Rohfleisch ist für alle Hunde gut?

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9 Antworten

Nach derart langer Zeit der Hundezucht gibt es sehr wohl Hunde, die Rohfutter nicht vertragen. Auch nach akribischer Ausschlußdiät und ellenlangen Testreihen nicht.

Interessanterweise sind mir bislang allerdings nur Kleinhunde untergekommen, bei denen das der Fall ist. Es handelte sich dabei wiederum um stark überzüchtete Rassen.

Je ursprünglicher und gesünder eine Hundezucht ist, desto robuster sind auch die Tiere.

Stellt man einen langjährig trocken gefütterten Hund um, kommt es in den allermeisten Fällen erst mal zu Schwierigkeiten, weil der Körper "verlernt" hat, richtig auf die Nahrung zu reagieren.

Narva 09.05.2014, 08:50

Interessant.... wenn ich so überlege, sind die Hunde welche ich kenne mit diesem Problem auch alles Zwerge.

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Der Hund ist eigentlich ein Allesfresser. Im Laufe der Zeit, wo er als Gefährte und Helfer des Menschen sich auch Nahrungstechnisch angepasste , hat es Ihm auch nicht geschadet, über einen gewissen Zeitraum auch mal kein Fleisch zu fressen. Dadurch hat sich der Verdauungsapperat des Hundes etwas verändert, Wölfe brauchten und würden sich dem Menschen nie so anschließen wie der Hund. Dies sieht man zum Teil auch noch bei den sehr ursprünglichen Rassen. Aber Wölfe fressen nicht nur Fleisch. Sie fressen das ganze Beutetier, mit Knochen,Sehnen, Knorpel, Innereien samt Darminhalt = Pflanzen. Sie bedienen sich auch an Beeren, Früchten und Gräsern. Ich bin nicht der Meinung das Hunde grundsätzlich kein rohes Fleisch vertragen. Das Problem besteht wohl eher darin, dass erst einmal der Hund mit Fertigfutter zugekleistert wird, und wenn dann irgendwann massive Probleme auftreten, wird gleich eine 100% Wendung zum BARFEN gemacht. Das es dann erst einmal zu Problemen kommt, liegt auf der Hand. Eine gesunde Mischung von gekochtem und ab und zu mal rohem Fleisch wäre da wohl die bessere Lösung. Auch gibt es Hunde die absolut keine Knochen vertragen. Man sollte das BARFEN auch nicht zur Religion machen, sicher sollte das Futter so natürlich wie möglich sein - aber immer so wie es dem Hund am besten bekommt. Ein zweiter Faktor ist die Züchtung von Hunden, die aufgrund von Gendefekten schon mit einem Rucksack voll Krankheiten auf die Welt kommen. Du hast schon Recht , dass bei den Wölfen die natürliche Selektion den etwas empfindlicheren Tieren keine Chance gibt. Das ist auch gut so, denn wer wollte denn für diese Tiere kochen oder Ihnen eine Dose Fertigfutter aufmachen.

michi57319 09.05.2014, 00:23

Liebe Anaschia, dein Kommentar gefällt mir außerordentlich gut :-)

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hunde sind eben schon lange keine wölfe mehr und die letzen 100 jahre haben die meisten haushunde wohl notgedrungen eher auf der vegetarischen seite gelebt, da nicht so viel fleisch für den hund übrig blieb. die zeiten waren schlecht und auch die menschen haben selten, manche zeitweise nie, fleisch gegessen. natürlich gab es immer hofhunde die wenn dann geschlachtet wurde fleischabfälle bekamen, aber es gab keine gefriertruhen und geschlachtet wurde ein, zwei mal im jahr.. ich denke, hunde haben sich den jeweiligen gegebenheiten angepasst und gefressen was ihnen angeboten wurde. heute gibt es eine vielfalt an fütterungsmöglichkeiten, mit dem man seinen hund gesund ernähren kann. die einen barfen und s ist für den hund ok und die anderen geben ein trockenfutter und auch diese hunde werden oftmals alt. ich kenne selber nur alte hunde die ein lebenlang trockenfutter gefressen haben, gebarfte hunde sind aber auch noch selten, aber in unserer überflussgesellschaft wird diese methode sicher salonfähig, weil wir haben`s ja. ist auch gut so.

Zu Deiner Frage würde ich gerne Swanie Simon zitieren:

"...Es gibt inzwischen sehr kranke Hunde in unserem Land. Einige davon vertragen bestimmte Lebensmittel nicht, andere können Futter nicht mehr richtig verdauen. Für solche Hunde muss man die Fütterung so gestalten, dass es ihnen gut geht. Wenn es einem Hund mit etwas Milchprodukten und Getreide besser geht, sollte man ihm das füttern. Wenn ein Hund Knochen nicht verdauen kann, sollte man keine Knochen füttern. Wenn ein Hund nur gekochtes Futter vertragen kann, sollte man sein Futter kochen."

Quelle: Das Brimborium um B.A.R.F. http://www.barfers.de/das_brimborium_um_barf.html

michi57319 09.05.2014, 00:26

Ich finde es prima, daß du Swanie zitierst. Sie ist zwar diejenige, die das Barfen in Deutschland populär gemacht hat, ist aber immer auf der Seite der Hunde und nie in einem Dogma verhaftet gewesen.

Sie befürwortet die Rohfütterung, ohne sie jedoch als allein selig machende Methode anzusehen.

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Beutelkind 09.05.2014, 07:52
@michi57319

Danke michi57319! Genau das ist es, was sie in meinen Augen vertrauenserweckend macht!

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nein - alle hunde vertragen rohes fleisch.

da aber die hundemaegen isch natuerlich auf trockenfutter und doesnindustriefrass eingestellt haben, kann es bei der umstelleung zum barfen anfangs etwas probleme geben -dass heisst es kommt zu durchfaellen.. dem kann man entgegen wirken durch bei gabe von reiss/huettenkaese etc in deranfangszeit..

dann gibt es natuerlich auch einzelfaelle -wo hunde eine allergie oder unvertraglchkeit gegen bestimmtes fleisch haben.. oft ligt das auch an hormonzugaben oder anitbiotikzumischungen zum beispiel bei huehnerfleisch..

gut vertraglich ist meist : pferdefleisch/lamm/wild oder fisch oder okofleisch

Narva 09.05.2014, 13:07

Nun ich kenne persönlich einen Fall bei dem der Hund auch nach 12 Monaten noch mit Durchfall auf Rohfütterung reagiert hat, die vom Barfen absolut überzeugte Halterin war absolut am Ende hatte wirklich alle Fleischsorten durch und hat dann auf Rat einer langjährigen Züchterin angefangen das Fleisch zu überbrühen innert Tagen war der Durchfall verschwunden, ihre anderen Hunde werden normal gebarft und haben keine Probleme War früher eigentlich auch deiner Meinung aber bin dann durch Erfahrung davon abgekommen.

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Es gibt Hunde welche mit rohem Fleisch nicht mehr zurecht kommen und auch nach vorsichtigem Umstellen auf Barf und genügend Umgewöhnungszeit nicht glücklich werden damit, oftmals reicht es dann aber schon wenn das rohe Fleisch überbrüht wird damit ihr Körper es akzeptiert.

Ich denke, die meisten geben bei der Umstellung zu früh auf. Basker hatte vier Wochen Durchfall, so vergiftet war sein Körper durch Royal Canin und Happy Dog.

Die Anzahl der Hunde, die gar nicht umgestellt werden können, halte ich für sehr gering, aber es gibt sie sicher.

Zunächst grundsätzlich: barfen ist die artgerechteste Form der Ernährung von Hunden. Allerdings ist es auch nicht das Allheilmittel. Einfach den natürlichen Hausverstand mit einsetzen! Wenn der Hund keine Knochen verträgt, dann lass sie weg und weiche auf andere Kalzium Lieferanten aus. Mag er kein Getreide, dann auf Reis, Nudeln usw. verzichten (er braucht kein Getreide). Verträgt er bestimmte Gemüsesorten nicht dann vielleicht mal blanchieren...etc. Dass es Hunde gibt, die einen kompletten "Rohdefekt" haben glaub ich nicht, zumindest habe ich davon noch nicht gehört. Die Domestikation des Wolfes ist auch evolutionstechnisch noch nicht lange genug her, um hier Veränderungen des Verdauungstraktes so stark zu bewirken, dass ein Hund überhaupt nichts mehr roh verträgt.

michi57319 16.05.2014, 23:35

Die Ursache der Unverträglichkeit würde ich auch nicht in Veränderungen der Konstruktion des Verdauungstraktes sehen, sondern in zuchtbedingten, genetischen Fehlfunktionen.

Das kann die mangelnde Bildung von Magensäure sein, ein Enzymdefekt, oder eine Organfunktonsstörung, die im Blutbild nicht gravierend, oder nicht messbar ist, aber dennoch eine Verdauungsstörung bewirkt.

Die an der Verdauung von Nahrung beteiligten Faktoren sind so vielfältig, daß man den Wert einer Villa, samt Yacht, darin investieren könnte, um die genaue Ursache zu finden.

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