Runen, wie wird richtig mit ihnen geschrieben?

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4 Antworten

Unsere heutige Rechtschreibung ist erst in den letzten 1000 Jahren in Verbindung mit dem lateinischen Alphabet entstanden, also erst nach der Verwendung von Runen in Deutschland. Es gibt daher keine Regeln, wie man neuhochdeutsch in Runen schreiben muss/soll/kann. Man kann sich daher dafür prinzipiell zwei Möglichkeiten vorstellen:


(a) die authentische ("MER"): Die Germanen hatten keine so festgelegte
Rechtschreibung wie wir. Deshalb haben sie im wesentlichen phonetisch
geschrieben, also so, wie man spricht. Ich kenne nur 2 Rechtschreibregeln in Runen: Doppellaute (ff, ll, pp usw.) werden nur einzeln (f, l, p usw.) geschrieben und ein Nasal vor d oder t entfällt (z. B. BLIDGUD für Blidgund oder Blindgund)


(b) die modernisierte ("MEHR"): Du kannst auch die deutsche Rechtschreibung
1:1 in Runen umsetzen. Hat manchmal den Vorteil, dass man Wörter besser
erkennt. Und bei Namen: Sophie schreibt sich vielleicht nicht gern
phonetisch als SOFI.


Ich benutze meistens Methode (a), weil sie authentischer ist und die
Runen schließlich auch ein eigenes Schriftsystem sind, das sich nicht
unbedingt an die Regeln des lateinischen halten muss. Du musst eben
überlegen, ob du eher auf Originaltreue oder auf leichte Lesbarkeit
(evtl. auch für andere) Wert legst.

Etwas ausführlicher habe ich das schon früher mal beschrieben:

https://www.gutefrage.net/frage/runenschrift---wie-schreibt-man-laute-fuer-die-es-im-aelteren-futhark-keinen-runen-gibt

Vielen Dank :)

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Mit Runen ist nicht hochdeutsch geschrieben worden. Nicht einmal althochdeutsch. Alte Sprachen in Skandinavien, im angelsachsenland oder in Friesland waren noch ohne feste Orthographie und kannten auch nicht unser Dehnungs-H. ... Von daher bietet es sich an, phonetisch zu schreiben und nicht nach unserer Orthographie, schon gar nicht die 3 F in Schifffahrt. ...

aber in voralthochdeutsch :) 

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Nee, in vorvorvoralthochdeutsch. ;-)

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Die Runenreihen kennen kein sch. Ein ch kennt nur das angelsächsische Futhark. Ich vermute, dass das mal sk war. Immerhin stammt unsere Schule ja auch vom lateinischen schola, was skola ausgesprochen wird. ...

Vielen Dank für die Antworten :)

für ein V würde man somit ein F schreiben denke ich oder?
Und ä, ü und ö gab es denke ich auch nicht. Würde man sich hier mit "ae" oder einfach mit "a" behelfen?

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Ich interessiere mich übrigends für das ältere Futhark.
Kannst du mir sagen, wie man da ein "ch" geschrieben hat, beziehungsweise, wie man das jetzt schreiben würde

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V wird am besten je nach Lautung mit W oder F zu schreiben sein. Die Umlaute wohl auch, also ä eher wie e, ö auch wie e, ü wie i (genauso wie y). Das hängt aber auch davon ab, welche Runen man verwenden will, ob älteres Futhark, dänische Runen, angelsächsisch-friesische Runen, ... Letztere bieten einen deutlich größeren Zeichensatz.

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Runen sind Zeichen, mit denen magisch gearbeitet worden ist und immer noch wird. Das ist was ganz anderes, als mit ihnen irgendwelche Sätze zu bilden, wie wir dies z.B. aus der Schule kennen.

Das Schreiben mit Runen in der Art eines Alpabets ist eher eine Verballhornung ihrer wahren Eigenschaften. Christliche (und jüdische?) Missionare haben damit angefangen und dies wurde dann weiter verbreitet. Das passt aber auch Vorne und Hinten nicht richtig, weil es bei machen Runen unterschiedliche Zuordnungen zu den Buchstaben des Lateinischen Alphabets gibt.

Früher, in der alten Zeit, hat man sich gehütet Runen zu schreiben. Weil man wusste, dass allein dies schon Auswirkungen hat...

Wenn Du lernen willst was es mit den Runen auf sich hat und wie man sie einsetzt, kann ich Dir folgendes Lehrbuch empfehlen:

Runenmagie in Theorie und Praxis

Das Lehrbuch der Meister
ISBN 9783944623009



sinnvoller ist die Empfehlung folgenden Lehrbuches: Klaus Düwel - Runenkunde. Das im deutschsprachigen Raum beste wissenschaftliche Einsteigerwerk, frei von esoterischem Blödsinn.

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