Rückzug zur Mark?

9 Antworten

Meines Erachtens hat die Deutsche Bundesbank auch so einiges angerichtet und ich weiß nicht ob wir durch 2008 und andere Krisen - auch die gegenwärtige Coronakrise - so gut gekommen wären. Einmal gab es damals ein wirksames Staatsfinanzierungsverbot und zum anderen hat die Deutsche Bundesbank immer wieder knallharte Hochzinspolitiken durchgezogen. Auch das hat dann zum Vereinigungscrash der 1990er geführt, weil die Unternehmen die Kredite nicht mehr bedienen konnten. Die Sparer - und die will die AfD erreichen - haben sich natürlich gefreut, aber das war eben auch teuer erkauft. Und am meisten dürften die Banken und Versicherungen profitiert haben ...

Also ...was sollte deiner Meinung geschehen, um den Immobilienmarkt wie um die letzte Zeit des nicht teuren Wohnens zu (verändern)?

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In dem Geschichtsbezug sollte man sich auch vor Augen führen, wer wirklich von der Währungsumstellung profitierte. Der Otto-Normalverbraucher eher nicht so.
Nicht umsonst existiert das geflügelte Wort: Euro = Teuro.

Das Problem ist nicht der Euro als Gemeinschaftwährung, vielmehr dessen gewählte Struktur.

Es werden aktuell mehrere Volkswirtschaften mit unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit in einem Währungsraum zusammengefasst und jedem Land gestattet, Geld im Wege von Kreditvergaben aus dem Nichts zu schöpfen.

Dadurch kommt es zu Verwerfungen in den nationalen Handelsbilanzen.

Haben die Südstaaten wie Italien, Spanien, Griechenland und Portugal eine deutlich negative Handelsbilanz, ist diese in den Nordstaaten Deutschland, Österreich, Niederland und Finnland stark positiv.

Diese Handelsbilanzdifferenzen werden bei der EZB in den sogenannten TARGET2-Salden geführt.

Deutschland hat einen über 1.000 Mrd. positiven TARGET2-Saldo oder anders ausgedrückt: Wir haben Waren und Dientleistungen erbracht, für die der Empfänger angeschrieben und die Bundesbank das Geschäft kreditiert hat.

Es ist äußerst unrealistisch anzunehmen, dass die über Jahrzehnte aufgebauten Schieflagen je ausgeglichen werden.

Insofern betreibt Deutschland die Finanzerung der Südstaaten mit Sachwerten und erhält im Gegenzug einen Schuldschein, der nie eingelöst werden wird..

Ja mehr noch: Man ist aktuell dabei unter Aushebelung der europäischen Verträge unter dem Vorwand Corona auf europäischer Ebene Schulden aufzunehmen, für die eine gemeinschaftliche Haftung besteht.

Da die üblichen o. g. Verdächtigen auch diese Schulden nicht zurückzahlen werden bzw. können, wird das an den Nordstaaten hängen bleiben, bis dort nichts mehr zu holen ist.

Das ist der Zeitpunkt für den Kollaps gekommen.

Mit einer eigenen Währung könnte man sich von solchen Prozessen entkoppeln, was aktuell politisch nicht gewollt ist.

Dabei gäbe es durchaus eine Möglichkeit, eine Gemeinschaftwährung neu zu strukturieren.

  1. Jedes Land kehrt zu einer eigenen nationalen Währung zurück
  2. Die nationalen Währungen haben einen einen landesbezogenen Referenzkurs zu einer neuen Gemeinschaftswährung
  3. Die Gemeinschaftswährung darf nur noch bei der EZB gegen Sacheinlage geschöpft werden, nicht in den einzelnen Ländern

Also bis wann haben wir noch Zeit , bis der Kollaps nicht mehr aufzuhalten ist ? 2022?/2024/2026/2026/2028/2030?

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@zitronensaft1

Das weiß keiner so genau. Das kommt auf die Rahmenbedingungen an.

Eigentlich ist der Punkt dann gekommen, wenn die Schulden die Summe aller BIP in der EU deutlich überschritten werden.

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Immobilienpreise richten sich nicht nach D-Mark oder Euro, sondern nach Angebot und Nachfrage.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Aber haben die Rechten den in diesem Punkt recht ?

Wie üblich natürlich nicht. Deutchland ist der größte Profiteur des €, und ein Ausstieg aus der Währungsunion würde den völligen Ruin bedeuten - wirtschaftlich, sozial und politisch.

Davon abgesehen ist der € wesentlich wertstabiler als es die DM je war. Dass es seit 2007 zu erheblichen Verwerfungen in den Preisen in manchen anlageklassen gekommen ist, hat viele Gründe, nicht zuletzt den, dass es auf kaum einem anderen Bereich noch gute Gewinne aus entsprechenden Investitionen bei sehr niedrigem Risiko gibt. Das ganze Geld musss halt irgendwo hin, also kauft auch jeder irgendwas an.

Sehr gut formuliert! Und von wegen der Euro ist schwach..., ist eine Hammer starke Währung..

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