 1 Kg ausübt und in der Lage ist frei im Kreis zu gehen. Weiterhin muss die Longe immer in die Außenseite angeschnallt und durch den inneren Ring geführt werden. Dann ergeben sich durch die Winkel der Krafteinwirkung ähnliche Verhältnisse wie unter dem Sattel (Hatte das hier irgendwann mal mathematisch nachgewiesen). Deshalb sollte man nie die Dinge verteufeln, die man nicht selbst nachgerechnet hat....

Abschließend muss man wohl sagen, daß alle Variationen ein Für und ein Wieder haben. Wenn man sich der Bedingungen genau bewusst ist, unter denen man die Dinge anwendet, ist das Eine so wenig schädlich wie das Andere. Mit allen Variationen kann man das Pferd diagonal überlasten (wir erinnern uns, daß die Kopf-Hals-Stellung bis zum Hüftgelenk wirkt und die HH beeinflusst)

LG Calimero

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Wer am Halfter oder am Zaum (auch mit Longierbrille) longiert, hat gute Chancen, dass das Pferd

-nicht longiert, sondern zentrifugiert wird

-keine Muskulatur aufgebaut, höchstens Ausdauer (dann ist´s aber wirklich gut gegangen)

-nicht in die richtige Stellung gebracht wird und somit dauerhaft Schäden am Rücken, der Halswirbelsäule und am Genick davon trägt, irrevesibel versteht sich.

-Pferd abstumpft im Maul oder auch im Genick, denn da wirkt das Halfter ja, wenn man ständig dran rupft

-frühzeitig wegen falscher Belastung an Arthrose erkrankt

-und der Reiter keinen Nutzen davon haben, wenn der in der Mitte keinen Plan hat was er da überhaupt fabriziert.

-Schmerzen beim Reiten hat, weil die Muskulatur nicht oder falsch ausgebildet ist

Man longiert korrekt am Kappzaum ohne Ausbinder und man hilft dem Pferd, sich selbst in die richtige Haltung zu bringen. Das erfordert mitunter jahrelanges, intensives Training um überhaupt selbst zu wissen, was man da eigentlich macht und dann erst, wenn das klappt, kann man sich noch zusätzlich auf ein Pferd konzentrieren.

Korrektes Longieren hilft Pferd (und Reiter) Vertrauen aufzubauen, ebenso habe ich die Erfahrung gemacht, dass junge Pferde die zum Einreiten sind und vorher sauber gearbeitet wurden, viel feiner auf die Reiterhand achten und eine wesentlich besser ausgebildete Muskulatur haben als hauruck-longierte Pferde, die sofort mit Gegendruck auf sämtliche feine Hilfen reagieren.

Es rentiert sich auch in der heutigen Zeit, wo alles eilt, sich und dem Pferd Zeit zu lassen und vernünftig auszubilden und zu longieren. Die Freude an einem gesunden, gut ausgebildeten Pferd währt länger als der kurzfristige Erfolg.

Mein leider verstorbener Tierarzt gab mir den Rat bei meinem Hengst: "Richtig gemacht dauert es etwas länger, falsch gemacht und korrigieren dauert ewig mit ungewissen Ende..." 



Ach ja, weiterführend wenn es dich interessiert, so kann man richtig Longieren:

https://www.wege-zum-pferd.de/produkte/longenkurs/

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Vielleicht ist meine Antwort nicht sehr hilfreich aber da dir noch keiner geantwortet hat wollte ich es zumindest versuchen. Eine Trense ist doch aus Leder im Gegensatz zum Halfter oder nicht? Ich kann mir alleine deshalb schon vorstellen, dass die Reibung höher ist als bei einer Trense, zudem ist ein Halfter eher für den Stall geeignet. Kannst mich gerne korrigieren, ich reite selber nicht, sondern meine Freundin. Ich sehe ihr nur zu und helfe ihr.

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Kommentar von beglo1705
30.07.2016, 07:46

Kann dir leider mitteilen, dass man auch nicht an der Trense longiert, auch nicht mit Longierbrille. Die Trense "zieht" voll am Maul, das macht Pferde dauerhaft stumpf und schmerzt. Irgendwann hat man dann ein Pferd, welches nicht mehr auf den Zügel reagiert, sondern sich dahinter "verkriecht" weil es Schmerzen hat.

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Kommentar von netflixanddyl
30.07.2016, 12:10

Danke, dass du es versucht hast, aber deine Antwort hat garnichts mit meiner Frage zu tun. Auch mit Trense longiert man nicht.

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