Rückstellung für Gerichtsprozess nicht möglich da zu teuer, muss ich bereits Insolvenz anmelden?

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3 Antworten

Gut: Zwei Steuerberater und jetzt ich. Deine Frage ist keine Frage, weil sie tatsächlich nicht beantwortet werden kann.

Ob die Insolvenz greift kann so nicht bestimmt werden, weil auch die Insolvenzgründe gar nicht abgeschätzt werden könnten.

Eine bilanzielle Überschuldung ist kein Insolvenzgrund. Dazu braucht man eine tatsächliche Überschuldung. Die wird durch die Aufstellung einer Aufgabebilanz festgestellt.

Davor gibt es allerdings noch andere Reaktionsmöglichkeiten. Ganz einfach wäre hier die Versorgung mit neuem Geld.

Die würde vermutlich auch die Zahlungsunfähigkeit heilen.

Außerdem geht es nur um ernstlich eingefordertes Geld. Kann ein Unternehmen davon ausgehen, dass eine Stundung und Ratenzahlung erwartet werden? Dann würde ich auch wieder nicht von einem Insolvenzgrund ausgehen.

Wie gesagt: Deine Sachverhaltsdarstellung ist viel zu nebulös um hier wirklich was diskutieren zu können. Weil der auslösende Grund abgeklopft werden müsste.

Dann wäre noch die Bestehensanalyse fällig. Und in aller Regel stehen Steuern im Zusammenhang im Einnahmen oder Erträgen. So ist eigentlich immer davon auszugehen, dass die Steuern selber eine Insolvenz nicht auslösen.

Höchstens die Verwendung der Steuermittel für andere Ausgaben. Daher sind die Nachfragen der Beraterkollegen mehr als berechtigt. Und der Hinweis auf die Steuerhinterziehung von enormer Wichtigkeit.

Hoffe jetzt bei der Nennung der zu beachtenden Einstiegsthemen keinen ausgelassen zu haben. Aber erst wenn die mit den jeweiligen Folgen und Heilmethoden diskutiert sind (und zwar faktisch am Einzelfall korrekt), dann wäre eine Antwort möglich.

So hast Du mit Deinem laienhaften wie kompliziert das ist, leider nur eine Nebelkerze geworfen.

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Kommentar von multyy
27.05.2016, 21:10

Erstmal danke das du dir Zeit nimmst so ausfuehrlich zu Antworten.

In der Tat ist meine Frage schlecht formuliert ich hätte das anders angehen sollen.

Der Vorgang ist real und es betrifft einen unserer Mitbewerber, allerdings mit einer Ausnahme es ist nicht in Deutschland, aber die Vorschriften deckten sich in fast allen Sachen die ich bisher beobachtet habe. 

Ich erklär das nochmal ausfuehrlich und falls du noch Lust hast kannst Du gerne nochmal kommentieren.

Die besagte Steuer ist eine reine Produktionssteuer, unabhängig vom Umsatz/Gewinn. Das heisst auf die produzierte Menge oder auch eingekaufte Menge (Import) dieses Produkts muss man eine "Abgabe" an das Finanzamt leisten. Die Meldung hat je nach grösse monatlich oder jährlich zu erfolgen.

Nun hat diese Firma (wurde in der Zeitung alles veröffentlicht) 2 Jahre keine Meldung gemacht womit das Finanzamt natuerlich nachgefragt hat und auch sofort ermittelt hat wegen "Steuerbetrugs", wie ich annehme. Nun wird das ganze an die Staatsanwaltschaft uebergeben, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Verfahren eröffnen wird. Das Unternehmen kann die Steuern momentan nicht bezahlen, falls ja dann hätten sie es getan. Muss an diesem Punkt nun Insolvenz angemeldet werden, da die Rueckstellung faktisch nicht  möglich ist oder darf man ohne Rueckstellung am Prozess teilnehmen? Investoren wurden anscheinend nicht gefunden, dass hätte ich mitgekriegt, somit schaut es nicht so gut aus.

Einen Rettungsanker gibt es, die Steuer verstösst unter Umständen gegen EU-Recht und die finnische Regierung wird die Steuer 2017 abschaffen, aber es gab bisher keinen Prozess oder Untersuchung um festzustellen ob die Steuer tatsächlich nicht erhoben werden darf.

Ich hoffe jetzt besser erklärt zu haben. Schau ma mal.

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Um welche Steuern geht es. Wann sind diese Steuern entstanden? Von welchem Jahr reden wir? Steuerschulden aus dem abgelaufenen Wirtschaftsjahr sind im Jahresabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahrs als Verbindlichkieten oder Rückstellungen immer schon enthalten.

Zu den weiteren Anmerkungen hinsichtlich Insolvenz: Alles reine Spekulation.

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Kommentar von multyy
26.05.2016, 22:52

Danke fuer die Antwort. Um es zu präzisieren, die nicht bezahlten Steuern sind weder buchhalterisch erfasst worden noch an die zuständigen Behörden gemeldet worden, Es geht um eine spezielle Sache (das zu erklären zu lange dauert) (keine Einkommens, oder MWST, keine Standardsache)

Die Frage ist nur, muss ich Insolvenz anmelden, wenn ich die fälligen Steuern nicht bezahlen kann bzw, durch Bilden der Rueckstelleung und damit drohender Auflösung, zahlungsunfähig werde.

Macht man sich strafbar, wenn man nicht Insolvenz in so einem Falle anmeldet.

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Nach Deinem Kommentar handelt es sich also um nicht angemeldete und erklärte Steuern.

So etwas nennt man Steuerhinterziehung.

Und dafür haftet nicht nur allein die GmbH, denn die kann selbst keine Steuerhinterziehung begehen.

Da muss eine Natürliche Person gehandelt haben, z. B. der Geschäftsführer.

Und dem hilft die Insolvenz der GmbH überhaupt nicht.

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Kommentar von multyy
26.05.2016, 23:47

Mir gehts es mehr um die Frage, ob man bei einer Rueckstellung die man bilden muss (zu erwartender Gerichtsprozess..etc) aber es nicht genuegend MIttel im Unternehmen dazu gibt, ob man nun direkt Insolvenz anmelden muss oder nicht. Es gibt ja auch ein neues Insolvenzrecht in Deutschland so weit ich weis.

Lass ma mal das Thema Steuer weg.

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