Rotationsgeschwindigkeit Planeten?

5 Antworten

Auch die Venus rotierte zu Ururzeiten viel schneller als heute, aber irgendein Ereignis hat die Rotationsachse der Venus quasi auf den Kopf gestellt, daher rotiert sie auch in die falsche Richtung als einziger der Planeten unseres Sonnensystems. Durch die retograde Rotation dauert ein Venustag länger als ein Venusjahr. Was genau die Ursache für das fast komplette Kippen der Venusachse war weiß man nicht genau, am ehesten wird vermutet, dass die Venus mal mit einem kleineren Planeten oder einem sehr großen Asteroiden kollidierte und die Rotationsache dadurch fast komplett gekippt wurde. Ganz allgemein hängt die Rotationsgeschwindigkeit von Planeten von mehreren Faktoren ab, die unterschiedlich stark wirken können. Beispielsweise können massereiche Monde einen Planeten langsam ausbremsen durch die Gezeitenreibung (dabei spielen auch die Entfernungen der Monde und deren Umlaufzeit um den Planeten eine Rolle), auch die Sonne übt im Prinzip diesen Effekt auf die Planeten aus. Die Erde rotierte nach ihrer Entstehung vermutlich in nur etwa 6 bis 8 Stunden (sicher sagen lässt sich das nicht) einmal um sich. Ohne die Entstehung des Mondes wäre sie heute immer noch sehr schnell am rotieren.

Hier ist die Antwort - leider - einfach: Man weiß es nicht.

Zwar wirkt die deutlichere Nähe zur Sonne verlangsamend auf die Umgebungsgeschwindigkeit - das Zentralgestirn eines Systems zwingt seinen Begleitern langfristig eine gebundene Rotation auf - doch kann das die dermaßen langsame Rotationsrate und erst recht die retrograde Rotation der Venus nicht erklären.

Es wird vermutet, dass ein äußerst mächtiger Meteoriteneinschlag die Venus abgebremst hat. Jedoch ist dafür weder ein entsprechender Karater erkennbar, noch hat die Venus einen oder mehrere Monde, die man aus einem solchen Ereignis mit einiger Wahrscheinlichkeit erwarten dürfte.

Venus rotiert entgegengesetzt zum Drehsinn der Bahdrehung. Dies lässt sich wohl nur aus der Entstehungsgeschichte des Planeten erklären.

Auch die Sonne rotiert im gleichen Drehsinn wie die Planeten und ihre Äquatorebene fällt mit der Ebene der Planetenbewegungen zusammen. Die Sonne besitzt zwar 99,9% der Masse des Systems aber nur 2% des Drehimpuls. Man muß davon ausgehen, dass in der Entstehungszeit des Planetensystems Drehimpuls von der Sonne auf die Planten übertragen wurde. Eine diesbezüglich gesicherte und allgemein anerkannte Theorie gibt es nicht, aber folgende Teile sind weitgehend anerkannt:

1. Die Planeten bildeten sich erst, als die Sonne bereits existierte.

     (d.f. Alter der Planeten < Alter der Sonne )

2. Die erkaltete Restmaterie war scheibensymmetrisch um die Sonne angeordnet.

3. Die unterschiedlichen Bahnen der einzelnen Teilchen kreuzten sich oft, wobei sie sich gegenseitig zertrümmerten und ihre Bahnen immer gleichartiger wurden.

4. Bei Zusammenstößen mit geringen Relativgeschwindigkeiten begann der Prozess des Zusammenballens.

5. Erst bei großen (Durchmesser »100 km) Körpern spielte dann die Gravitationskraft die entscheidende Rolle.

Nur die äußeren Planeten sind Gasplaneten.

Einige Planeten habe auffällige Abweichungen:

Merkur hat die stärkste Abweichung von der Bahnneigung und der Kreisbahn. Merkur rotiert sehr langsam. Seine Rotationsdauer beträgt genau 2/3 der siderischen Umlaufsdauer, so dass ein „Merkurtag“ zwei „Merkurjahre“ dauert. Es wird angenommen, dass dieses Zahlenverhältnis auf Grund der starken Exzentrizität durch innere Reibungsvorgänge des Planeten (entsprechend Ebbe und Flut auf der Erde) erzeugt wurden.

Venus rotiert rückläufig.

Die Rotationsachse von Uranus liegt fast in der Bahnebene, so dass Uranus auf seiner Bahn quasi rollt.

Pluto gilt zwar nicht mehr als Planet, dennoch ist es eine Besonderheit, dass Pluto die Bahn Neptuns kreuzt, deshalb war von Ende Januar 1979 bis zum 2. Februar 1999 Neptun der fernste "Planet" des Sonnensystems. (Damals galt Pluto noch als Planet.)

Woher ich das weiß:Beruf – Lehrer für Mathematik und Physik i.R.

Wahrscheinlich hatte die Venus in ihrer frühen Zeit mal eine Kollision mit einem anderen Proto-Planeten. Das lässt sich aber nicht rekonstruieren.

Auch die Erde hatte sehr wahrscheinlich eine solche Kollision, aus welcher nebenbei der Mond hervorgegangen ist. Ob dabei die frühere Rotation der Erde beschleunigt oder allenfalls abgebremst wurde, wissen wir auch nicht.

Vom ursprünglichen Drehimpuls der Masse.

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