Rückgaberecht Fernseher Ladenkauf

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6 Antworten

Das Widerrufsrecht nach § 312 ff BGB gilt nur

  • im Fernabsatz (Telefonisch oder per Internet abgeschlossene Verträge)
  • bei sog. "Haustürgeschäften". Vertreter kommt vorbei und verkauft Zeitung, Versicherung, Staubsauger etc.

Der Ladenkauf - wo du das Gerät begutachten und ausprobieren kannst - fällt unter keine der vorgenannten.


Eine Reklamation im Sinne des Gewährleistungsrechts wäre möglich, wenn das Gerät einen Mangel hat.

Ob der von dir geschilderte Sachverhalt einen Mangel darstellt vermag ich nicht zu sagen. Im Falle, dass du einen Gewährleistungsanspruch geltend machst, muss der Händler nachbessern (Reparatur oder Austausch des Gerätes gegen ein gleiches). Ist nach zwei maligem Nachbessern das Problem immer noch nicht gelöst kannst du vom Kaufvertrag zurücktreten. Der Händler trägt die ersten 6 Monate nach Kauf die Beweislast, in den anschließenden 18 Monaten liegt sie bei dir.

Versuche dem Händler zu demonstrieren wo das Problem liegt und verlange Nachbesserung, klappt vielleicht.

also alle dich ich persönlich befragt habe in meinem umfeld meinten das man 14-tägiges rückgaberecht hat.

Dann haben die offensichtlich alle unrecht. Ein Widerrufsrecht gibt es nur in bestimmten Fällen in denen das Gesetz dies anordnet.

http://ra-kadelke.de/2007/11/29/polulaere-rechtsirrtuemer-teil-3-rueckgaberecht

Keine solche gesetzliche Ausnahmeregelung besteht aber für den Kauf etwa im Kaufhaus. Soweit hier Kaufverträge rückgängig gemacht werden, ohne daß die Sache einen Mangel hat oder eine andere Leistungsstörung vorliegt, beruht die Rückabwicklung entweder auf Kulanz des Verkäufers oder auf dessen freiwilliger Leistung

Ein solches Rückgaberecht hast du nur im Fernabsatz, also wenn du zum Beispiel online bestellst. Im Einzelhandel gibt es das nicht und ist ein Kulanzservice, der vom Laden angeboten werden kann, aber nicht muss.

Ein Rückgaberecht hast Du nicht, die wäre Kulanz, die ist aber wegen dem Ausverkauf und den Preissenkungen eh nicht mehr drin. Eine Chance hättest Du noch, wenn Du beweisen könntest, daß Dich der Verkäufer offensichtlich falsch beraten hat, dies könnte aber schwierig sein.

Eine bessere Chance hat er über die Sachmängelhaftung (§§ 434 ff BGB) im Rahmen der Gewährleistung. Ob ein Bildflimmern schon ein Mangel ist, weiß ich nicht, aber beweisen müsste der Händler, dass es nicht so ist.

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@kevin1905

Naja, eben deswegen meine Überlegung über die falsche Beratung. Ev. könnte der Verkäufer bewußt über dieses Problem geschwiegen haben, nur, dem das zu beweisen ..........

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@XxSmartphonexX

Eine falsche Beratung hätte schon wieder rechtlich ganz andere Konsequenzen. Mängel passieren nunmal bei Fließbandherstellung. Es kann auch sein, dass dies vielleicht ein Transportschaden am Gerät war, ist aber belanglos.

Wenn der Kunde sich auf die Gewährleistung beruft und der Kauf keine 6 Monate her ist, muss der Händler beweisen, dass das Gerät mängelfrei ist, ansonsten muss er nachbessern.

Hier auf jedenfall der einfachere Weg.

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ok also bleib ich drauf sitzen, nunja dann ist das so, gibt schlimmeres und zieh meine konsequenzen, ladenkauf ist dann doch was für die ältere generation..

danke für eure hilfe

gruß

ladenkauf ist dann doch was für die ältere generation...

Och, da wäre ich mir gar nicht so sicher.^^ Denn ab 2014 dürfen die Versandhändler Rücksendekosten grundsätzlich dem Verbraucher auferlegen.

http://www.offenbach.ihk.de/aktuelles/detail-ansicht/artikel/eu-verbraucherrechte-richtlinie/

Abgesehen davon: bei im Versand gekauften Geräten darfste im Gewährleistungsfall einige Wochen auf die Reparatur warten - und musst die vorher erst einmal hin schicken.

Und: Wer bei einem Versandhändler zu oft von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, fliegt irgendwann auch mal aus dessen Kundenkartei. ;)

Im Übrigen gibt es auch im Fernabsatz bei nicht allen Waren ein Rückgaberecht. Siehe BGB § 312d.

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@Eichbaum1963

Och, da wäre ich mir gar nicht so sicher.^^ Denn ab 2014 dürfen die Versandhändler Rücksendekosten grundsätzlich dem Verbraucher auferlegen.

Das heißt aber nicht zwangsweise, dass sie es machen werden.

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@Haglaz

Deswegen blieb ich ja auch beim "dürfen".^^

Allerdings: bei Warenwert bis 40 € dürfen sie es heute schon machen (bei eingeräumten Widerrufsrecht) - was viele auch so handhaben.

Lassen wir uns also überraschen, denn ¾ aller Online-Händler planen mit Inkraftreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie, die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen.

Ob es die Konkurrenz aber auf Dauer zulässt bleibt eben abzuwarten - aber die Rücksendekosten sind für die Unternehmen schon ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/digitale-revolution-der-wirtschaft/kampf-gegen-hohe-retouren-warenkoerbe-analysieren/7755176-3.html

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Das hat nichts mit "ältere Generation" zu tun. Bei einem Ladenkauf kann man halt davon ausgehen, dass du dir das Gerät angeschaut hast und dich vielleicht hast beraten lassen bei Unklarheiten. Deswegen gibt es auch keinen Grund, dass du das Gerät dann einfach zurückbringst, weil es dir dann doch nicht mehr zusagt. Bei Online-Einkäufen hat man das Rückgaberecht ja nur deswegen, weil man sich die Ware im Vorfeld nicht genau ansehen kann und es dann evtl Dinge gibt, die man vorher nicht testen konnte.

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