Sächs. Baurecht: Darf ich einen Hühnerstall im Außenbereich errichten?

Hühnerstall - (Recht, Jura, bauen)

4 Antworten

Vorab: Dieses Vorhaben ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit genehmigungspflichtig, insbesondere wenn das Gelände bereits unter Landschaftsschutz steht. Ich kann nur dringend davon abraten, hier in der vagn Hoffnung, nicht erwischt zu werden, einfach ein gebäude aus dem Boden zu stampfen. Neben dem Ärger kann das sehr teuer werden.

Grundsätzlich ist hier der Rat eines Fachmanns (Architekt) ratsam. Sofern es sich bei Gebäuden um landwirtschaftliche Nutzgebäude handelt, kann eine Genehmigung erteilt werden, vorausgesetzt, die Nutzung beschränkt sich explizit auf die Nebenerwerbslandwirtschaft. Eine anderweitige Genehmigung dürfte infolge des Landschaftsschutzes ohnehin ausscheiden. Genehmigungsfrei wären (wenn überhaupt) rein mobile Bauten oder kleine Gewächshäuser ohne fixierte Fundamente. Nach Deiner Beschreibung handelt es sich aber um eine Scheune mit Mehrfachnutzung, und die bedarf in jedem Fall einer Genehmigung. Zudem dürfte sie (wie gesagt) auf eine rein landwirtschaftliche Nutzung beschränkt sein,. Baust Du ohne Genehmigung, wird es irgendwann auffallen, und Du musst es beseitigen (oder es wird auf Deine Kosten abgerissen und entsorgt). Zudem ist das strafbewehrt (Schwarzbau und Verstoß gegen das Landschaftsschutzgesetz).

Besten Dank für die Hinweise. Einen Architekten fürs Hühnerhaus finde ich dann doch bissel übertrieben. Den Herrn brauch ich noch für diverse bauliche Veränderungen am Haus. Das Hühnerhaus wollte ich zusammen mit meinen Kindern bauen. Mit Holzbau, Statik und Ästhetik kenne ich mich ein wenig aus. Und mir geht es bei der Sache nicht nur ums Ergebnis, sondern auch ums Tun.

Ein mobiles Häuschen - gut, das wäre vielleicht eine Alternative. Aber dann muss man erst mal einen schönen Wagen finden. Ich will doch kein Bauplatz im Garten haben...

Vom Nachbarn wäre nichts zu befürchten. Das nächste Haus ist außer Sichtweite. Aber Wandersleute und neugierige Dörfler gibt es natürlich auch noch. Vielleicht sollte ich erst (ohnehin geplante) dichte Naturhecken pflanzen... :-)

0

Dieses Bauvorhaben ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unzulässig! Alles weitere drumrumgerede ist Unsinn!

0
@Seehausen

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann man die an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit nicht mit endgültiger Sicherheit berechnen, da sie nur eine leere Phrase ist. Sie liegt jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zwischen 98% und 103,9%.

0
@MeisterGiesser

Das kann nur jemand von sich geben, der weder vom Planungfsrecht noch der Rechtsprechung die leiseste Ahnung hat! Es ist ziemlich frustrierend, wenn fachgerechte und vernünftige Antworten auf diese Weise angezweifelt werden. Das ist aber typisch für gutefrage.net, dass die Fachleute, die fachgerechte Anrworten geben, meist vor den Kopf gestoßen werden!

0

da ich die sächsischen bestimmungen nicht kenne kann ich eigentlich nichts dazu sagen,in bayern würde ich mit bei landwirtschaftsamt anfragen und schon bei anfrage den überwiegend landwirtschaftlichen zweck in den vordergrund stellen,da hättest gute chancen

"Überwiegend landwirtschaftliche Zwecke der Hütte" lässt sich ja noch konstruieren (Federvieh und Gartenbau). Allerdings ist das nicht gleich zu setzen mit "überwiegend landwirtschaftlicher Nutzung als erwerbsmäßiger Betrieb", wie das ringsum für die Bauern gilt, die riesige Rinder-Stallanlagen mit Tag-und-Nacht-Beleuchtung mitten in die Botanik setzen können. Ich fürchte, da müsste ich mindestens 13.000 Eier pro Monat erzeugen, damit mein Einkommen "überwiegend landwirtschaftlicher Nebenerwerb" ist. Die Hennen passen dann aber nicht mehr in mein Fachwerkhäuschen und mein Cholesterinspiegel würde bei der Eiermenge bedrohlich steigen... :-)

0
@MeisterGiesser

Wie bereits ausgeführt stzehen die Regelungen des Bau- und Landschaftsschutzrechtes auch in Sachsen eindeutig dagen. Da nützten alle Vermutungen, Rechthabereien und Spitzfindigkeiten nichts.

0

Naiv und ahnungslos! Das Vorhaben ist schlicht unzulässig!,

0
@Seehausen

Danke für die Meinung. Die Argumentation ist überzeugend dargelegt und mit stichhaltigen Belegen unterfüttert. Man beachte die kausale Kette aus "Naiv und ahnungslos" und dem zwingend daraus zu schließenden "...schlicht unzulässig!" Vor der Weisheit muss man sich einfach verneigen. ;-)

Das Portal heißt hier übrigens "Gute Frage". Die Frager hoffen i.d.R. auf hilfreiche Antworten. Nicht auf sauertöpfische Rechthaber.

0
@MeisterGiesser

Fachleute werden bei den naiven Vermutungen, Falschaussagen und Unsinn mit Sicherheit sauertöpfisch!

Würdest Du mit einer Antwort zufrieden sein, die Dir erlaubt, bei Rot über die Ampel zu fahren?

0

Ich habe mit folgendem Verfahren beste Erfolge gehabt: Lage- und Bauplan zeichnen (muß vorab kein Architekt sein!) und dann erst zur Gemeinde maschieren und die Sache darlegen (wichtig; ruhig bleiben und erst überlegen, wenn Einwände oder Vorschläge kommen). Wenn Einvernehmen entstanden zur nächsten Instanz, bei uns ist es das Landratsamt mit dem Kreisbauamt und der unteren Naturschutzbehörde. Im Vorfeld kann man sehr viel abklären, auch wenn es manchmal erst weh tut. Wichtig, im Vorfeld für sich und dann mit den Sachbearbeitern alles klären und dann aber auch sich an die Vorgaben halten. Meistens kann man dann seinen Plan durchsetzen und die Abstriche sind gar nicht so arg oder vielleicht, ggf. im Nachhineien, sogar berechtigt. Noch eins: Komm keiner Behörde mit dem Argument, aber der XY hat das doch auch. Hier heißt es sehr diplomatisch sein!! Viel Glück.! cheesy1

Dank für deine Tipps und Erfahrungen, das klingt vernünftig.

0

Was möchtest Du wissen?