Sachverhalt bezüglich Grunderwerbsteuer, funktioniert dieses theoretische Beispiel?

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2 Antworten

Augenscheinlich ist im letzten Absatz Gewerbesteuer falsch gewählt. Denn hier wäre m.E. keine Gewerbesteuer im Ansatz, da es sich im Geschäftszweck um eine private Vermögensverwaltung handeln sollte. Achtung: Hier sind Rechtsänderungen im Gespräch gewesen, ob das so bleibt ist fraglich. Dabei ging es allerdings in der Hauptsache um die Erbschaftssteuer.

Es stimmt schon eine Grundannahme nicht: Beim Kauf von Geschäftsanteilen gehören einem die Anteile. Nicht das Gebäude, auch nicht zum ideellen Anteil. Schließlich bekommt man auch keinen Zugriff auf das Betriebsvermögen als Gesellschafter. Man bekommt nur ein Recht und dieses Recht besteht in der Fruchtziehung von der Gesellschaft. Also geht es um die Gewinnausschüttungen.

Dieses Konstrukt kann in nur ganz wenigen Fällen einen Sinn machen. Eigentlich sogar nur dann, wenn klar ist, dass die Grundbesitzungen noch mehr als einmal verkauft werden sollen.

Denn wenn die Gesellschaft aufgelöst wird, dann besteht wieder die Möglichkeit, dass Grunderwerbsteuer zutrifft. Kein Unternehmen ist für die Ewigkeit.

Dadurch, dass die Gesellschafter kein Eigentum an der Immobilie erwerben, würden auch Renovierungen oder Erweiterungen (z.B. Dachausbau) nur zu einem Bruchteil einen Eigenvorteil erbringen. Auf der anderen Seite kann ich weder Werbungskosten noch Betriebsausgaben so einfach haben.

Die Idee würde, in der Mehrheit als Gestaltungsmißbrauch angesehen werden müssen. Die ersten könnten es also schaffen, aber dann werden die Gerichte gerufen.

Ein Gestaltungsmißbrauch nach § 42 AO liegt immer dann vor, wenn jemand eine Gestaltung nur deshalb macht, weil es die steuerlichen Vorteile gibt. Eine Gestaltung ist also dann nicht rechtsmissbräuchlich, wenn wirtschaftliche Erwägungen dazu geführt haben. Beispielsweise eine bessere Verwaltbarkeit. Einheitlicher Auftritt am Markt.

Ich bin mir aber sicher, dass mit diesem Konstrukt keine Käufer zu finden sind. Die Vermarktung wäre ungeheuer schwer. Und die Steuerersparnis rechtfertigt hier den Ärger mit dem Fremdaufwand nicht.

Danke für die ausführliche Antwort.

Dieses Konstrukt ist wirklich nur für Großinvestoren geeignet. Für Privatpersonen zu kompliziert und aufwendig. Aber ein interessanter Gedankenversuch.

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@JohnLocke01

Was interessiert eigentlich den Großinvestor, wenn er die Steuer nur verschiebt und dann noch für den Käufer. Und einen Vorteil hat er immer noch nicht. Im Gegenteil - Wer das Geld hat baut gern mal einen Supermarkt und verpachtet ihn. Außerhalb der Gewerblichkeit natürlich.

Einzige tatsächliche und dann auch vernünftige Anwendung ist, wenn Investoren eingesammelt werden soll. Beispielsweise Krankenhäuser wurden eine Zeit lang als Steuersparmodelle angeboten. Da ist die KG nur richtig.

Oder auch bei diesen Time-Shearing Angeboten im Tourismus. Du bezahlst für einen Anteil und kannst 4 Wochen jedes Jahr kostenlos in 'Deinem' Zimmer wohnen. Wenn dort tatsächlich Zimmer zugeordnet werden, dann ist das mal abgesehen von der Blickrichtung vielleicht, eine eher ideelle Sache.

Herzlichen Dank für den Stern!

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Dem Staat ist es vollkommen egal, ob eine natürliche oder juristische Perso eine Immobilie erwirbt. Der Steuersatz ist immer der gleiche. Wie die Anteilseigner diese Kosten untereinander aufteilen, ist der Verwaltung vollkommen egal.

Vielleicht sollte ich meine Frage präzisieren.

Ich muss zugeben, dass ich ein ziemlicher Laie bin was das Thema anbelangt. Das Problem was ich hier sehe sind die Besitzverhältnisse. Der Person 1. gehört nicht das Haus 1. Sondern sie erwerben alle einen Anteil der Gesellschaft. Der Person 1 gehört ein kleiner Anteil aus der Summe aller Häuser. Könnte man in irgendeiner Klausel? festlegen, dass die Person 1. das Haus 1. genau so in seinen eigenen Besitz nennen kann, wie wenn eine Person einen normalen Immobilienkauf durchführen würde. Und was würde passieren, wenn eine Person eine Mehrheitsbeteiligung der Gesellschaft erwerben würde, könnte er gegen die Minderheit unliebsame Entscheidungen treffen? Wie wäre das zu klären?

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@JohnLocke01

Wie schon gesagt, ist das dem Staat vollkommen egal, wie diese Anteilseigner das untereinander regeln.

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