Schach: Wie Bewertet der Schachcomputer die Stellung?

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4 Antworten

Es ist natürlich schwer zu sagen, mit welcher Formel genau Dein Schachcomputer arbeitet. 

Bestimmt wird er Material berücksichtigen, also zum Beispiel +1.00 wäre ein Vorteil in Höhe von einem Bauern, +5.00 wäre ein Turm mehr.

Dann gibt es Schachcomputer, die Bauernstrukturen bewerten: Doppelbauern bringen Abschläge in der Bewertung, -0.20 vielleicht. Dann sind noch isolierte Bauern schlecht. Freibauern sind gut. Weiter vorgerückte Bauern bringen auch einen Bonus für die Stellungsbewertung.

Dann kann ein Schachcomputer berücksichtigen, wie der König steht. Im Mittelspiel kann es Boni geben, wenn der König in der Rochade mit einer gesunden Bauernreihe vor sich steht. Im Endspiel ist ein König im Zentrum ein guter König.

Dann Figurenaktivität. Steht der Springer am Rand oder im Zentrum? Türme auf offenen Linien. 

Und und und.... Was den Programmierern halt so einfällt.

Bei dem allem muß man natürlich noch berücksichtigen, daß der Schachcomputer die Bewertung nicht ganz genau für die aktuelle Stellung ausgibt, sondern für die Variante (= Zugfolge), die der Schachcomputer ab hier bei bestem Spiel beider Seiten für am Wahrscheinlichsten hält. 

Die Bewertung kann also +3.00 für den Computer sein, obwohl auf dem Brett noch Materialgleichstand herrscht. Aber die +3.00 drücken dann halt aus, daß der Computer Materialverlust für Dich für unausweichlich hält. Ein Blick in die Zukunft.

Ich hoffe damit schon mal etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

Anbei ein Bild von einem meiner Schachcomputer. Er zeigt keine Bewertung an und das gefällt mir sehr gut an ihm. So lenkt er mich nicht ab.

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Mit welchem Bewertungssystem ein Schachcomputer, bzw. eine entspr. Software arbeitet, wird Dir wohl nur der Hersteller verraten - das dürfte unter Betriebsgeheimnis fallen.

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Kommentar von NinWorld120
16.10.2016, 21:19

ich meine wie der Computer das allgemein macht und keine Extra geschichten.

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Es gibt vielleicht eine Formel um eine Stellung eine Zahl zuzuordnen, die hoffentlich etwas mit der Qualität der Stellung zu tun hat.

Der meiste Berechnungsaufwand geht dahin, Stellungen zu testen, die von der aktuellen Stellung aus erreicht werden können. Und damit zu erfahren, welcher Zug in einigen Zügen zur größten erwarteten Verbesserung der aktuellen Stellung führt.

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Die einzelnen Figuren kann man gegeneinander aufrechnen, sodass man sehr schnell feststellen kann, wann materielle Ungleichgewichte bestehen.

Andere Bewertungskriterien sind hier deutlich schwieriger einzuschätzen. Nichts gegen den Besitz offener Linien, doch wenn man sie strategisch nicht nutzen kann, besitzt man „Luft“. Das gilt sinngemäß auch für die beiden Diagonalen, die durch das Zentrum gehen (a1 … h8; a8 … h1).

Auch der „Besitz“ des Zentrums kann unnütz sein, wenn man eigentlich eher umliegende Gebiete beherrschen bzw. verteidigen können sollte.

Wie Schachprogramme diese Details bewerten, gehört wohl zum Knowhow der Entwickler. Stellungen im Bereich von ± 0,5 gelten dabei als ausgeglichen, ± 0,85 gelten als leicht vorteilhaft, ± 1,25 als besser > ± 1,25 als gewonnen für Weiss (+) bzw. Schwarz (–).

In der spielerischen Praxis ist das natürlich auch von dem Spieler umzusetzen, der die Gewinnstellung besitzt.

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