Rosenkranzkette

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Der Ursprung des Rosenkranzes

Ein anderer verbreiteter Brauch ist das Beten des Rosenkranzes. In dem Werk Diccionario Enciclopédico Hispano-Americano wird der Rosenkranz wie folgt beschrieben: „Schnur mit fünfzig oder hundertfünfzig Perlen, die von anderen, größeren Perlen in Zehner unterteilt werden; die Enden sind durch ein Kreuz miteinander verbunden, vor dem sich heute drei Perlen befinden.“

Eine katholische Publikation sagt über den Gebrauch des Rosenkranzes: „Der heilige Rosenkranz ist eine Form des lauten oder stillen Gebets über die Geheimnisse unserer Erlösung. Er besteht aus fünfzehn Zehnern. Jeder Zehner beinhaltet das Vaterunser, zehn Ave-Maria und ein Ehre sei dem Vater. Während jedes Zehners wird ein Geheimnis betrachtet.“ Bei den Geheimnissen handelt es sich um Lehren, die Katholiken bekannt sein sollten, und sie beziehen sich in diesem Fall auf das Leben, das Leiden und den Tod Christi Jesu.

In der World Book Encyclopedia wird erklärt: „Frühe Formen des Rosenkranzbetens entwickelten sich während des Mittelalters im Christentum, gewannen aber erst im 15. und 16. Jahrhundert weite Verbreitung.“ Ist der Gebrauch des Rosenkranzes auf den Katholizismus beschränkt? Nein. Im Diccionario Enciclopédico Hispano-Americano heißt es: „Ähnliche Perlen werden im islamischen, lamaistischen und buddhistischen Ritus verwendet.“ In der Encyclopedia of Religion and Religions wird dazu angemerkt: „Man nimmt an, daß die Muslime den Rosenkranz von den Buddhisten übernommen haben und die Christen wiederum zur Zeit der Kreuzzüge von den Muslimen.“

Man argumentiert, der Rosenkranz diene lediglich als Gedächtnisstütze, wenn die Wiederholung einer Anzahl Gebete gefordert wird. Billigt Gott das jedoch?

Wir brauchen nicht darüber zu mutmaßen oder zu diskutieren, ob solche Bräuche angebracht und richtig sind. Schließlich gab Jesus auf die Bitte, seine Nachfolger beten zu lehren, eine maßgebende Erklärung. Was er sagte, wird für manche Leser aufschlußreich, ja vielleicht überraschend sein. Ist der Gebrauch des Rosenkranzes biblisch?

MILLIONEN sogenannter Christen haben noch nie ernsthaft über den Gebrauch des Rosenkranzes nachgedacht. Für sie steht es fest, daß nichts dagegen einzuwenden ist, seine Gebete mit Hilfe einer Perlenkette zu zählen. Sie betrachten es als einen christlichen Brauch.

Viele sind daher überrascht, wenn sie erfahren, daß auch Hindus, Buddhisten und Moslems diesen Brauch pflegen. Und tatsächlich ist er nichtchristlichen Ursprungs. Das gab der römisch-katholische Bischof Fulton J. Sheen mit den Worten zu: „Gebetsperlen . . . wurden wahrscheinlich zuerst von den Buddhisten verwendet. Sowohl Buddhisten als auch Moslems machen bei ihren Gebeten Gebrauch davon.“ Doch weder die Apostel Jesu Christi noch deren Mitchristen im ersten Jahrhundert benutzten einen Rosenkranz.

Ist heute etwas gegen den Gebrauch des Rosenkranzes einzuwenden? Um dies festzustellen, sollten wir berücksichtigen, was damit verbunden ist, und wir sollten diese Frage im Lichte biblischer Grundsätze untersuchen.

Der Rosenkranz, den viele Katholiken verwenden, besteht gewöhnlich aus fünf Gruppen von zehn kleinen Perlen, die durch vier größere Perlen abgeteilt sind; die Kette wird von einem Schildchen, das ein Marienbildnis trägt, zusammengehalten. An diesem Schildchen ist ein Anhänger oder eine kleinere Kette befestigt, die aus drei kleinen Perlen besteht, die zwischen zwei größeren Perlen angeordnet sind, und den Abschluß bildet ein Kruzifix.

Der Rosenkranz wird unterschiedlich gehandhabt. Aus der in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Broschüre The Fifteen Mysteries of the Holy Rosary geht folgendes hervor: Wer den Rosenkranz verwendet, segnet sich durch das Kruzifix und sagt gleichzeitig: „Neige dich herab, mir zu helfen, o Gott, o Herr, eile mir zu Hilfe.“ Dann sagt er das „Apostolische Glaubensbekenntnis“ auf, ein „Vaterunser“, drei „Ave-Maria“ und ein „Ehre sei dem Vater“. Diese Gebete, die anhand der kleinen Kette oder des Anhängers gesprochen werden, sind freigestellt. Die Gebete, die gesprochen werden, während jede der restlichen Perlen zwischen die Finger genommen wird, dürfen jedoch nicht ausgelassen werden. Das erste Gebet ist das „Vaterunser“. Diesem folgen zehn „Ave-Maria“. Das „Ehre sei dem Vater“ bildet den Abschluß der Dekade.

Alle weiteren Dekaden erfordern die Wiederholung der ursprünglichen Worte, wobei der Betende lediglich über ein anderes Geheimnis nachdenkt. Nachdem er die Dekaden des Rosenkranzes beendet hat, kann er das „Sei gegrüßt, o Königin“ und die „Litanei von der seligen Jungfrau“ rezitieren. Um den ganzen Rosenkranz zu beten, der aus fünfzehn Dekaden besteht, muß er die Perlen der geschlossenen Kette dreimal durch seine Finger gleiten lassen.

Beim Beten des Rosenkranzes wird Maria die größte Bedeutung beigemessen, da die meisten Gebete an sie gerichtet werden. Ist dies in Einklang mit den Lehren Jesu?

Eine Frau, die von Jesu Lehren ergriffen war, rief einmal aus: „Selig der Leib, der dich getragen, und die Brüste, an denen du gesogen hast!“ Wird dieses Empfinden beim Beten des Rosenkranzes nicht besonders betont? Ging jedoch Jesus mit dieser gefühlsbetonten Äußerung einig? Nein. „Er aber sprach: ,Vielmehr selig, die das Wort Gottes hören und befolgen!‘ “ (Luk. 11:27, 28, gemäß der katholischen Jerusalemer Bibel).

Maria wurde von Jesus Christus nie besonders begünstigt. Er deutete nicht an, daß ihr besondere Ehre erwiesen werden sollte. Als sie und ihre anderen Kinder Jesus beim Lehren unterbrachen und ihm mitteilen ließen, daß sie ihn zu sprechen wünschten, antwortete Jesus: „ ‚Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?‘ Und er streckte seine Hand nach seinen Jüngern aus und sprach: ,Siehe! Meine Mutter und meine Brüder! Denn wer irgend den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter‘ “ (Matth. 12:48-50).

Auch Maria zeigte eine demütige Einstellung. Als ihr der Engel Gabriel Gottes Vorhaben hinsichtlich der Geburt seines Sohnes enthüllte, antwortete sie: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ (Luk. 1:38, gemäß der katholischen Übersetzung von Kürzinger). Ihre Einstellung glich sehr derjenigen des Engels, vor dem sich der Apostel Johannes niederwarf, nachdem er die Offenbarung empfangen hatte. Der Engel tadelte Johannes mit den Worten: „Ich bin nichts weiter als ein Mitsklave von dir und deinen Brüdern, die das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben. Bete Gott an“ (Offb. 19:10).

Widerspricht nicht der Rosenkranz der Ermahnung des Engels: „Bete Gott an.“? Werden nicht die meisten dieser Gebete an Maria gerichtet? Doch das ist nicht alles.

Befürworter des Rosenkranzes sind gezwungen zuzugeben, daß viele, die ihn beten, keinen Nutzen daraus haben. In der Broschüre The Fifteen Mysteries of the Holy Rosary heißt es darüber: „Viele . . . machen aus dem Rosenkranz eine mechanische Wiederholung des Vaterunsers und des Ave-Maria, was dazu führt, daß er besonders für junge Leute ein langweiliger Brauch wird.“

Der Rosenkranz enthält tatsächlich viele Wiederholungen. Wer alle fünfzehn Dekaden des Rosenkranzes betet, hat das „Vaterunser“ oder „Gebet des Herrn“, das in Matthäus 6:9-13 aufgezeichnet ist, fünfzehnmal zu sprechen. Die folgenden Worte des „Ehre sei dem Vater“ sind ebenfalls fünfzehnmal zu sagen: „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.“ Zehnmal so oft werden die Worte des „Ave-Maria“ gesprochen: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“

Ist es in Einklang mit der Bibel, Gebete so oft zu wiederholen? Man beachte, was Jesus sagte: „Beim Beten sollt ihr auch nicht plappern wie die Heiden. Diese meinen nämlich, sie würden dann Erhörung finden, wenn sie recht viele Worte machen. Macht es nicht so wie diese“ (Matth. 6:7, 8, Rießler, Storr).

Werden beim Beten des Rosenkranzes nicht ‘recht viele Worte gemacht’? Macht man es nicht so wie die Heiden, bei denen der Gebrauch des Rosenkranzes schon lange Zeit bekannt war, bevor sogenannte Christen damit anfingen?

Es besteht somit kein Zweifel, daß der Gebrauch des Rosenkranzes unbiblisch ist. Er läßt sich nicht mit den Worten Jesu über das Gebet vereinbaren und widerspricht der Aufforderung, nur ‘Gott anzubeten’. Statt weiterhin den Rosenkranz zu verwenden, sollten Menschen, die Gottes Anerkennung suchen, von Herzen zu Gott beten, und zwar durch seinen Sohn Jesus Christus.

Das Rosenkranzgebet ist eine Gebetsart, die es in abgewandelter Form in fast allen Weltreligionen gibt. Bestimmte Worte werden dabei immer wieder gesprochen, um sich selbst auf eine bestimmte Betrachtung einzustimmen. Konkret beim Rosenkranz werden das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und das Ave Maria gebetet. Allerdings (vorallem letzteres Gebet) ständig wiederholend. Klar, dass die Worte des Gebetes dabei nur so etwas sind wie eine Grundmelodie, auf der dann meine Gedanken die Hauptmelodie spielen. Vergleichbar also mit einem Klavierspiel: Die gesprochenen Worte beim Rosenkranz sind so etwas wie die Begleitstimme der linken Hand, meine Gedanken (welche das Leben Jesu betrachten) sind die Melodiestimme der rechten Hand. Deshalb braucht es den Rosenkranz, weil man sich verständlicherweise mehr um die Melodiestimme kümmert und sonst aus dem Rhythmus des Gebetes herauskommen würde.

„Lehre uns beten“

„HERR, lehre uns beten.“ Diese Bitte richtete ein Jünger an Jesus Christus (Lukas 11:1). Der ungenannte Jünger schätzte das Gebet offenbar sehr. Auch heute sind sich wahre Anbeter der Wichtigkeit des Gebets bewußt. Schließlich ist es das Mittel, durch das wir bei der höchsten Persönlichkeit im Universum Gehör finden. Denken wir nur einmal daran, daß der „Hörer des Gebets“ unseren Sorgen und Nöten persönlich Aufmerksamkeit schenkt (Psalm 65:2). Und was noch wichtiger ist, durch das Gebet danken wir Gott und preisen ihn (Philipper 4:6).

Die Worte „Lehre uns beten“ werfen allerdings gewichtige Fragen auf. Weltweit gibt es in den verschiedenen Religionen viele Methoden, wie man sich Gott nähert. Gibt es aber eine richtige und eine verkehrte Art zu beten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, möchten wir zunächst einige verbreitete religiöse Bräuche betrachten, die mit dem Gebet zu tun haben. Wir wollen einmal das, was in Lateinamerika üblich ist, beleuchten.

Bilder und „Schutzheilige“

Die lateinamerikanischen Länder sind im allgemeinen tief religiös. In Mexiko ist es zum Beispiel Brauch, zu „Schutzheiligen“ zu beten. Mexikanische Ortschaften haben gewöhnlich einen „Schutzheiligen“, für den an bestimmten Tagen ein Fest veranstaltet wird. Katholiken in Mexiko beten außerdem zu vielen verschiedenen Bildern. Welcher „Heilige“ angerufen wird, hängt jedoch davon ab, was für einen Wunsch der Gläubige vortragen möchte. Wer einen Ehepartner sucht, wird vielleicht für den „heiligen“ Antonius eine Kerze anzünden. Jemand, der eine Reise mit dem Auto plant, wird sich womöglich dem „heiligen“ Christophorus anvertrauen, dem Patron der Reisenden und besonders der Kraftfahrer.

Doch woher stammen diese Bräuche? Wie die Geschichte zeigt, fanden die Spanier bei ihrer Ankunft in Mexiko ein Volk vor, das der Anbetung heidnischer Götter hingegeben war. In seinem Buch Los Aztecas, Hombre y Tribu (Die Azteken — der Mensch und das Volk) schreibt Victor Wolfgang von Hagen: „Es gab persönliche Götter, jede Pflanze hatte ihren Gott, jede Tätigkeit hatte ihren Gott oder ihre Göttin, sogar für den Selbstmord gab es einen. Yacatecuhtli war die Gottheit des Geschäftsmannes. In dieser polytheistischen Welt hatten alle Götter klar definierte Neigungen und Funktionen.“

Die Ähnlichkeit dieser Götter mit katholischen „Heiligen“ war derart auffallend, daß die Eingeborenen, als die spanischen Eroberer sie zu „christianisieren“ versuchten, einfach an Stelle ihrer Götzen die „Heiligen“ der Kirche verehrten. In einem Artikel des Wall Street Journal wurde auf die heidnischen Wurzeln des in einigen Teilen Mexikos praktizierten Katholizismus hingewiesen. Es hieß darin, daß in einer Region die meisten der 64 „Heiligen“, die vom Volk verehrt werden, „ganz bestimmten Mayagöttern“ entsprechen.

In der New Catholic Encyclopedia wird argumentiert, daß „zwischen den Heiligen und den Menschen auf der Erde eine enge, vertraute Bindung besteht, . . . eine Bindung, die ganz und gar nicht von dem Verhältnis zu Christus und zu Gott ablenkt, sondern es bereichert und vertieft“. Wie könnte aber eine Bindung, die eindeutig auf das Heidentum zurückgeht, das Verhältnis zu dem wahren Gott vertiefen? Können Gebete, die an solche „Heiligen“ gerichtet sind, überhaupt von Gott gebilligt werden?

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