Saitenschwingung?

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5 Antworten

Ja, es macht einen Unterschied.

Wenn du die Saite in der Mitte zupfst schwingt hauptsächlich der Grundton. Weil dort wo du zupfst ein Bauch der Welle ist.

Wenn du bei einem viertel der Saitenlänge anzupfst schwingt außerdem der erste Oberton. (Knoten genau in der Mitte der Saite.) Dort wo du gezupft hast ist wiederum ein Bauch. So kannst du das jetzt fortsetzen. Bei 1/6 Saitenlänge müsste ein weiterer Oberton sein. (3 Bäuche) u.s.w.

Ich hab zwar keine Quelle für diese Annahmen, bin mir aber ziemlich sicher, dass sie stimmen.

Auf jeden Fall trifft es zu, wenn du beim Zupfen den Finger dort auflegst, wo ein Knoten sein soll. Das nennt sich dann "Harmonics". Es ist nämlich einfacher einen Knoten durch "Festhalten" an der entsprechenden Stelle festzulegen, als einen Bauch zu definieren. Denn Knoten sind die einzigen Stellen, an denen sich die Saite nicht bewegt. Bäuche sind aber nicht die einzigen Stellen, an denen sich die Saite bewegt. Dort bewegt sie sich nur am stärksten.

Ich hoffe du konntest mir folgen.

Übrigens hab ich es gerade noch mal an der Gitarre ausprobiert. Den ersten Effekt hört man kaum. Erst ganz am Ende der Saite hört man, dass der Ton höher/härter klingt, weil es mehr hochfrequenze Schwingungen gibt und kaum noch den Grundton. Der zweite Effekt ist aber gut hörbar, weil der tiefe Grundton durch das Festhalten nicht klingt.

Das hat mir sehr viel geholfen! Danke!
Wäre die Frequenz bei zwei Schwingungsbäuchen dann doppelt so groß?

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@carlion

Ja. Doppelte Frequenz. Und doppelte Frequenz bedeutet automatisch eine Oktave höher. Deshalb ist am 12. Bund an der Gitarre (hier ist genau die Mitte der Saite) die Stelle um eine Oktave zu spielen.

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Die Knoten und Bäuche "entstehen" nicht direkt, sie sind immer vorhanden, als Möglichkeiten.
Zugegeben, manchen Menschen mögen diese meine Pedanterie nicht.

Es geht eher darum, welche möglichen Schwingungen bei welcher Art des Anschlags stärker oder schwächer sind.

Und da kann ich theoretisch antworten, dass gerade Obertöne die Intensität Null haben, wenn du die Saite genau in der Mitte zupfst.
Es gibt also nur den Grundton und ungerade Obertöne, den 3., 5, 7., usw.
Also genau das Gegenteil zu einem Flageolet in der Saitenmitte.

Allerdings wird kaum jemand die Saite in der Mitte zupfen, denn das ist ja schon ziemlich weit halsaufwärts, zumindest bei E-Gitarren.

Aber wenn ich das schon mal ausprobiere, natürlich am Hals, weil da die Bünde eine Orientierung liefern, ich höre den Unterschied, ob ich die Saite bei der Hälfte oder beim Drittel anzupfe.
Meine, eine Quint zu hören.

Der Unterschied beim Zupfen zwischen einem Viertel und einem Drittel fällt dann schon eher unter "Einbildung ist auch 'ne Bildung" -'ne Quart vielleicht.
Jedenfalls für mein unprofessionelles Gehör.

Und als Laie würde ich auch kaum über dem Korpus, wo man meist zupft, Drittel oder Viertel überhaupt finden.

Also würde ich es als Zusammenfasung der durchaus guten Beiträge so formulieren:

Je näher am Ansatz du zupfst, desto mehr Gewicht haben die Obertöne.
Da bestimmte zu bevorzugen, dazu fehlt wohl den meisten die Technik, das zu schaffen, und das Gehör, es zu unterscheiden.

Lese das zufällig nur, mein System behauptet, ich hätte die Frage erneut gestellt, was Blödsinn ist...

Lieber Newton, komm mal runter auf die Erde, bevor du hier postests!.... Ich kenne mich auch ein wenig mit Obertonphysik aus, deswegen geht mir das Geschwafel von geraden Obertönen mit null Intensität etc. ziemlich auf den Senkel,  -und ist dann nicht nur dumm sondern letztlich auch falsch: zupfen am Schwingungsknotenpunkt bringt z B. keinerlei besonderen Effekt hervor. Da hat jemand von der Praxis mal gar keine Ahnung! 

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@fidolino

Mäßige dich mal etwas im Ton.

Ich habe nicht nur etwas Ahnung von Physik, sondern auch von Musiktheorie, und spiele Gitarre.

Ich habe das während meines Postings sogar noch ausprobiert, damit ich eben keinen Unsinn poste.

Jedenfalls höre ich einen Unterschied, ob die die Girattensaite auf der Hälfte oder einem Drittel zupfe.
Es mag sein, dass du den nicht hörst.
Aber Nichtkönnen ist noch keine anerkannte Disziplin.

Einen kleinen Fehler hatte ich drin, "Meine, eine Quint zu hören".
Ist natürlich eine Oktave.
Und kein Grund, so rumzutönen.

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Ähm, was sind Knoten/Bäuche?

Ganz praktisch gesehen JA, auf jeden Fall. Die Seite ist am Rand steifer und klingt obertonreicher und kürzer, in der Mitte ist sie schwabbeliger und klingt dumpfer und länger. Keine Ahnung warum.

Ja, was du sagst stimmt auch mit meinen Beobachtungen überein. Vielleicht hilft dir mein Beitrag um ein bisschen was von den physikalischen Gründen zu verstehen. ;-)

Schönen Gruß!

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Das hast du zwar rein vom Klang her richtig erfasst, aber theoretisch nicht verstanden.

Klar muss man das nicht verstehen, um ein guter Musiker zu sein.
Ich habe es verstanden und bin kein guter Musiker.

Aber die Frage war schon eher theoretisch, und da sind halt Schwingungen und Wellen gefragt, bei der Gitarre eher stehende Wellen.

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Comments Beitrag ist zwar großenteils richtig, hat nur wenig mit der Praxis des Zupfens zu tun. Da ist grobbeldopp auf der richtigen Seite. Das mit den Bäuchen und Knoten kann man am besten mit flageoletts erkennen und probieren. Mitte= Oktave,  viertel=2 Oktaven, drittel=Quintett usw.

Ganz einfach, probier es selbst aus. Du wirst merken, dass es in der mitte der seite wärmer, voller klingt und an den enden nasal, schrill, kalt

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