Rosenkranzgebet öffentlich?

6 Antworten

Genau, in Mt 6,5ff. tritt im Zuge der sog. Bergpredigt Jesus selbst als Lehrer des Gebets auf. Insofern ist die Stelle durchaus relevant für das christliche Gebet. Es folgt das Herrengebet (Vaterunser) in Mt 6,8-15. Ohne die Evangelien würden wir dies nicht kennen. Ein Großteil des christlichen Gebetes speist sich aus biblischer Tradition (bes. Psalmen).  

Eine m.E. gute Erläuterung hat bereits wolfruprecht gebracht. Ich schließe mich an.

Ich freue mich über den Mut, beim Sparzierengehen den Rosenkranz zu beten. Ich selbst weiß, wie gut das beim laufen tut. Man kann es nochmal positiv wenden: In der Gefahr, von anderen Menschen belächelt zu werden, wenn Sie mit einem Rosenkranz in der Hand gesehen werden, legen Sie Zeugnis ab. Sie schämen sich nicht für Ihren Glauben. Danke! :)   

Die Bibelstelle aus der Bergpredigt, auf die duch dich beziehst, meint nicht, dass du nicht öffentlich beten sollst oder darfst, sondern dass du deine Frömmigkeit - und damit auch dein Gebet - nicht öffentlich zur Schau stellen sollst. Denn dann geht es nicht mehr um dein Gebet oder um deine Beziehung zu Gott, sondern dann stehen andere Interessen im Vordergrund. Würde man anhand dieser Schriftstelle nicht öffentlich beten dürfen, dann wäre Jesus auch nicht in die Synagoge gegangen, um dort zu beten und zu lehren.

Jesus tadelt ja nur diejenigen, die ihre Religiosität offen zur Schau stellen. Zu keiner Zeit, auch nicht zur Zeit der Entstehung der Evangelien, wurde das so ausgelegt, daß man NUR im stillen Kämmerlein beten dürfe. So gab es ja schon zur Zeit des Paulus gemeinsame Gottesdienste ("Brotbrechen"). Ich weiß natürlich nicht, wie auffällig Dein Rosenkranzgebet ist - aber ich bin sicher, daß es Dir nicht darum geht, von anderen Waldspaziergängern bewundert zu werden. Dagegen spricht sicher nichts. (Und mit Fingerring-Rosenkranz fiele man eh nicht auf, wenn man nicht laut spricht.)

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